Azubis und duale Studenten bloggen


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Meine unerwartete Reise nach Chile

Wenn sich eine Tür schließt,
dann öffnet sich eine andere;
aber wir schauen meist so lange und
so bedauernd auf die geschlossene Tür,
dass wir die, die sich für uns öffnet, nicht sehen
Alexander Graham Bell

Chile – das Land der „verrückten“ Geografie mit Wüsten, Fjorden, Gletschern, Küsten und Urwäldern. Ein Land, das etwa die Hälfte der Ostküste von Südamerika bildet. Ein Land, das etwa 25 Mal länger ist als breit (4300:180km).

Ein Land…, in das ich in wenigen Wochen reisen werde. *Ahhh* 🙂

Chile_01

Und damit herzlich willkommen auf meinem Weg nach Südamerika

Keine Sorge – der Blog wird jetzt nicht in einen Reiseblog umgewandelt. Es behält seinen eigentlichen Auftrag, über das Studentenleben und die Ausbildung zu berichten – denn mein Chile-Ausflug ist ein Teil davon.

Ich werde ab dem 24.06 die Universidad de Chile, eine der ältesten Universitäten Amerikas in Santiago (de Chile, nicht zu verwechseln mit dem nordamerikanischen Santiago ;)) besuchen. Der Trip wurde von unserer Hochschule organisiert und wird leider nur drei Wochen gehen. Beim dualen Studium geht halt alles ein bisschen schneller 😉

Natürlich bin ich nicht alleine unterwegs, sondern mit 24 anderen Mitstudenten aus Mosbach, Bad Mergentheim und eben Heilbronn. Was uns erwartet, sind englischsprachige Vorlesungen zur Einführung in die chilenische Wirtschaft, Politik, Handel und vieles mehr; Besichtigungen chilenischer Unternehmen und Ausflüge in die Umgebung von Santiago. Natürlich bekommen wir auch Unterricht in chilenischem Spanisch. Aber dazu … muss ich erst einmal Spanisch lernen. 😉 Spezielle Angebote wie Skifahren oder ans Meer fahren gibt es dann auch noch. Entschieden, was ich alles machen werde, habe ich mich noch nicht. Was meint Ihr, soll ich in Chile Ski fahren gehen? Für Expertentipps bin ich immer dankbar.

Das alles klingt ziemlich aufregend, oder? Ich werde schon ganz nervös, wenn ich mich damit beschäftige (wie z.B. gerade beim Blogschreiben oder beim Reiseführer durchforsten).

Die unerwartete Reise – wie es dazu kam

Habt ihr euch schon einmal innerhalb 23 Stunden entschieden, in einen Urlaub zu gehen? Last Minute sozusagen? Wohl eher nicht, oder? Das ist auch eher ungewöhnlich, aber genau so war es bei mir.

Eine Summer School zu besuchen, war schon immer ein Ziel von mir. Klassische Auslandssemester, wie bei einem normalen Studium gibt es hier ja nicht. Wir haben dafür aber andere Möglichkeiten. Unsere Auslandssemester dauern zwischen drei und fünf Monaten. Dafür fehlt man aber einige Zeit sowohl an der Hochschule als auch im Betrieb. Und dann gibt es eben noch die Summer Schools. Diese gehen zwischen meist nur drei oder vier Wochen. Und genau so eine wollte ich auch im vierten Semester machen.

England ich komme … nicht.

Auf der Webseite unserer Hochschule waren verschiedene Angebote. Unter anderem Reisen nach England, China, Russland, Frankreich und Chile. Meine Wahl fiel auf England. Aber dann musste ich meinen eigentlichen Plan, an die Staffordshire University in Großbritannien zu gehen, leider begraben: Die Uni wird gerade umgebaut – just dann, wenn ich kommen will! Eine Intrige? 😉

Was nun?

