Azubis und duale Studenten bloggen

Unsere Azubis und dualen Studenten geben Einblicke in ihren Alltag und was man sonst noch bei der BERA erlebt.


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Theoriephase Nummer 4

Mein Name ist Fabio Schumacher, ich bin 21 Jahre alt und einer der drei dualen Studenten der BERA GmbH. In der DHBW Heilbronn studiere ich Dienstleistungsmanagement mit Fachrichtung Personal sowie Vertrieb und darf in den Praxisphasen die Heilbronner Niederlassung unterstützen.

Nach einer aufregenden Praxisphase ging es wieder zurück in die duale Hochschule Heilbronn, um das 4. Semester zu absolvieren. Im Gegensatz zu den ersten drei Semestern saßen diesmal 22 Studenten und nicht mehr 15 in unserem Kurs. Der Grund hierfür war die Zusammenlegung unseres Kurses mit dem des 14-3, da mehrere Kommilitonen aus beiden Kursen die Gelegenheit bekamen ein Auslandssemester zu belegen.

Der gesamte Kurs verstand sich trotz der Umstellung blendend und es gab keinerlei negative Auswirkungen der Zusammenlegung.

Neues Semester – neue Vorlesungen

Die Vorlesung Geld und Währung kam im 4. Semester neu hinzu und wurde von Frau Dr. Tauer gehalten. Es war ein sehr interessantes Fach, da Themen wie die Wirtschaftskrise 2008 sowie Aktiengeschäfte und die Finanzwelt behandelt wurden.

Ein besonderes Highlight war das Projekt zur Entwicklung eines Leitsystems für den Bildungscampus. Unter Leitung unseres Studiendekans Prof. Dr. Käßer-Pawelka wurde uns das Problem fehlender Orientierungshilfen auf dem Campus erläutert. Viele Personen, vor allem jene, die nicht regelmäßig auf dem Campus unterwegs sind, beklagten sich über Orientierungsschwierigkeiten auf dem Gelände.

Somit wurde uns die Aufgabe übertragen, Systeme und Ideen für eine bessere Orientierung auf dem Campus auszuarbeiten und anschließend zu präsentieren. Jede Gruppe fasste ca. 5-6 Personen, die sich gemeinsam der Problemstellung widmeten.

Es wurden Ideen mit Pfeilen und Schildern ausgearbeitet, doch unsere Gruppe entschloss sich etwas technologisch modernes und außergewöhnliches zu entwickeln, das es so noch nicht gab. Gemeinsam arbeiteten wir ein Konzept zur videogestützten Orientierung aus und setzten dies Schritt für Schritt um.

Mit einer Kopfkamera ausgestattet liefen wir die Wege zu den unterschiedlichen Gebäuden des Geländes ab und zeichneten diese auf.

FAS_Video

Anschließend schnitten wir die aufgezeichneten Wegbeschreibungen zu und veröffentlichten diese dann auf der Videoplattform YouTube.

Danach erstellten wir mithilfe eines Programms für jedes Video einen entsprechenden QR-Code. Durch das Scannen dieser QR-Codes gelangt man auf unmittelbarem Weg zu dem entsprechenden Orientierungsvideo auf Youtube.

Wenn also eine Person zu einer Veranstaltung eingeladen wird, fügt die Sachbearbeiterin, die die Einladung erstellt und versendet, den entsprechenden QR-Code in die Einladung ein. Wenn der Gast beispielsweise eine Veranstaltung im D-Gebäude besuchen wird, fügt die Mitarbeiterin den QR-Code für das D-Gebäude ein.

Zuhause kann sich dieser dann mithilfe seines Handys und der entsprechenden APP den Code scannen und sich vorab schon mal per Video einen Überblick verschaffen. Durch ein Gäste-WLAN könnte sich der Gast das Video vor Ort am Campus erneut anschauen und live nachlaufen.

Für Leute, die sich mit QR-Codes und dem Thema nicht auskennen, befindet sich auf der Rückseite der Einladung eine Anleitung zur Benutzung und Ausführung.

Klingt kompliziert? Na dann versucht es doch selbst 🙂

FAS_QR-Code

Hier seht ihr den QR-Code der Video-Wegbeschreibung zum D-Gebäude, in welches man möglicherweise zu einer Veranstaltung eingeladen werden könnte. Das Einzige was ihr nun tun müsst ist, die QR-Code-APP, sofern ihr diese noch nicht besitzt, kostenlos herunterladen und anschließend den Code scannen.

… seht ihr, gar nicht so schwer. 😉

Vorfreude auf die Praxisphase

Mittlerweile sind alle Studenten schon fleißig am lernen für die routinemäßige Prüfungsphase.

Besonders das Fach VWL macht uns am meisten Bauchschmerzen, da hier der Lernumfang am größten ist. Nach der Prüfungsphase geht es dann logischerweise wieder zurück in die Niederlassung der BERA GmbH, auf die ich mich schon sehr freue, da ich einen großen Teil im Vertrieb verbringen werde. Erste Eindrücke durfte ich schon in der letzten Praxisphase sammeln, als die Jahresabschlussgespräche bei den Kunden anstanden.

Bis dahin muss jedoch noch viel Lernaufwand betrieben und die Prüfung erfolgreich gemeistert werden.

