Azubis und duale Studenten bloggen


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Auf der Zielgeraden

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Fabio Schumacher, ich studiere bei der BERA GmbH BWL Dienstleistungsmanagement mit Fachrichtung Personal und Vertrieb im dualen System.

Endspurt! Die vorletzte Praxisphase hat begonnen!

Seit zwei Wochen bin ich wieder zurück in der Niederlassung Heilbronn und schon wieder mitten drin im Arbeitsalltag bei der BERA. Es ist unglaublich, aber die Zeit meines dualen Studiums verging wie im Flug, so dass nun die vorletzte Praxisphase ansteht, bevor ich mein Studium im Sommer abschließen werde. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mich bei allen Mitarbeitern und Kollegen der BERA GmbH bedanken, die mich in dieser Zeit betreut und unterstützt haben!

Mit Beginn dieser Praxisphase habe ich die Urlaubsvertretung von Frau Breillac (Personalmanagerin) übernommen. Mein Hauptaufgabenfeld liegt in den nächsten drei Wochen daher in der Betreuung eines unserer Großkunden. Die Betreuung dieses Kunden ist sehr interessant und ich lerne jede Menge über die Vorgänge im Bereich des Key-Account-Managements. Da wir einen Master-Vendor-Vertrag besitzen, betreut man dabei sowohl die Ansprechpartner der Co-Lieferanten, als auch die Ansprechpartner (in den meisten Fällen Personalreferenten/innen) des Kundenunternehmens direkt. Co-Lieferanten sind Marktteilnehmer, die uns bei der Rekrutierung von geeignetem Personal unterstützen. Somit befindet sich die BERA in einem Dreiecksverhältnis:
Master-vendor

Ein Master-Vendor zu sein bedeutet, die Schnittstelle zwischen Markt und Kunde zu sein. Alles wird zentral über den Master/BERA geregelt. Kundenseitige Anfragen oder sonstige Informationen werden alle an die BERA weitergegeben, die diese dann an die Co-Lieferanten berichtet.

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie viele neue Einblicke man in dieser Zeit erhält und wie vielfältig diese Aufgabe ist! Ich freue mich deshalb sehr, diese Verantwortung in den nächsten Wochen tragen zu dürfen.

Bis dahin, alles Gute! 🙂


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„Alle Monate wieder“… oder wie war das?

Mein Name ist Fabio Schumacher, ich bin 21 Jahre alt und einer der drei dualen Studenten der BERA GmbH. In der DHBW Heilbronn studiere ich Dienstleistungsmanagement mit Fachrichtung Personal und darf in den Praxisphasen die Heilbronner Niederlassung unterstützen.

„Welcome to iRobot!“

So oder so ähnlich hätte die Einführung in unser neues Fach „Apparative Marktforschung“ lauten können. Besonders unser Klassenraum brachte uns zum Staunen. Im Raum befanden sich keine gewöhnlichen Stühle sondern multifunktionale, hochmoderne Drehstühle. Auch die Tafeln waren auf dem neusten Stand der Technik. Die sogenannten Smartboards  bedient man über ein Touchdisplay und man kann mehrere Bildschirme gleichzeitig auf dem Board anzeigen.

Meiner Meinung nach war dieses Fach eines der spannendsten und interessantesten unseres bisherigen Studiums. Wir durften die einzigartige Technologie des Eye-Trackings durchführen und erste Erfahrungen in der modernsten Methode der Marktforschung sammeln.