Aber nur weil etwas auf Anhieb nicht klappt, heißt das noch lange nicht, dass man alle Hoffnungen aufgeben sollte. Man muss nur etwas über den Tellerrand schauen oder sich nochmal selbst testen, was man denn WIRKLICH möchte. Ich wollte eigentlich in ein englischsprachiges Land. Stopp! Wollte ich das WIRKLICH? Ja, ich wollte, aber …

… nein, ich wollte zu einer englischsprachigen Summer School und ich wollte ein fremdes Land kennenlernen. Warum denn nicht was anderes außer England?

¡Hola, Chile! – Ein Angebot, das ich nicht ablehnen kann

Weil ich mich so auf England fixiert hatte, hatte ich den Anmeldeschluss für Chile, meine zweite Wahl, natürlich verpasst. Im Internet stieß ich dann auf weitere interessante Summer Schools, aber meine Entscheidung fiel mit einer E-Mail einer Kommilitonin. Sina wusste, dass ich, genau wie sie an einer Summer School interessiert war. Sie selber fliegt nach Chile und erhielt am 13.05 eine E-Mail von unserer Hochschule, dass spontan ein Platz frei geworden war. Genau diese E-Mail schickte sie mir weiter und ich – nun ja – schickte am nächsten Tag die Anmeldung um 9.00 Uhr an meine Hochschule. Erst per E-Mail und dann per Post. Und war die Erste. Ganz nach dem Prinzip „first come first serve“ erhielt ich nachmittags die Bestätigungs-E-Mail. Das nennt man Windhundprinzip 😉

Ich bin dabei!

Und bereuen – tu ich es nicht. Im Nachhinein bin ich echt froh, wie alles abgelaufen ist. Während des ganzen Prozesses (in den Monaten zuvor) hatte ich, eine Vorrausetzung für die Summer Schools, natürlich mit meinem Unternehmen gesprochen. Und hatte das Okay dafür. Und genau das war es auch, das mir meine 23-Stunden-Anmeldung überhaupt möglich machte. Also: Falls Ihr auch so etwas plant, kümmert euch früh genug darum. Ihr wisst nie, wie schnell ihr später sein müsst.

Nach England  – das kann ich ja später immer noch. Von Stuttgart aus ist man heute mit dem Flieger zu bezahlbaren Preisen in einer guten Stunde da.

 

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Duales Studium – Anspruch und Wirklichkeit

Auf dem Weg durchs Web. Neulich. Ich. Und was fällt mich da für eine Überschrift an? „Duales Studium – Neu bei XY*“. Und dann auch noch das: Ein duales Studium an der DHBW Mosbach Campus Heilbronn mit der Studienrichtung BWL – Dienstleistungsmanagement. Also genau dieses Studium, das ich ebenfalls absolviere. Natürlich wäre es ein Irrglauben zu vermuten, dass die BERA als einzige duale Studenten ausbildet. Immerhin ist unser Kurs 20 Personen stark – und die sind natürlich nicht nur von der BERA.

Was mich aber entzückt, ist die Möglichkeit, den Sinn einer solchen Ausschreibung beurteilen zu können. Dadurch, dass ich sie ja bereits absolviere, habe ich einen, so möchte ich doch behaupten, guten Einblick in die Forderungen und Leistungen der Hochschule. Über den Praxisteil kann ich natürlich nicht aus meiner Perspektive berichten, der ist ja bei jedem Studenten und Unternehmen unterschiedlich.

Nun also zur Stellenausschreibung. Angetan hat es mir vor allem der Teil mit den Anforderungen:

Was Sie mitbringen sollten:

Anforderungen sind bei Stellenanzeigen so was wie Stammspieler – die sind gesetzt. Klar, sie geben den Bewerbern Informationen darüber, was sie schon gemacht haben sollten, welche Kompetenzen sie beherrschen sollten und was für die Stelle verlangt wird. Mithilfe von den Angaben können Bewerber selber entscheiden, ob ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse zu der ausgeschriebenen Stelle passt. Ein Metzger ist halt kein Friseur und ein Kaufmann kein Gärtner.