 

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Mein duales Studium – ein Rückblick – Teil 2

Das erste Projekt an der Hochschule ist vorbei, an das Arbeiten hat man sich beinahe gewöhnt und die ersten drei Semester sind auch schon vorüber. Letzte Woche berichtete ich Euch über die erste Halbzeit. Diese Woche schließe ich mich mit der zweiten ab  – natürlich nur soweit wie es möglich ist, denn fast drei Wochen habe ich ja noch 🙂

Von Heilbronn nach Heilbronn – die Theorie

Von der Niederlassung in Heilbronn ging es erst einmal ins neue Jahr 2013. Der Blog „BERAstarters“ feierte sein erstes Jahr und ich freute mich sehr darüber :). Natürlich sollte der Blog damit nicht beendet sein, er ging mit mir wieder ins Theoriesemester. Das Grundstudium war mittlerweile vorbei und Fächer wie Mathematik, Statistik, Bilanzierung und Co. gehörten der Vergangenheit an. Was ein Glück. 🙂 Ein Planspiel, in dem wir in die Rolle eines Managers eines Industrieunternehmens schlüpfen durften, war die Besonderheit dieses Semesters. In Gruppen aufgeteilt hatten wir ein eigenes Unternehmen, mussten die verschiedenen Geschäftsbereiche wie Vertrieb, Marketing, Forschung und Entwicklung, sowie Personal managen und den Unternehmensauftritt mit Flyern und Namen entwickeln. Wahnsinnig spannend war es auf jeden Fall, weil es nicht nur die eigene Unternehmensentwicklung zu beachten gab, sondern auch die der Konkurrenz. Über acht Phasen überlegten, entschieden, revidierten und konzipierten wir und nach Fasching konnten wir das Projekt mit einem Vortrag und einem Test beenden. Natürlich hatten wir während dieser Phase auch normale Vorlesungen, beispielsweise in meinen Profilfächern Consulting Kommunikationsmanagement  und Personalmanagement. Für meine VWL-Mindmap habe ich zwar noch immer keinen Verlag gefunden, aber zumindest konnte ich damit die Prüfung gut abschließen.

Ab nach SHA

Die siebeneinhalb Monatsphase im Unternehmen stand an. Worüber viele hier schmunzeln werden, war für mich schon beinahe eine kleine Herausforderung. So lange hatte ich in meinem bisherigen beruflichen Leben noch nicht gearbeitet. 🙂  Natürlich beschäftigte ich mich dabei nicht nur mit unterschiedlichen Social Media und Marketing Aufgaben, sondern bildete ich mich auch bei einem Vortrag zum Social Media in Mosbach weiter,  durfte meine buchhalterischen Fähigkeiten in der unternehmenseigenen Buchhaltung testen und stellte fest, dass ich nicht nur in der Theorie daran verzweifelte, sondern auch in der Praxis.  Eine längerfristige Beziehung ist unmöglich ;). Zum Glück ging es wenig später wieder in die Social Media Abteilung, in der ich mich um einiges wohler fühlte und konnte mich glücklich und zufrieden auch auf meine Summer School in Chile vorbereiten. Vor der großen Reise ging es aber noch für das Azubiprojekt zwei Tage ins Allgäu. Darüber berichteten in Gastbeiträgen Sabrina Neeser und Verena Stadtmüller und für mich hieß es ab ins Abenteuer Südamerika.

Zwischenziel Chile

Vino del Mar - aber dazu, komme ich ein anderes Mal ;)

Vino del Mar – aber dazu, komme ich ein anderes Mal 😉

Als kleine Unterbrechung in der langen Praxisphase ging meine Reise in die Summer School nach Chile. Dies war das größte Highlight meines dualen Studiums. Und ich erinnere mich noch sehr gerne an das River-Rafting und Snowboarden in den Anden und an die Stadt Vino del Mar.  Natürlich auch weniger an die Vorlesungen, aber die waren eine eher lästige Begleiterscheinung. Viele der Vorlesungen waren nicht ganz so spannend und nahmen vor allem Zeit weg, Chile zu erkunden. 😉 Daher werde ich irgendwann wieder dort hinfliegen, um noch mehr zu sehen.

Hin und Her 🙂

IMG_0254Kaum war ich wenige Wochen zurück, durfte ich beim Heilbronner Firmenlauf mitjoggen. Mal wieder ein sehr cooles Erlebnis mit den Kollegen , was mich auch dieses Jahr veranlasste mitzulaufen.  😉 In den nächsten Wochen wurden Themen wie die Aufgaben des Marketings aufgegriffen , meine zweite Projektarbeit, , die hohe und steigende Akademisierung in Deutschland  und die Informationssuche 2.0. Auch besuchte ich ein zweites Mal die Buchhaltung in Schwäbisch Hall – dieses Mal klappte es auch um einiges besser ;).

Puh, in diesen siebeneinhalb Monaten stand sehr viel an und ich war gefühlt immer wo anders. 😉 Die Zeit verging dabei wie im Fluge und ich habe viel gelernt. 🙂 Abgeschlossen wurde diese erlebnisreiche Praxisphase mit dem Unterricht für den Ausbilderschein, den ich mit meinem Zeugnis erhalten werde, einem Fahrsicherheitstraining und dem Business Etikette Seminar ;).

Das 5. Semester

Nach dem ganzen „Stress“, empfand ich die Rückkehr an die Hochschule ja beinahe schon als Entspannung. 😉  Dort erwarteten mich meine neuen Wahlfächer: „Corporate Social Responsibility“ und Medienmanagement.