Eye-Tracking_FAS

Für diejenigen, die mit dem Begriff Eye-Tracking nichts anfangen können, hier eine kurze Erklärung:

Beim Eye-Tracking geht es darum, mithilfe entsprechender technischer Hilfsmittel (z.B. Brille) die Augen- bzw. die Blickbewegungen einer Testperson aufzuzeichnen und hinsichtlich verschiedener Fragestellungen auszuwerten. Eye-Tracking kommt daher oftmals bei Marktforschungsanalysen oder zur Wirksamkeit von Werbekampagnen bzw. Internetseiten zum Einsatz. In unserem Fall wurde die Reihenfolge der Blickbewegungen und die Länge des Blickes auf unterschiedliche Werbereklamen untersucht. Anschließend wurde auch, wie im Bild vorher zu sehen ist, analysiert, auf welche Produkte und Verpackungen beim Blick auf ein Einkaufsregal zuerst geachtet wird. Solche Analysen kosten Unternehmen normalerweise ca. 50.000 €, mit großem Spielraum nach oben und sind sehr wertvolle, aussagekräftige Unternehmensinvestitionen.

 „Ein bisschen Spaß muss sein :)“

Ein Event, welches besonders hervorzuheben ist, war die Semesterparty im neuen Heilbronner Club „Kaisers“, der wie der Name schon sagt sich in den obersten Stockwerken des Kaiserturms befindet. Fast alle Studenten unserer Kursstufe feierten zusammen in ausgelassener Atmosphäre, mit Blick über ganz Heilbronn, das 3. Semester. Auch der ein oder andere Dozent ließ sich blicken und führte Gespräche mit einigen Studenten über den Dächern von Heilbronn.

Kaisers_FAS

Doch dann war sie da… vorhersehbar aber gleichzeitig auch rasend schnell… die gefürchtetste und nervenaufreibendste Zeit des Studiums:

DIE PRÜFUNGSPHASE

Dieses Jahr standen zwar lediglich 5 und nicht 9 Prüfungen wie letztes Semester an, jedoch genügt diese Anzahl nach Empfinden jedes Studenten ausreichend 😉 Die Masse an Lernstoff war wiederum auch dieses Semester sehr umfassend. Besonders die beiden Prüfungen in unseren Profilfächern Personalmanagement und meinem persönlich gewählten 2. Profilfach Vertrieb- und Servicemanagement hatten es in sich, da hier der Stoff aus 3 Semestern mit mehreren Dozenten und Vorlesungsskripten zusammenkam. Alles in Allem überstanden wir jedoch auch diese Klausurphase wie erhofft gut und können nun wieder in den Arbeitsalltag zurückkehren.

Ich freue mich auf die kommenden und abwechslungsreichen Praxisphasen bei der BERA GmbH und die zukünftigen Semester an der Hochschule Heilbronn!


3 Kommentare

Sie sind überall ….

…, die Studenten. Passend zum baldigen Semesterbeginn möchte ich mich auch, wie viele andere Zeitungen mit dem Thema Studium beschäftigen. Denn momentan thematisieren Medien mit reißerischen Titeln wie „Akademisierung alarmiert Arbeitsmarktforscher“, „Arbeitslose Akademiker – Topfschlagen im Niemandsland“ und „Zahl der Hochschulabsolventen doppelt so hoch wie vor zehn Jahren“ das angebliche Problem.

Warum studieren wir eigentlich?

Das Streben nach Bildung ist ein (immer) wachsendes Ziel der jungen Deutschen. Seit der Krise am Arbeitsmarkt im Jahre 1995 entscheiden sich immer mehr Jugendliche für das Abitur. Mittlerweile sind es sogar über 50%. Und wenn der halbe Weg zu einem hochqualifizierten Abschluss schon gegangen ist, entscheiden sich die meisten auch für ein Studium. Z.B. nahm 2011 mehr als die Hälfte eines Jahrgangs ein Hochschulstudium auf. Dieses Jahr werden 490.000 Studienanfänger/innen erwartet. (Natürlich tragen auch die Abschaffung des  Wehrdienstes und die doppelten Abiturjahrgänge ihren Teil zur hohen Zahl bei). Insgesamt sind wir dann aktuell bei über 2,5 Millionen Studenten. Das entspricht etwa der Summe der Einwohnerzahlen von Estland und Gesamtzypern (1,3 und 1,2 Millionen).