1.) Guter Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife. Ja, das sind so allgemeine Floskeln, die Euch überall erwarten werden. Natürlich wollen die Unternehmen Bewerber, die guten Noten in ihren Abschlüssen hatten und haben. Aber was ist denn überhaupt gut? Ist gut als die Note 2,0 gemeint? Oder alles besser als 3,0? Also, keine Angst vor solchen Aussagen, bewerbt Euch auch, wenn ihr meint, dass euer gut gut genug ist. Ein bisschen Selbstvertrauen gehört auch dazu 😉

Gute Noten sollen natürlich als Beweis für Ehrgeiz, Interesse und Kenntnisse dienen. Das kann tatsächlich so sein, muss es aber nicht. Wie ich aus meinen Studienerfahrungen gelernt habe, heißen gute Noten nicht unmittelbar auch Teamkompetenz, Eigeninitiative und Wissen. Und das sind meiner Meinung nach Werte, die mindestens gleichrangig sind. Auswendiglernen –  ist nicht alles.

Aber nicht nur die Frage nach dem „Gut“ wird hier geklärt, sondern auch die Frage: „Was ist denn mit einem Fachabitur?“. Natürlich kann man auch an der DH studieren, wenn man ein Fachabitur nachweisen kann. Egal ob das ganzjährige Fachabitur oder das zweijährige nach der Ausbildung; wenn die Inhalte stimmen, reicht das. Man muss lediglich einen Studierfähigkeitstest zu Beginn des Studiums überstehen und sitzt anschließend im Kursraum mit allen Anderen und spätestens ab da spielt das Abitur keine Rolle mehr.

Warum der Anbieter wohl nur die allgemeine Hochschulreife will? Oder haben sie sich einfach nicht gründlich genug informiert?

2.) Gute mathematische Kenntnisse und Freude an Mathematik

Dieser Satz veranlasste mich überhaupt diesen Beitrag zu schreiben: „ Gute mathematische Kenntnisse und Freude an Mathematik“. Ha, ha. Nun ja, natürlich begegnen einem während des Studiums zwei Fächer Mathematik. Zum einen, wie ich ja bereits berichtet hatte, Wirtschaftsmathematik und zum anderen: Statistik. Aber gute mathematische Kenntnisse und Freude an Mathematik. Mh., das würde ich so jetzt nicht unterschreiben. Es ist natürlich von Vorteil, wenn die Dozenten mal wieder mit Formeln um sich schmeißen, aber es sind Fächer, wie alle anderen auch. Oder steht hier irgendetwas von „guten buchhalterischen Kenntnissen?“ Die hätte ich zumindest gebraucht. Aber, hey! Lasst euch von so etwas nicht abschrecken. In unserem Kurs haben es alle geschafft – auch mit schwächeren mathematischen Kenntnissen und schon gar keiner Freude – aber ob die wohl überhaupt jemand hatte? 😉 Hierzu noch ein O-Ton einer Kommilitionin: „Deswegen studiere ich ja BWL und nicht Mathe!“

Mathematik

Das waren noch Zeiten, als Mathematik noch so aussah… 😉

Bild: Pixelio.de; birgitta hohenester

3.) Interesse an wirtschaftlichen und kaufmännischen Abläufen

Gut, dieser Aussage stimme ich zu. Wer würde denn auch ohne wirtschaftliche und kaufmännische Interessen BWL studieren? Welche Abläufe dabei aber gemeint sind, ob es der Ablauf einer Rechnungsbuchung, eines Bewerbungsgespräches oder die Bedienung eines Druckers ist, sei mal dahin gestellt. 😉