Die Weihnachtszeit bekamen wir ganz gut rum und mit dem neuen Jahr, hatte mein Blog wieder Geburtstag. Dabei wurde er doch erst vor „ein paar Sekunden“ ein Jahr alt. 😉 Mächtig stolz ging es mit „Gamification – die neue Art des Lernens“ in das dritte Jahr. Computerspiele, die mir Buchhaltung etwas näher bringen, gibt es zwar leider noch nicht, aber ich warte noch darauf. 😉

Mit dem fünften Semester schleicht sich das Ende auch schon langsam in das Bewusstsein ein, denn schon jetzt fand das erste Treffen mit meinen Betreuern zur Bachelorarbeit statt.  „Bloß keine Panik!“  war hier das Stichwort, schließlich hatte ich ja noch ein paar Monate vor mir.

Erst einmal ging es zurück in die Praxisphase und damit in den Umzug des Marketings . In den neuen Räumen war auch ich fest integriert und kaum hatte ich mich an die neue Aussicht gewöhnt, ging es schon wieder zurück an die Hochschule.

  1. Semester

Bild 5Das letzte Semester sollte beginnen und damit das offizielle Ende einläuten. Etwas mulmig wurde mir dabei schon, aber ich beschäftigte mich lieber ein letztes Mal mit den verschiedenen Dozententypen, den aktuellen Trends in der Hochschullandschaft  und den Ergebnissen einer Studie über Studenten.  Der Blog hatte mich nun über zwei Jahre begleitet und war mein „Baby“. Natürlich musste ich auch darüber einen Beitrag verfassen. 😉

Die Ergebnisse meiner empirischen Studie (einer Umfrage an der Hochschule) überraschten mich doch sehr!  Dort ging es um die Zukunft der Studenten, denn in vier Monaten sollte diese ja beginnen.

Das letzte Theoriesemester endete wieder einmal mit den Prüfungen.

Ein letztes Mal zu früh ankommen,
ein letztes Mal nervös auf dem Flur sitzen,
ein letztes Mal die Anspannung spüren,
ein letztes Mal […]

Ich kann bis heute kaum glauben, dass bald alles vorbei sein wird. Ich hatte mich so an die Theorie- und Praxisphasen gewöhnt und werde sie vermutlich vermissen.

Zum Glück hatte ich keine Zeit für die Trauer, denn die Fußball-WM stand an.  Mit einer eisernen Disziplin und einem genauen Plan schaffte ich die Vereinbarung von Vorlesungen, Prüfungen und den Spielen. Okay, ein paar kleinere Ausnahmen gab es natürlich, aber nichts desto trotz hatte ich Anfang Juli meine Prüfungen hinter mich gebracht. „Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben, auf den Moment…“ 

Der Abschluss, die letzte Phase, die Bachelorarbeit

BücherZwischen mir und dem Abschluss stehen noch genau 60 bis 80 Seiten.  Recht viel für die drei Monate die noch übrig bleiben. 😉 Aber ein gutes Zeitmanagement ist ja alles 😉  Und im Prinzip ist schreiben ja leicht. „Man muss nur die falschen Wörter weglassen. 😉 Nun ja, fast.

Mittlerweile bin ich schon recht weit, aber noch ein großer Berg namens Fazit, Handlungsempfehlung, Schaubilder und Literaturverzeichnis steht vor mir, aber ich bin guter Dinge, dass ich es bald abschließen kann. Spätestens am 26.09, denn drucken muss ich die Arbeit ja auch noch ;).

Und damit sind wir gerade in der Gegenwart angekommen. Nächste Woche gebe ich Euch einen kleinen Einblick in die Zukunft – die neuen dualen Studenten.


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Im Wirrwar der Wörter oder auch „Projekt-Kerstin“

Kerstin hat eine unbewachte Telefonzelle gefunden und sich blitzschnell aus ihren Alltagsklamotten geschält. Das Kostüm und das knallrote Cape kommen zum Vorschein. Ein formschöne Maske bedeckt ihre Augen, nur das rote Haar quillt heroisch hinter der Maske hervor. Es ist Zeit, in eine neue Rolle zu schlüpfen.

Für, die, die mit dieser Einleitung nicht so viel anfangen können: Projektgirl ist zurück und die leeren Seiten meiner Projektarbeit zittern in froher Erwartung, was ich auf ihnen niederschreiben werde. Ich auch.

Manche Dinge kehren ja gerne zurück: die Flut, Bumerangs, Muhammad Ali und Projektarbeiten. Wie auch im ersten Studienjahr, steht dieses Jahr wieder eine wissenschaftliche Arbeit an. Wir reden hier von der Vorbereitung zum Bachelor, der ja dann nächstes Jahr ansteht. Von dieser Stelle also ein „Kopf hoch und viel Erfolg“ an alle Studenten, die gerade mit dem Bachelor ringen.

Superman

Bild: cagle.com

How to do a Projektarbeit ..

Anders als beim Bachelor reden wir hier „nur“ von 20 – 30 Seiten. Diese sind aufgeteilt in einen Theorie- und einen Praxisteil. Im Theorieteil gilt es aufzuzeigen, was die Wissenschaft an Erkenntnisreichem zum Thema herausgefunden hat. Im Praxisteil … gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein probates Mittel ist eine Umfrage im Unternehmen. Das gibt Daten, die man dann interpretieren kann. Oder man erarbeitet eine Optimierung für einen Unternehmensvorgang und beschreibt, wie diese im Unternehmen eingeführt wurde. Dann kann man schön Theorie und Praxis gegenüber stellen. Wie viel vom theoretischen Konzept wird im Unternehmen umgesetzt? Gibt es hierbei Besonderheiten, die sich auch der Geschäftstätigkeit oder Struktur des Unternehmens ergeben? Mit solchen und ähnlichen Fragen lassen sich dann die restlichen Seiten ganz formidabel füllen. Welcher Teil mehr Spaß macht? Das ist von der Person abhängig. Ich für meinen Teil bin froh, wenn ich beide absolviert habe. Aber bis dahin ist es noch ein etwas längerer Weg …

