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Zwischen River-Rafting, Städtetouren und Snowboarden – die zweite und dritte Woche Chile

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Ich melde mich mal wieder aus meiner Summer School in Santiago zurück. Unsere letzte Woche ist angebrochen und das bedeutet auch wieder beinahe Abschied nehmen. Aber bis es soweit ist, werden wir noch viel erleben.

Weil ich aber die Zukunft nicht voraussagen kann, habe ich mich dazu entschieden mit der Vergangenheit zu beginnen. Dieser Blogbeitrag soll einen kleinen Überblick geben über unsere Erfahrungen hier in Chile.

Zum einen erst einmal ein Überblick über das Leben als Deutsche hier in Chile:

Das Leben hier in Chile ist kaum anders als in anderen Städten. Zu Rush-Hour Zeiten sind die Straßen voll und auch abends hetzen viele Menschen durch die Straßen. Teilweise sogar extremer als in der Münchner Innenstadt. Ich dachte ursprünglich, in der Masse würde ich nicht auffallen, aber … Fehlannahme. Als Ausländer/in mit hellen Haaren und nicht braunen Augen erwecke ich schon überraschend oft das Aufsehen der Umherlaufenden. So kann es schon mal passieren, dass ich mitten in der Stadt plötzlich angesprochen oder in der Metro unentwegt angeschaut werde.

Aber auch die Freundlichkeit ist auffällig. Die Chilenen/innen sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Unsere Language-Partners der Universität zum Beispiel luden uns schon mehrfach zu verschiedenen Events ein. So kam es zu einer ganzen Menge gemeinsamer Unternehmungen außerhalb der Vorlesungszeiten. Language-Partner sind Studenten der Universität, die Englisch sprechen und uns in Santiago herumführen. Aber auch auf eigene Faust machen wir chilenische Begenungen: Ich war mit einer Mitstudentin unterwegs – und wir falteten zur Orientierung unseren Stadtplan auseinander. Prompt stand die erste Chilenin uns hilfreich zur Seite. In einem Kuddelmudel aus Spanisch, Englisch, Deutsch und Handfüßisch tauschten wir uns aus. Aber das Resultat konnte sich sehen lassen. Wir wussten, wo wie waren und bekamen die Empfehlung, die Metro zu nutzen. Wir sind dann allerdings trotzdem gelaufen –schließlich wollten wir ja was sehen. Und passiert ist auch nichts. Nicht umsonst ist Chile das sicherste Land Südamerikas.

Einer unserer chilenischen Dozenten erklärte uns das Phänomen folgendermaßen: „In Paris gehören Ausländer zu Alltag, in Chile sind sie eine Attraktion. Und dementsprechend interessant“.  Aber ein bisschen komisch fühle ich mich schon, wenn ich alleine in der Metro fahre und „You have beautiful hair“ oder „You have beautiful eyes“ zu hören bekomme. Aber für die drei Wochen höre ich mir das mal gerne an. 😉 Was die Chilenen aber sonst noch sagen – das weiß ich leider nicht. Die Meisten können ja kein Englisch und Spanisch – das verstehe ich leider noch immer nicht … 😉

In Chile wird mehr geduzt als in Deutschland. Manchmal auch zwischen Dozenten und Studenten. Es scheint, als wäre es hier doch etwas lockerer. Zum Abschied und zur Begrüßung gibt es Küsschen. Aber Achtung: nur einen! Nicht wie in Frankreich oder Spanien zwei auf jede Seite. Das brachte Nelly, unsere Begleitperson unserer Hochschule, durcheinander, da sie als Spanierin zwei gewohnt war. 😉

So, jetzt genug von der Straße. Hier kommen noch ein paar Impressionen aus unserem Summer School Programm.