Gründe für ein Studium gibt es einige. Meistens sind es Träume an eine bessere berufliche Zukunft, einbesseres Gehalt, bessere Jobangebote und sichere Arbeitsplätze. Auch die Unternehmen fordern immer mehr Qualifikationen und geben auch oftmals in ihren Stellenangeboten an „abgeschlossenes Studium im Bereich ___“

Studium_1

Dann ist doch alles gut, oder?

Eigentlich sollte man ja annehmen, dass das doch eine erfreuliche Entwicklung ist. Es gibt immer mehr qualifizierte Menschen. Denn auch im Vergleich zu den anderen OECD Staaten (Organisation für Wissenschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; 34 Mitgliedsstaaten) stehen wir ziemlich schlecht dar. Deutschland hatte im Jahre 2011 einen Studienanteil von 46%. Der Durchschnitt liegt aber bei 65%.

Dennoch geht es uns wirtschaftlich gesehen sehr gut und das liegt an meinem eigentlichen Thema. Es gibt einen Unterschied zwischen den Vereinigten Staaten und dem deutschen Bildungssystem. Wisst ihr, was ich meine? Wenn ich Euch sage, dass Barack Obama begeistert war und viele andere Staaten neidisch auf uns sind, fällt es euch dann ein?

Es geht um unser duales Ausbildungssystem.

Das duale Ausbildungssystem

In Deutschland haben wir ein recht einmaliges Ausbildungssystem. Es vereinbart die praktische Erfahrung in einem Betrieb mit darauf abgestimmtem Unterricht an den Berufsschulen. Mein duales Studium ist auch eine Form davon. Ich lerne an der Hochschule und arbeite im Unternehmen im Wechsel von etwa drei Monaten.

Beim Studium verbringt man seine Zeit ja fast ausschließlich an der Hochschule (abgesehen von Praktika und einem Praxissemester).

Warum ich die Ausbildung hier ins Spiel bringe? Ihr zugrunde liegt eine einfache mathematische Rechnung. Stellen wir uns vor, wir haben eine Masse X, die die Schule mit einer Hochschulreife verlassen. Wir haben zudem zwei Bildungswege, die die X einschlagen kann, A und B. Je mehr von der Masse X nun sich für Bildungsweg A entschieden (hier das Studium) desto weniger bleiben dann für B (Ausbildung) übrig, oder? (Ganz davon abgesehen, dass die Anzahl der Kinder immer weiter sinkt)

Studium_Schaubild

Hilfe, es fehlt an Arbeitskräften!

Und genau hier liegt das Problem: Arbeitsmarktforscher gehen nämlich nicht davon aus, dass sich die Wirtschaft in Deutschland so gut entwickeln konnte, weil es so viele Studenten gibt, sondern aufgrund der Ausbildungen. Arbeitsmarktforscher Hilmar Schneider, Generaldirektor des luxemburgischen Forschungsinstitutes Ceps/Instead führt in einem Artikel der Frankfurter Allgemeine sogar an: „Wenn man sieht, dass mit Deutschland ausgerechnet ein Land mit vergleichsweise wenigen Akademikern und einem starken dualen Ausbildungssystem gut durch die Krise kommt, muss man schon einmal die Frage stellen, ob diese Behauptung nicht schlicht falsch ist.“ [Behauptung: Je mehr Akademiker, desto erfolgreicher die Wirtschaft.]

Stoppt den Akademisierungswahn

Er ist, wie viele Forscher, der Meinung, dass man den „Akademisierungswahn“ stoppen sollte, denn vor allem die Qualität der Ausbildung leidet darunter. Aber auch die Wirtschaft. In den Unternehmen fehlt es an Arbeitskräften, denn diese sitzen in den Vorlesungssälen. Oftmals, so führt Ökonom Schneider in der Frankfurter Allgemeinen an, in den falschen Sälen. Denn bei mittlerweile 392 staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen kann man so einiges studieren. Auch oftmals etwas, das nicht sinnvoll für den Arbeitsmarkt ist. Oder was sollen Studenten mit dem Abschluss des Studienganges „Coffeemanagement“ anfangen oder mit dem „Beatles“-Master in Liverpool oder „Nachhaltiger Frieden durch Sport” in Monaco. Der Stern hat sogar eine „Jobampel“ aufgestellt, bei der man prüfen kann, ob man mit seinem Studiengang überhaupt eine gute Aussicht auf einen Job hat. http://www.stern.de/wirtschaft/job/mit-der-stern-jobampel-ins-richtige-studium-welche-studiengaenge-sich-lohnen-539568.html