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen …

Ich verrate Euch ein Geheimnis: Mein Praxisteil wird keine Umfrage enthalten. Mein Thema? Wie sollte es auch anders sein: der Blog 🙂 Für mich ist das natürlich echt super. Ich setze mich also mit etwas auseinander, mit dem ich mich sowieso (spätestens jeden Mittwoch)  beschäftigen muss. Oder um es anders zu sagen: Ich arbeite schon länger am Praxisteil meiner Arbeit 😉

Der Theorieteil ist dann quasi #Neuland. Bücher durchpflügen, Definitionen suchen und Ähnliches steht dann diese Woche auf meinem Programm. Da wird dann beispielsweise erläutert, woher der Begriff Blog kommt. Wisst Ihr’s?* Oder dass es 2011 etwa 173 Millionen Blogs  gab? Oder dass die Gesamtheit der Weblogs „Blogosphäre“ und dessen Betreiber „Blogger“ genannt wird (und ich bin ein Teil davon ;))? Ich lerne und lese ziemlich viel. Manchmal stößt man dabei auf Perlen und manchmal – wühlt man nur vergeblich Sandkästen auf der Suche nach den verlorenen Förmchen durch. Manches ist brauchbar und manches eben unbrauchbar für die Projektarbeit, aber wenn es schon nicht für sie interessant ist, dann eben hier für meinen Blog. 😉 Vielleicht serviere ich Euch nächste Woche die kuriosesten Fundstücke hier.

Und damit verabschiede ich mich dann mal wieder. Heute stehen noch ein paar andere Sachen an – abgesehen von meiner Projektarbeit. 😉

 

*Der Blog ist ursprünglich ein Logbuch für oder im Web. Aus Web + Log entsteht Blog. Auch heute noch fördert die Suche nach „Weblog“ noch Ergebnisse zu Tage.


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Im Dschungel der Adressen

Vor zwei Wochen hatte ich ja über die verschiedenen Aufgabenbereiche im Marketing berichtet. Viel über die Schönen, ein bisschen was über die nicht ganz so Schönen. Diese gibt es ja, wie in jedem anderen Job auch. Für einen Polizisten ist es z.B. die ganze Berichterstattung nach einem Einsatz, für einen Zahnarzt die Reinigung von ungepflegten Zähnen und bei unserer Buchhaltung ist es die Endlos-Telefonate mit den Krankenkassen. Bestimmt habt Ihr auch eine Sache, die euch so gar nicht gefällt.

Weil diese aber ebenfalls zum Job dazu gehören, habe ich mir überlegt, dass ich mich heute diesen Themen widme: den Unangenehmen.

 Was macht eine unangenehme Arbeit eigentlich aus?

Die Nackenhaare stellen sich hoch. „Muss das denn schon wieder sein?“, fragt man sich, während man schon gedanklich dabei ist, nach anderen, interessanteren Aufgaben zu sehen. Meist sind es langweilig, zähe oder auch besonders anstrengende Arbeiten, vor denen man sich am liebsten drücken würde. Es sind die Aufgaben, die entweder so eintönig sind, dass man das Gefühl hat, währenddessen einzuschlafen oder so herausfordernde Aufgaben, dass man zu Beginn vollkommen überfordert ist. Sich selber zu überzeugen, damit endlich mal anzufangen ist dann das Schwierigste.

Eisbär

Unangenehme Aufgaben: nur nicht einschlaf …

Bild: pixelio.de / Ulla Trampert

Warum müssen wir sie denn überhaupt machen?

Jede Aufgabe hat einen Existenzgrund. So sollte es zumindest sein, auch wenn wir es uns oftmals nicht vorstellen können. Warum müssen wir denn stundenlang an unserer Steuererklärung arbeiten oder über 2000 Adressen nach Aktualität prüfen? Warum eigentlich immer diese Bürokratie und warum nochmal die Angebote anfordern?

Aber wir müssen uns eingestehen, dass diese Tätigkeiten einen Grund haben. Nach der erfolgreichen Abgabe der Steuererklärung erhalten wir meist wieder Geld zurück und ohne Adressen haben wir keine Kontakte und können unsere Kunden und Partner nicht auf unsere Events einladen. Genau daran versuche ich immer zu denken, wenn ich an den Adressen arbeite. Auch wenn mein Gehirn am platzen und meine Nerven dünn wie Drahtseil sind. 😉

Dennoch was positives?

Aber es ist nicht nur schlimm. Vor allem bei solchen Aufgaben lernt man viel. Zum einen, über sich hinaus zu wachsen. Dazu gehören neue Herausforderungen und Aufgaben. Wer Probleme mit dem Telefonieren hatte (und ich spreche nicht von telefonieren mit Freunden), verliert die Angst schon nach den ersten paar Mal. Das gleiche gilt natürlich auch für E-Mails. Als es zu mir im Marketing hieß: „Übernehmen Sie mal …, “, war ich zu Beginn auch etwas überfordert. Die Aufgaben kommen einem zuerst suspekt oder auch unangenehm vor. Wenn man aber damit begonnen hat, stellt sich das Meiste als lösbar und vor allem machbar heraus. Anmeldemanagement kein Problem mehr und Caterings oder Locations anrufen? – Alles möglich. 😉

Blog schreiben? Pipifax 😉

Zum anderen lernt man aber auch mit den Aufgaben. Während der Adressqualifikation habe ich gelernt, wie eine optimale Webseite aussehen sollte, was dort stehen soll und was auf jeden Fall hereinmuss. Eine Homepage ohne E-Mail-Adresse? Ein absolutes „No go“ und kein Impressum? Strafbar.