4.) Hohe Leistungs- und Lernbereitschaft

Ja, es ist halt immer noch eine Ausbildung und ein Studium in einem. Aus meiner knapp 2-jährigen Erfahrung kann ich sagen, dass man sowohl in der Theorie-, als auch in der Praxisphase einiges leisten muss. Volle Stundenpläne und ganze Arbeitstage lassen auf etwas mehr Stress als ein Schülerleben schließen. Dessen sollte man sich schon vor der Bewerbung bewusst werden. Es wird viel gefordert, aber auch viel geboten. Und mal ehrlich – wenn wir als zukünftige Fach- und Führungskräfte unsere Positionen einnehmen, wird’s bestimmt nicht weniger stressig. 😉

5.) Teamfähigkeit  – Selbständigkeit – Bereitschaft zum Querdenken

Diese kleine Auswahl an sozialen und persönlichen Kompetenzen und den kognitiven Fähigkeiten (Querdenken) sind schwer messbar und noch schwerer in einem Bewerbungsgespräch abzuprüfen. Teamfähig ist der, der in einem Verein spielt – so die allgemeine Meinung. Aber es gibt auch Personen, die zwar in einem Team spielen, aber lieber alleine arbeiten. (Habe ich ebenfalls im Studium schon kennengelernt.) Wie will man dann solches prüfen? Ob jemand selbstständig ist oder quer denken kann, ist nicht durch Noten oder ähnliches nachweisbar. Hat aber jemand eine Europareise oder ähnliches geplant spricht das für ihn, aber wer hat dies schon während der Schulzeit erlebt? Die einzige Möglichkeit für solche Kriterien bieten fast nur Assessment Center. Assessment-Center als eine Methode der Bewerberauswahl. Es werden viele Bewerber eingeladen, die oft gemeinsam, manchmal aber auch getrennt von einander verschiedene Aufgaben lösen müssen. Durch die kann man z.B. auch herausfinden, inwieweit die sozialen Kompetenzen ausgeprägt sind. Arbeiten sie alle zusammen, oder hebt sich einer hervor? Vermutlich alle, die im Berufsleben stehen, haben solch eine Erfahrung bereits hinter sich. Für alle, die so etwas erwartet.., viel Erfolg und bereitet euch gut vor. Auf Amazon gibt es dazu etwa 6.688 Bücher – das wird für den Anfang wohl reichen. 😉

Ich selber habe noch keines gemacht, daher kann ich euch leider keine hilfreichen Tipps geben. Aber Ihr vielleicht für mich und für alle anderen Leser?

7.) Wunsch nach zukünftiger Führungsposition

Unsere Dozenten reden von uns immer als zukünftige Fach- und Führungskräfte. Und zu solchen sollen wir auch ausgebildet werden. Keine Angst – ihr lernt ja bis dahin noch einiges.

8.) Gute EDV-Kenntnisse

Word, Excel und PowerPoint wird in heutigen Zeiten meist vorausgesetzt. Zum  Glück bieten die meisten Volkshochschulen oder Weiterbildungszentren Kurse an, die sich damit beschäftigen. Also, falls ihr euch noch unsicher fühlt. Nutzt die Chancen, es hilft bei der Bewerbung, aber auch euch.

9.) Mobilität (PKW erforderlich)

Das ist ein wenig mysteriös. Es ist das erste Mal, dass ich so etwas bei einer Stellenausschreibung für ein Studium sehe. Also ich habe zwar ein Auto, aber ich sehe nicht, dass ich das wirklich zum Arbeiten oder zum Studieren brauche. Ich meine, muss man da Pizzas ausfahren oder Taxidienste ableisten?

Das würde ich geflissentlich ignorieren (wenn ich einen Führerschein habe) und dann in einem möglichen Gespräch nach dem Hintergrund der Anforderung fragen. A propo fragen: Wenn ihr vieles, der Stellenanzeigen erfüllt, aber nicht alles, dann informiert euch einfach vorab bei den Unternehmen, wie wichtig jetzt der fehlende Punkt ist oder nicht. Meist wird mehr angegeben, als später tatsächlich erwartet wird. Viel Erfolg an alle, die sich noch für eine Stelle bewerben.