Vorlesungen

Erich Spencer Ruff ist Professor und Direktor für Internationale Angelegenheiten an der Wirtschaftsfakultät der Universidad de Chile. Ein sehr witziger Herr. Bei ihm hatten wir die erste Vorlesung. Sein Thema: „How to do business in Chile“. Worüber er sprach? Über alles. Seine lockere, sympathische Art machte uns die Eingewöhnung an die neue Umgebung sehr leicht. Er nahm uns mit auf einen Streifzug durch Chile. Begann bei Orten, die wir auf jeden Fall besuchen sollten, gab eine Einführung in die chilenische Wirtschaft, Gesellschaft und das Bildungssystem. Und er beendete seinen Vortrag mit hilfreichen Tipps, wie wir uns in der Metro verhalten sollten. Wie und wo man die Handtasche hinlegt oder besser nicht. Auf dem Boden eines Restaurants beispielsweise ist No Go. Taschendiebe sind hier leider sehr häufig. Wir haben die Warnung von Erich sehr ernst genommen und verfügen noch über unser komplettes Handtaschen-Arsenal . 😉

Unternehmensbesuche

Den meiner Meinung nach coolsten Unternehmensausflug hatten wir gestern, am Dienstag den 10.7. Dort besichtigten wir die DHL hier in Chile. Nach einer kurzen Einführung über die Aufgabenbereiche der DHL, einer kurzen Unternehmenspräsentation und einer Diskussionsrunde ging es dann in den Flughafen. Wir betraten den Flughafen durch den Hintereingang und sahen einmal hinter die Kulissen der Logistik. Wir sahen die Lagerhallen des Importgeschäftes hier in Chile. Wir lernten den Prozess kennen, wie die Waren, die mit dem Flugzeug ankommen, aufgenommen wurden und was alles passiert, bis diese dann tatsächlich im Laden landen. Ein ganz schön langwieriger Prozess. Der einzige Moment, in dem ich mich ein bisschen unwohl gefühlt habe, war der, als wir bei den giftigen Waren ankamen und wir neben radioaktivem Material standen. Anscheinend soll das ja ganz gut verpackt sein …, na ob das wohl so stimmt? Auf jeden Fall wurde keinem plötzlich schlecht und wir fanden uns auch wenig später zwischen Paketen von Phillips und Samsung wieder. Schade, dass wir nichts mitnehmen durften …, es hätte bestimmt jeder etwas gefunden. 😉 Aber auch bei SODIMAC (einem Baucenter, ähnlich dem deutschen OBI) gefiel es mir sehr gut. Was bei uns besonders gut ankommt, ist ein interessanter Vortrag, der nicht mit zu vielen Informationen und Zahlen bestückt ist und vor allem eine Führung durch das Gebäude. Aber den Flughafen – den wird wahrscheinlich keiner toppen können. 😉

Auf dem Flughafen mit DHL

Auf dem Flughafen mit DHL

Freizeit

Unsere Freizeit ist etwa vergleichbar mit der in Deutschland. Durch die Vorlesungen und Unternehmensbesuche haben wir meist erst abends und am Wochenende Zeit. Die nutzen wir dafür natürlich umso mehr. Beispielsweise für Museums- und Mallbesuche, Essen gehen, die Erkundung der Umgebung und vieles mehr. Entsprechend verplant sind unsere Wochenenden. „Wenn Du schon da bist, nimm alles mit“,  bekam ich vor der Abreise den Tipp aus meinem Bekanntenkreis.  Jeder Tag hält neue, wunderbare Impressionen bereit, eine Entscheidung über die beste kann ich da nicht fällen: Valparaiso und Vino del Mar (zwei wunderschöne Städte am Meer), Snowboarden in den Anden, River Rafting im Maipo River … Erlebnisse, die ich bestimmt nie vergessen werde. Und ganz ehrlich: Alles war der Hammer! Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, in Valparaiso herumzulaufen, bei strahlendem Sonnenschein das Meer in Vino del Mar zu genießen. Bei doch sehr stürmischen Wetter zu snowboarden oder auch nur eine heiße Schokolade in der Pause zu trinken. Oder beim Rafting alles zu geben und nicht ins Wasser zu fallen. 😉

Hier machen wir für heute erstmal Schluss. Bis nächste Woche 😉

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Autor: Kerstin

Mein Name ist Kerstin Höhn und ich bin 21 Jahre alt. In meiner Freizeit bin ich gern sportlich unterwegs und treffe mich gern mit meinen Freunden. Beruflich habe ich ein duales Studium abgeschlossen und berichte darüber in dem Blog.

3 Kommentare zu “Zwischen River-Rafting, Städtetouren und Snowboarden – die zweite und dritte Woche Chile

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