Auch wenn ich nie eine Homepage programmieren werde, weiß ich nun zumindest, wie sie aussehen sollte. Userfreundlich, übersichtlich, mit wichtigen Daten und bitte, bitte nicht zu voll.

Mein Tipp für Euch

Also, versucht ihr doch mal bei euren unangenehmen Aufgaben an das Positive festzuhalten. Nehmt es euch einfach an einer vorab bestimmten Zeit, für einen gewissen Zeitraum vor und fangt einfach mal an. Ein großes Stichwort ist da die Selbstmotivation. Raus aus der Komfortzone, aus dem Bekannten oder angenehmen. Einfach mal: „Ja, jetzt nehme ich mir mal eine Stunde Zeit für etwas anderes.“

Ich beispielsweise muss mich morgen wieder an die Adressen machen. Denkt dann einfach an mich, dann geht es euch bestimmt schon ein bisschen besser. Ganz nach dem Motto: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“. 😉


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Zurück nach Hause: das Marketing

Für wenige Wochen bin ich wieder im Marketing in Heilbronn, um meine Kollegen/innen zu unterstützen. Es steht einiges an über den Sommer an und da ist jede Unterstützung notwendig. Weil mein Bereich, das Social-Media-Marketing  auch ein Teil des Marketings ist, ist mein Einsatz dort natürlich gar nicht so abwegig.

Das Marketing ist eine echt interessante Abteilung. Und genau deswegen werde ich meinen Blogbeitrag dazu verwenden, das Marketing und meine Aufgaben dort näher vorzustellen.

Was ist Marketing eigentlich?

Normalerweise beginnt man hier mit einer Definition. Könnte ich ja auch, aber die Schwierigkeit ist, dass nicht mal Wikipedia eine einzige Definition hat. Es unterschiedet zwischen  aktivitätsorientierter Definition,  beziehungsorientierter Definition, führungsorientierter Definition und zu guter Letzt der integrativen Marketingdefinition. Das Gabler Wirtschaftslexikon beginnt mit dem Satz: „Der Grundgedanke des Marketings ist die konsequente Ausrichtung des gesamten Unternehmens an den Bedürfnissen des Marktes“. Damit ist gemeint, dass das Marketing schaut, was der Markt möchte und das Unternehmen darauf einstellt. Welche Entwicklungen werden in Zukunft auf das Unternehmen  zukommen und wie muss das Unternehmen darauf reagieren? Eigentlich steuert das Marketing das Unternehmen.

Und die Realität

In der Realität ist es häufig so, dass das Marketing den Außenauftritt eines Unternehmens verantwortet: Plakate, Fernseh- und Werbespots, Anzeigen, Auftritte auf Messen, unternehmenseigene Veranstaltungen, Auftritte im Internet und so fort … Wie Ihr sicher merkt, ist das ziemlich umfangreich, weshalb das Marketing (je nach Größe des Unternehmens) in mehrere Abteilungen aufgegliedert ist. So gibt es die Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeits-Abteilung, die Eventplanung und natürlich auch … das Social-Media Marketing.

Und rein ins Vergnügen

Für mich ist der Aufenthalt in Heilbronn mal wieder eine Möglichkeit, andere Sachen kennenzulernen und eigene Verantwortung zu übernehmen. Zum Beispiel bei den Veranstaltungen:
Bevor die großen Veranstaltungen beginnen,  wie unsere BusinessForen oder das arbeitsmarkt forum muss einiges an Vorarbeit geleistet werden. Ganz nach dem Spruch „Kleinvieh macht auch Mist“, ist es nämlich tatsächlich so, dass die Veranstaltung an sich die wenigste Mühe bereitet. Es ist viel mehr die Vorbereitung mit all ihren schönen Seiten  wie Gestalten, Drucken und Verschicken der Einladung, Auswahl von Redner(n) und Veranstaltungsort … und ihre nicht ganz so schönen Seiten. damit wären wir bei der Adressqualifizierung 😉

Neben der Unterstützung der  Kollegen habe ich auch eigene Aufgaben bekommen. Ich bin jetzt so was wie die Rezeptionistin oder Manager of Registration Affairs. Oh, auf Englisch klingt das wirklich toll! Ich kümmere mich um die Anmeldungen. Nicht umsonst heißt es bei Stellenbewerbungen meist „Gute Anwenderkenntnisse in MS Office“. Excel ist geradezu immer noch der Standard für alle Verwaltungsaufgaben. Geradezu unkaputtbar. Aber stellt Euch darauf ein, dass Ihr in Tabellenform träumt.  😉

Ansonsten helfe ich bei den To-Do-Listen, telefoniere und bespreche mich mit dem Rest vom Team um die weiteren Vorgehensweisen und Entwicklungen zu besprechen. Wir sammeln Ideen und arbeiten gemeinsam Ideen aus. Vor allem das Telefonieren  bereitete mir am Anfang ziemliche Schwierigkeiten. Einen Tisch zu reservieren, funktioniert ja noch, einen Catering-Service zu bestellen geht gerade noch. Aber mit den Rednern telefonieren? „Kann ich da nicht lieber eine E-Mail schreiben?“ Frage ich mich da des Öfteren, aber  meistens zwinge ich mich dann doch, den Hörer in die Hand zu nehmen oder eher das Handy – für ein eigenes Telefon fehlt nämlich der Anschluss. 😉