Und das Beste zum Schluss: Wenn Ihr Euch durchgearbeitet habt, erwartet Euch das:

Duales Studium_Stellenausschreibung

Hier gibt’s übrigens Tipps, die verraten, wann eine Stellenausschreibung nicht für einen ist: http://karrierebibel.de/nicht-mein-job-22-zeichen-die-gegen-eine-stelle-sprechen/

*Von der Redaktion umbenannt. 😉


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Tag der offenen Tür – Wir kamen, sahen und siegten

Voll geparkte Straßen, ein Haufen Leute rund um dem Campus und noch viel mehr darin. “Was ist denn hier los?“, könnte sich der ein oder andere Spaziergänger gefragt haben, als er am Samstag in Mosbach unterwegs war. Was hier los war? Na, der Tag der offenen Tür der DHBW Mosbach natürlich. 😉

Vor kurzem habe ich Euch ja schon über unsere Vorbereitungen für unser Projekt berichtet. Am Samstag war es dann so weit und es sollte sich zeigen, wie gut unsere Vorbereitungen waren …

Die liefen an sich echt gut, aber Moment.., wie war das nochmal gleich mit dem Messestand? Für diesen war eigentlich Tom zuständig und er bereitete auch alles sehr gründlich vor, bis es dann hieß: „Viel Erfolg beim Tag der offenen Tür! Ich bin dann mal im Urlaub…“ Natürlich war es nicht seine Absicht uns einfach so im Stich zu lassen, nein, sein Urlaub war schon des längeren geplant. Zudem war er auch unterwegs, sonst wäre er bestimmt gekommen um zu helfen ;).

Aber nun ja, für mich bedeutete es noch eine Aufgabe mehr. Weil ich die Einzige war, die in der Hauptverwaltung in Schwäbisch Hall saß.Und dort war der ganze Messestand untergebracht. Gefühlte 20 Listen mit Plänen, wann ich was, wie und wo abzuholen, mitzunehmen oder auch auszuladen hatte, entstanden somit in den nächsten paar Tagen. Aber bevor die Umsetzung erfolgte, musste ich noch einige praktische Sachen erledigen… Zum einen wäre da der Probeaufbau des Messestandes (wenn ihr irgendwann einen Stand aufbauen sollt, probt es am Besten ebenfalls vorher! Das spart nicht nur einiges an Zeit, sondern auch einiges an Nerven, wenn ihr dann am Einsatzort seid ;). Zum anderen das Fahren mit einem Automatik-Auto (unserem Poolauto). Ja, das mag sich ja leicht anhören, aber für jemanden, der noch nie damit gefahren ist, stellt es eine regelrechte Herausforderung dar, nicht immer nach der Kupplung zu suchen^^. Schlussendlich das Zusammensuchen der Give-Aways, Broschüren und Flyer und was sonst noch alles vor Ort sein sollte. Es war ziemlich stressig, vor allem, wenn nicht alles da war, wo es sein sollte. So hatten wir zum Beispiel eine große Kundenveranstaltung am Abend vor dem geplanten Aufbau und so hieß es für mich: morgens Abbau und nachmittags Aufbau.

Denn am Freitag ging für mich dann schon alles los: „Hatte ich auch wirklich alles dabei?“, „Martiiin.., hast du den Mülleimer gesehen? Der stand doch noch eben im Zimmer“, „Den Broschürenständer hast du eingepackt, oder?“ So ähnlich klang das dann alles kurz vor meinem Aufbruch. Die Stichworte auf der Liste, die mittlerweile ziemlich bunt geworden war, waren größtenteils durchgestrichen und so fuhr ich mit voll beladenem A6 los. Erst Richtung HN um Sergej, der mich beim Aufbau unterstützen sollte, abzuholen und dann weiter nach Mosbach.

Eins kann ich euch sagen: Schwäbisch Hall und Mosbach sind nicht gerade Nachbarorte, aber mit dem A6 verging die Fahrt wie im Fluge. 😉

Der Aufbau

Am Campus angekommen empfingen uns die Organisatoren: Danke für den Parkplatz, direkt vor dem Gebäude und das Transportwägelchen.

Der Aufbau ging dann auch ziemlich schnell von statten. Messewand und Tische in Position, Kartons verstaut – dem Heimweg stand nichts im Wege. Stand im zweiten Obergeschoss? Kein Problem – dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt.

„Wo ist Jacqueline?“

Und dann gings auch schon los.., hatten unsere Vorbereitungen geklappt? Hatten wir auch wirklich an alles gedacht? Zur Frühschicht waren Nina und Sergej eingeteilt und hatten einiges zu tun. Der Tag der offenen Tür begann zwar schon um 10 Uhr, und kurz vor 11 Uhr fielen die Interessenten ein wie die Heuschrecken. Und das ist aus meiner Sicht auch nachvollziehbar: Welcher Schüler steht an einem Samstag freiwillig vor 10 Uhr auf? 😉 Ich kam so gegen 12.30 Uhr am Campus an drängelte mich durch Eltern, Interessenten und ganz viele Studenten, die sich mit den Besuchern unterhielten.

Im zweiten Obergeschoss lief alles nach Plan: Messstand, Tischen, Broschüren,  Flyer, Kulis, Business-Knigge Heftchen und die aufgeschnittene Wassermelone – alles perfekt. In unseren Liegestühlen lagen regelmäßig erschöpfte Schüler und Studenten. Sergej ,Nina, Verena und Jacqueline waren bereits tief in Gesprächen. Ich rüstete mich mit einem BERA-Shirt aus und stürzte mich auf meine erste Beute.

Wir- voll in Aktion 😉

Noch vor einem Jahr konnte ich mir nicht vorstellen, mal selbst hinter so einem Stand zu stehen und über mein duales Studium zu erzählen, aber es machte echt Spaß. Ich wurde ausgefragt über die Firma, über die Hochschule, wie es mir so gefiel, was ich arbeite und, und, und. Ich hatte ja nicht mehr zu tun, als über meine eigenen Erfahrungen zu reden. Verena und Jacqueline waren mittlerweile auch zu uns gestoßen informierten am Stand oder verteilten Flyer auf dem Gelände. Als ich das erste Mal wieder auf die Uhr schaute, dachte ich nur: „Shit, wo ist Jacqueline?“ Nur noch 20 Minuten bis zum Vortrag und sie war unterwegs, um Flyer auszuteilen. In einer Blitzaktion verwandelten wir uns in Business-Ladies und rasten … zum Vortrag.

Hallo und <3-lich Willkommen zu unserem Vortrag „Duales Studium 2.0“

Jacqueline und ich beim Vortrag

Nachdem der Tag schon so gut gelaufen war, war ich mir sicher, dass auch der Vortrag ein Erfolg würde. Am Mittwoch war ich dafür extra noch nach Heilbronn gefahren. Wochenlang hatten wir versucht, den Vortrag per Mail und Telefon abzustimmen. Lasst euch eins gesagt sein: Das funktioniert nicht. Also probten wir, strichen und ergänzten, warfen alles wieder um …

Wir irrten über den Campus und fanden letzten Endes unseren Vortragsraum. Aber da waren doch sehr wenige Personen da. Waren wir richtig? Ein Blick auf das Türschild bejahte das. Enttäuschung.. Aber Grundregel für Vortragende: Egal wie viele Zuhörer – immer alles geben 😉

Es lief echt gut. Das Trainieren hatte sich gelohnt, wir harmonierten gut und halfen uns gegenseitig aus. Ich hatte zwar Karteikärtchen in der Hand, wunderte mich aber regelmäßig darüber, dass wir schon mindestens 2 Themen weiter waren als meine Kärtchen.