Unser größter Supporter und fleißiger Helfer - Life

Unser größter Supporter und fleißiger Helfer – Life

Abschließen möchte ich aber mit dem Hinweis, dass auch wenn es so schön und toll klingt (was es auch meistens ist), es auch Zeiten gibt, in denen keine Veranstaltungen geplant werden müssen. Dann erwarten einen, wie in jeder Abteilung auch, Aufgaben die nicht so spannend sind oder nicht so viel Spaß machen. Also nicht wundern, wenn es mal nicht so viel Spaß macht. 😉


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Die Summer School in Chile – Ein Rückblick/Fazit/Abschluss

Alles nur ein Traum? …

Strahlender Sonnenschein. Ich erblicke das weite Meer. Um mich herum, Palmen und Strand, soweit das Auge reicht. Die Möwen krächzen und verschwinden ab und an im kalten Blau des Meeres. Das Wasser ist unruhig, die Wellen erreichen fast meinen Sonnenstuhl. Es wird immer wärmer. Meine Gedanken kreisen um einen kühlen Cocktail, während ich den nächsten Keks aus der Verpackung ziehe …

Meer

*RRRRRRRrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*

Mistwecker! Ich bin nicht mehr in Chile. Schade aber auch … 😀

Seit heute morgen sitze ich wie gewohnt an meinem Schreibtisch. Den Bildschirm vor mir, das Wasser neben mir und Martin gegenüber. Normalerweise würde man ja nun davon ausgehen, dass es ein ungewohntes Gefühl sein muss, wieder im Büro zu sitzen – nach drei Wochen in einem anderen Land, mit anderen Leuten, fremder Kultur usw. Aber das ist es gar nicht. Es fühlt sich normal an. Fast als hätte ich die letzten drei Wochen nur geträumt … Ich sehe die engen Gassen in Valparaiso, die Straße, in der jedes Haus eine andere Farbe hat …

Oh nein, nicht schon wieder abschweifen. Natürlich habe ich Chile nicht geträumt.

Mein Schnellfazit: Es war der Hammer! Mein etwas längeres Fazit …, das kommt nun:

Wie aus der Verkettung mehrerer Umstände …

Ich weiß noch, wie ich mich vor nun mittlerweile sieben Wochen dazu entschied, in die Summer School nach Chile zu gehen. Eine Woche später schrieb ich ja meinen Blogbeitrag darüber und hatte weder große Erwartungen noch einen genauen Plan darüber, was mich dort erwartet. Die Aufregung kam aber dann doch ziemlich schnell und die Freude inklusive.

… ein wahnsinniges Erlebnis werden konnte

Im Nachhinein bin ich ziemlich froh über die Entwicklung und über die Zeit. Ein war ein tolles Erlebnis und wir konnten eine super Zeit genießen. Das lag natürlich nicht nur an der super Organisation und Kooperation der DHBW Mosbach Campus Heilbronn (im speziellen Maria Swiebocki López-Kisling) und der Universidad de Chile (dort besonders Stephanie Dazin und Eric Spencer), sondern auch an dem Land selber; den freundlichen und offenen Menschen, den Chilenen, die wir näher kennenlernen durften und an der Truppe, mit denen ich die 21 Tage genießen durfte.

Ob es sich gelohnt hat? Die Pro-Argumente:

Empfehlen würde ich eine Summer School oder auch ein Auslandsaufenthalt auf jeden Fall. Man lernt neue Menschen kennen, macht viele Erfahrungen und wächst auch mal über sich hinaus, wenn es darum geht, Sachen selbst zu organisieren.  Wie z.B. sich alleine in einer fremden Sprache in einer Umgebung zurechtzufinden, mitten im Nirwana eine Bushaltestelle zu suchen und dann noch den richtigen Bus zu erwischen, oder auch mit Hilfe von LEO, Händen und Füßen sich mit Einheimischen zu unterhalten oder gar Essen bestellen. Es war eine wirklich komische Situation, als wir in einem Restaurant saßen und nun ja, die spanische Speisekarte vor uns hatten und kaum – bzw. nichts verstanden haben. Als dann der Kellner kam und wir ihn fragen wollten, zückte er sein Handy und übersetzte uns jedes Wort, das wir nicht verstanden. Angefangen bei Pilzen und Schinken, bis hin Orangen- und Ananassaft. Eine andere ulkige Situation war die Fahrt in einem überfüllten chilenischen Bus (ein etwas älteres Modell, die bestimmt kaum durch den deutschen TÜV gekommen wäre) durch die verlassene Gegend. Vorbei an der idyllischen Landschaft mit der spanischen Version von verschiedenen klassischen englischen Liedern von z.B. Eric Clapton. Toll ist es auch, neue und fremde Städte zu erkunden und sich nach nur wenigen Wochen, fast Zuhause zu fühlen. Es sind auf jeden Fall bleibende Erfahrungen, die man aus solchen Auslandsaufenthalten mitnimmt.