In unserem Vortrag erzählten wir all das, was wir gerne vor unserem Studium gewusst hätten: die gründe, die uns zum dualen Studium führten, die Suche nach einem Ausbildungsunternehmen, das Vorpraktikum, Eindrücke aus Theorie und Praxis und ein Vergleich der beiden Phasen. Zum Schluss gaben wir noch einige Tipps an die Zuhörer; beispielsweise was sie bei ihrer Suche nach Ausbildungsunternehmen und Hochschule bedenken und was sie bei der Entscheidung über ihren zukünftigen Lebensweg beachten sollten.

Das schönste Kompliment einer Zuhörerin: „Das war ja mal ein interessanter Vortrag, mit dem ich tatsächlich was anfangen kann“. Das machte uns natürlich stolz und wie es scheint war auch unsere Ausbildungsleiterin Jutta Terdenge zufrieden, die sich zwischendrin reingeschlichen hatte.

Warum hatten wir so wenig Zuhörer? Zum einen der Vortragsort weit ab vom Schuss, zum anderen die Uhrzeit – um 14:30 Uhr waren wir quasi die Rausschmeißer: Der ToT kam, äh … endete um 15:00 Uhr. Abbau.

Der Abbau oder das unendliche Warten am Aufzug

Auf dem Weg zurück zum Stand kamen uns ziemlich viele Personen entgegen, die Kisten trugen und rollten. Ein Stand jedoch stand wie ein Bollwerk inmitten des leeren Raums und Verena hielt Wacht. Nach einigen Minuten hatten wir den Stand wieder in die Knie oder besser in die schwarze Box gezwungen, mit der er auch schon eingetroffen war. 🙂

Mit einem Wägelchen ging es Richtung Aufzug. Und dann – warten. 120 Aussteller, drei Etagen, ein Aufzug. Aufzug ausgebucht – damit wurde das zweite Obergeschoss doch noch zu unserem Verhängnis. Nach gefühlten drei Stunden aber war das Auto eingeladen und wir konnten den Rest des Samstags genießen.

Es war eine sehr coole Erfahrung. Wir haben viel gelernt und sind auch ein wenig über uns hinausgewachsen. !. Es ist ziemlich einfach, ein Automatik-Auto zu fahren 2. Auch der größte Stand hat beim Abbau eine überschaubare Größe und 3. Gut vorbereitet macht so ein Vortrag richtig Spaß. Noch vor ein paar Wochen hatte ich mich ziemlich davor gefürchtet. „Was, wenn ich alles vergessen würde?“, „Was wäre, wenn ich etwas erzähle, das die Personen gar nicht interessiert?“ Schon während des Vortrags entspannte ich mich und merkte, dass ich mir gar nicht so viele Sorgen machen musste.

Unsere eigenen Erfahrungen waren genau das, was die Besucher hören wollten – keinen Geschichtsvortrag über das Unternehmen, keine Allerweltsinfos. Wir freuten uns wirklich sehr über das Lob von Jutta Terdenge.

Ja, es war eine Herausforderung, das alles zu organisieren und durchzuziehen. Aber wir haben´s geschafft. Wir haben einen Schritt aus unserer Wohlfühlzone gemacht und sind dabei gewachsen. Wenn ihr auch eine schwierige Aufgabe meistern müsst und verunsichert oder ängstlich seid, beruhigt Euch und denkt an das, was Ihr schon bewältigt habt. Bereitet euch gut vor, aber macht euch nicht verrückt.


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Los geht’s – mein Start bei der BERA

<3-lich Willkommen bei den BERAstarters (ich bin eine davon). Lange habe ich überlegt, was ich denn in meinem ersten Blogbeitrag schreiben könnte und ich hatte überlegt und überlegt…  und hatte schlussendlich doch eine Idee :). In diesem Beitrag erzähle ich euch ein wenig über meinen Start bei der BERA. Vielleicht habt ihr euch schon den Artikel „Über mich und den Blog“ durchgelesen. Auf diesen möchte ich nun näher eingehen.

Nun stand ich  da mit meinem (bis dahin nur schriftlichen) Abitur und mehr heißem Kaba (ich mag kein Kaffee) als Blut im Körper.

Ich wusste, dass ich ein duales Studium machen wollte und am besten BWL. Also fing ich an, mich zu bewerben.

Ich sendete verschiedenen Unternehmen meine Unterlagen, auch an die BERA GmbH. Auf den Personaldienstleister  bin ich durch die DHBW Mosbach Campus Heilbronn gestoßen. Die Studieninhalte, sowie der Campus sprachen mich an. Von Vorteil war ebenfalls, dass ich in der Nähe wohne und mir somit kein Zimmer nehmen musste. Zwischen den verschiedenen Partnerunternehmen des Campus Heilbronns fand ich dann auch die BERA. Der Internetauftritt sowie die Philosophie sagten mir zu und so fand ich mich nur wenige Wochen später beim Vorstellungsgespräch in Schwäbisch Hall wieder. Mit mir waren noch sieben andere Bewerber geladen, die sich für das duale Studium oder die Ausbildung zum/r Personaldienstleistungskaufmann/frau (PDK) interessierten. Die Vorstellungsrunde war in einer angenehmen Atmosphäre. Wir mussten uns vorstellen, was wir von unserer Ausbildung erwarten, warum wir uns dafür entschieden hatten. Jeder, der schon mal einen Bewerbungsprozess hinter sich gebracht hat, weiß, dass „Dieser Weg […]  kein leichter [ist]“ und „steinig und schwer“ sein kann.

Frau Terdenge, die Ausbildungsleiterin, stellte das Unternehmen vor und  danach ging es zu den Einzelgesprächen. Dort ging ich mit Frau Terdenge meine Bewerbungsunterlagen durch.

Ich erzählte, dass ich durch ein Praktikum auf den Personaldienstleistungsbereich gekommen bin. Mich persönlich hat der tertiäre Sektor überzeugt, da dieser noch immer stetig wächst und da ich gerne mit Menschen arbeite, war die Personaldienstleistungsbranche eine optimale Lösung.

Natürlich sprachen wir auch über Hobbies und das Abitur und meine mögliche Zukunft. Nach dem Gespräch ging ich etwas erschöpft aber glücklich wieder in Richtung Heimat.

Nach einer Weile wurde ich zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen – allerdings ins Marketing nach Heilbronn. Das gleiche Unternehmen, der gleiche Studiengang, aber eine andere praktische Ausbildung. Ich stellte mich nun für den Bereich Social Media  vor. Herr Rath und unsere Marketingleiterin Frau Röhr waren dabei. Ich glaube das Gespräch ging etwa eine dreiviertel Stunde. Ich kann gar nicht sagen, ob es mir länger oder kürzer vorkam. Doch der absolute Hammer folgte am Ende des Gesprächs: Es
war meine offizielle mündliche Zusage! Ich brauchte nicht tagelang auf eine positive Rückmeldung hoffen und beten, sondern ich hatte die mündliche Zusage des Geschäftsführers. Somit war meine Mission Bewerbung nun erfolgreich abgeschlossen und ich konnte mich am Abend auf eine weiter Mission konzentrieren: das Freuen und Feiern meiner Zusage zu einem dualen Studium an der DHBW Mosbach Campus Heilbronn und bei der BERA. Die schriftliche Zusage folgte eine Woche später.

Was mich bei meinem einmonatigen Vorpraktikum im Marketing in Heilbronn erwartete und welche  tierische Überraschung folgte, könnt ihr bei meinem nächsten Eintrag lesen.

Bis dann,

mit freundlichen Grüßen

eure Kerstin