Natürlich haben wir viel gelernt, nicht nur über das Land und die Leute, sondern auch in den Vorlesungen. Gut, wir hatten ja leider nur auf uns zugeschnittene Themen, die meist allgemeiner gefasst waren (s. Blogbeitrag). Noch besser wäre es natürlich gewesen, hätten wir auch mal mit chilenischen Studenten zusammen in einem Vorlesungssaal gesessen. Das wäre doch ein Punkt für unsere Evaluation. 😉

Aber man nimmt auch viel für sich selber mit. Bestenfalls lernt man eine neue Sprache, knüpft Kontakte und lernt, wer es bis dahin noch nicht konnte, selbstständig zu werden. Ja, wir hatten auch einen Teilnehmer dabei, der sich schon nach wenigen Tage auf Zuhause freute. Das Heimweh lässt grüßen … Gerade bei einem längeren Auslandsemester sollte man sich davor gut überlegen, ob es etwas für einen ist. Denn es gibt immer ein Pro und ein Contra

Contra?

Natürlich gibt es auch – wie sonst überall – Gegenargumente. Angefangen z.B. beim Geld. Dadurch, dass ich meinen Flug erst so spät gebucht habe, dass das chilenische Preisniveau etwa auf europäischen Level liegt und dass ich einiges mitgemacht habe (Skifahren, Rafting, Städtetouren und oft Essen gehen) wurden die letzten drei Wochen alles andere als billig. Aber man hat noch etwas verloren. Die Zeit. Durch die Vorlesungen und Unternehmensbesuche waren wir sehr eingespannt und hatten kaum Zeit für uns. Und wer annimmt, wir hätten ganz Chile erkundigt, wie versichert: Es hat nur für Santiago und Valparaíso gereicht. Klassischer Urlaub war es somit nicht, auf wenn die Meisten ihn dafür aufwenden mussten. Noch im Anschluss ein paar Wochen, um herumzureisen – das wäre noch super gewesen.
Aber auch Zeit für andere Dinge, die ich in Deutschland hätte machen können. Zum Beispiel habe ich einen Geburtstag verpasst und unser überaus herausragendes Dorffest. Aber die kommen nächstes Jahr wieder. Chile aber vermutlich leider erstmal nicht wieder. Wobei, vllt irgendwann wieder, nachdem ich Peru und Brasilien gesehen habe. Das Lateinamerika-„Fieber“ hat mich gepackt.;)

Und der Gewinner?

Wie ihr vielleicht merkt, ähnelt meine Aufzählung gerade einer betriebswirtschaftlich sehr beliebten „Kosten-Nutzen-Analyse“. Es gilt den Gewinn (Pro), egal ob sub- oder objektiv dem Preis (Contra) gegenüberzustellen, um eine Entscheidung zu fällen. In Unternehmen wird eine solche Analyse sehr oft verwendet. Vor allem wenn es um neue Produkte, Maßnahmen und Projekte geht. Gut, meine Entscheidung ist ja schon vor wenigen Wochen gefallen, aber natürlich kann man so etwas auch im Nachhinein machen, um zu sehen, ob die Entscheidung richtig war.

Und bei mir war sie es. Definitiv. Vor allem im Nachhinein überwiegen die Pro-Argumente. Sie haben definitiv gewonnen. Erfahrungen sind viel mehr wert als Geld und Zeit? Die habe ich eher sinnvoll verwendet, als verschwendet.

Falls ihr mal vor der Entscheidung steht, ins Ausland zu gehen, könnt ihr ja auch eine etwas ausführlichere Für- und Widerliste erstellen. Falls ihr Hilfe benötigt, ich habe ja nun Erfahrung. 😉


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Zwischen River-Rafting, Städtetouren und Snowboarden – die zweite und dritte Woche Chile

Ich melde mich mal wieder aus meiner Summer School in Santiago zurück. Unsere letzte Woche ist angebrochen und das bedeutet auch wieder beinahe Abschied nehmen. Aber bis es soweit ist, werden wir noch viel erleben.

Weil ich aber die Zukunft nicht voraussagen kann, habe ich mich dazu entschieden mit der Vergangenheit zu beginnen. Dieser Blogbeitrag soll einen kleinen Überblick geben über unsere Erfahrungen hier in Chile.

Zum einen erst einmal ein Überblick über das Leben als Deutsche hier in Chile:

Das Leben hier in Chile ist kaum anders als in anderen Städten. Zu Rush-Hour Zeiten sind die Straßen voll und auch abends hetzen viele Menschen durch die Straßen. Teilweise sogar extremer als in der Münchner Innenstadt. Ich dachte ursprünglich, in der Masse würde ich nicht auffallen, aber … Fehlannahme. Als Ausländer/in mit hellen Haaren und nicht braunen Augen erwecke ich schon überraschend oft das Aufsehen der Umherlaufenden. So kann es schon mal passieren, dass ich mitten in der Stadt plötzlich angesprochen oder in der Metro unentwegt angeschaut werde.

Aber auch die Freundlichkeit ist auffällig. Die Chilenen/innen sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Unsere Language-Partners der Universität zum Beispiel luden uns schon mehrfach zu verschiedenen Events ein. So kam es zu einer ganzen Menge gemeinsamer Unternehmungen außerhalb der Vorlesungszeiten. Language-Partner sind Studenten der Universität, die Englisch sprechen und uns in Santiago herumführen. Aber auch auf eigene Faust machen wir chilenische Begenungen: Ich war mit einer Mitstudentin unterwegs – und wir falteten zur Orientierung unseren Stadtplan auseinander. Prompt stand die erste Chilenin uns hilfreich zur Seite. In einem Kuddelmudel aus Spanisch, Englisch, Deutsch und Handfüßisch tauschten wir uns aus. Aber das Resultat konnte sich sehen lassen. Wir wussten, wo wie waren und bekamen die Empfehlung, die Metro zu nutzen. Wir sind dann allerdings trotzdem gelaufen –schließlich wollten wir ja was sehen. Und passiert ist auch nichts. Nicht umsonst ist Chile das sicherste Land Südamerikas.

Einer unserer chilenischen Dozenten erklärte uns das Phänomen folgendermaßen: „In Paris gehören Ausländer zu Alltag, in Chile sind sie eine Attraktion. Und dementsprechend interessant“.  Aber ein bisschen komisch fühle ich mich schon, wenn ich alleine in der Metro fahre und „You have beautiful hair“ oder „You have beautiful eyes“ zu hören bekomme. Aber für die drei Wochen höre ich mir das mal gerne an. 😉 Was die Chilenen aber sonst noch sagen – das weiß ich leider nicht. Die Meisten können ja kein Englisch und Spanisch – das verstehe ich leider noch immer nicht … 😉

In Chile wird mehr geduzt als in Deutschland. Manchmal auch zwischen Dozenten und Studenten. Es scheint, als wäre es hier doch etwas lockerer. Zum Abschied und zur Begrüßung gibt es Küsschen. Aber Achtung: nur einen! Nicht wie in Frankreich oder Spanien zwei auf jede Seite. Das brachte Nelly, unsere Begleitperson unserer Hochschule, durcheinander, da sie als Spanierin zwei gewohnt war. 😉

So, jetzt genug von der Straße. Hier kommen noch ein paar Impressionen aus unserem Summer School Programm.

Vorlesungen

Erich Spencer Ruff ist Professor und Direktor für Internationale Angelegenheiten an der Wirtschaftsfakultät der Universidad de Chile. Ein sehr witziger Herr. Bei ihm hatten wir die erste Vorlesung. Sein Thema: „How to do business in Chile“. Worüber er sprach? Über alles. Seine lockere, sympathische Art machte uns die Eingewöhnung an die neue Umgebung sehr leicht. Er nahm uns mit auf einen Streifzug durch Chile. Begann bei Orten, die wir auf jeden Fall besuchen sollten, gab eine Einführung in die chilenische Wirtschaft, Gesellschaft und das Bildungssystem. Und er beendete seinen Vortrag mit hilfreichen Tipps, wie wir uns in der Metro verhalten sollten. Wie und wo man die Handtasche hinlegt oder besser nicht. Auf dem Boden eines Restaurants beispielsweise ist No Go. Taschendiebe sind hier leider sehr häufig. Wir haben die Warnung von Erich sehr ernst genommen und verfügen noch über unser komplettes Handtaschen-Arsenal . 😉

Unternehmensbesuche

Den meiner Meinung nach coolsten Unternehmensausflug hatten wir gestern, am Dienstag den 10.7. Dort besichtigten wir die DHL hier in Chile. Nach einer kurzen Einführung über die Aufgabenbereiche der DHL, einer kurzen Unternehmenspräsentation und einer Diskussionsrunde ging es dann in den Flughafen. Wir betraten den Flughafen durch den Hintereingang und sahen einmal hinter die Kulissen der Logistik. Wir sahen die Lagerhallen des Importgeschäftes hier in Chile. Wir lernten den Prozess kennen, wie die Waren, die mit dem Flugzeug ankommen, aufgenommen wurden und was alles passiert, bis diese dann tatsächlich im Laden landen. Ein ganz schön langwieriger Prozess. Der einzige Moment, in dem ich mich ein bisschen unwohl gefühlt habe, war der, als wir bei den giftigen Waren ankamen und wir neben radioaktivem Material standen. Anscheinend soll das ja ganz gut verpackt sein …, na ob das wohl so stimmt? Auf jeden Fall wurde keinem plötzlich schlecht und wir fanden uns auch wenig später zwischen Paketen von Phillips und Samsung wieder. Schade, dass wir nichts mitnehmen durften …, es hätte bestimmt jeder etwas gefunden. 😉 Aber auch bei SODIMAC (einem Baucenter, ähnlich dem deutschen OBI) gefiel es mir sehr gut. Was bei uns besonders gut ankommt, ist ein interessanter Vortrag, der nicht mit zu vielen Informationen und Zahlen bestückt ist und vor allem eine Führung durch das Gebäude. Aber den Flughafen – den wird wahrscheinlich keiner toppen können. 😉

Auf dem Flughafen mit DHL

Auf dem Flughafen mit DHL

Freizeit

Unsere Freizeit ist etwa vergleichbar mit der in Deutschland. Durch die Vorlesungen und Unternehmensbesuche haben wir meist erst abends und am Wochenende Zeit. Die nutzen wir dafür natürlich umso mehr. Beispielsweise für Museums- und Mallbesuche, Essen gehen, die Erkundung der Umgebung und vieles mehr. Entsprechend verplant sind unsere Wochenenden. „Wenn Du schon da bist, nimm alles mit“,  bekam ich vor der Abreise den Tipp aus meinem Bekanntenkreis.  Jeder Tag hält neue, wunderbare Impressionen bereit, eine Entscheidung über die beste kann ich da nicht fällen: Valparaiso und Vino del Mar (zwei wunderschöne Städte am Meer), Snowboarden in den Anden, River Rafting im Maipo River … Erlebnisse, die ich bestimmt nie vergessen werde. Und ganz ehrlich: Alles war der Hammer! Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, in Valparaiso herumzulaufen, bei strahlendem Sonnenschein das Meer in Vino del Mar zu genießen. Bei doch sehr stürmischen Wetter zu snowboarden oder auch nur eine heiße Schokolade in der Pause zu trinken. Oder beim Rafting alles zu geben und nicht ins Wasser zu fallen. 😉

Hier machen wir für heute erstmal Schluss. Bis nächste Woche 😉