An sich eine echt coole Idee. Aber der Studiengang sollte ja dennoch zu einem passen. Also finde ich nicht, dass jemand, der keinen Spaß mit Zahlen und Formeln hat, Elektrotechnik oder Mathematik studieren sollte – so schön die Aussichten auch sind. Aber es bietet immerhin einen Überblick und hilft z.B. wenn man sich zwischen zwei verschiedenen Studienfächer nicht entscheiden kann.

Und was nun?  

FragezeichenDen Unternehmen fehlt es an Arbeitskräften mit gewissen Qualifikationen und auf dem Markt befinden sich arbeitslose Personen, die einen frischen Abschluss besitzen, aber eben nicht jene Qualifikationen. Denn der Einstieg ist das Schwierigste. Es ist schwierig, einen Job zu finden, denn bei immer mehr Studenten, studieren auch immer mehr dasselbe. Sprich: Das Angebot ist größer als die Nachfrage.

Einer Studie zufolge ist jeder dritte Akademiker in Deutschland anfangs atypisch beschäftigt. 45% aller Neueinstellungen sind befristet und die Zahl der Minijobs, mit denen sich sowohl ungelernte, als auch Promovierte über Wasser halten, schnellt in die Höhe. Das hat aber nicht nur mit Nachfrage und Angebot, sondern auch mit einer veränderten Beschäftigungsmentalität zu tun, die sich Anfang der 2000er in der Generation Praktikum und heute eben in der Generation Befristung wiederspiegelt.

Jetzt doch nicht studieren?

Viele geben der Bildungspolitik die Schuld. Sie solle sich wieder mehr für Ausbildungen stark machen und Lösungen wie das duale Studium oder ähnliche Programme fördern. Mal sehen, ob sich in den nächsten Jahren dort noch mehr entwickelt.

Aber die Entscheidung für oder gegen ein Studium ist aber noch immer eine Entscheidung der jeweiligen Person. Wer ein Studium einnschlägt, muss eben damit rechnen, bei der Jobsuche erst einmal enttäuscht zu werden. Aber es kann sich dennoch lohnen (sonst würden es nicht so viele machen, oder?)

Zudem benötigen wir den Mix. Es ist ja nicht so, dass wir überhaupt keine Studenten bräuchten. Sie sind ja ebenfalls wichtig für die Wirtschaft.

Mein Fazit

Egal für welchen Weg wir uns entscheiden, es gibt genug Möglichkeiten. Einer Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zufolge haben 81% der Schulabgänger eine Ausbildung in den von ihnen angestrebten Wunschberufen gefunden. Was ja echt viel ist.

Und beim Studium? Mittlerweile gibt es viele Tipps und Ratschläge für Studenten, die nach dem Studium in den Beruf einsteigen möchten: wie z.B. hier: http://karrierebibel.de/jobsuche-per-praktikum-strategien-fuer-berufseinsteiger/

Oder auch  Ratgeber wie: „die Guerilla Bewerbung“, „Die 100% Bewerbung“ oder „Handbuch Bewerbung“ http://karrierebibel.de/jobjaeger-25-bewaehrte-bewerbungsstrategien/

Wichtig ist es, sich schon während des Studiums von den anderen zu differenzieren. Sei es durch Praktika, Werkstudentenjobs, durch Reputation, Networking oder auch durch Blogs und ähnliches. Siehe: http://karrierebibel.de/berufseinstieg-33-tipps-fuer-jobeinsteiger/ Es gibt viele Möglichkeiten und das Wichtige ist, dass man sie ergreift.

Also, keine Angst vor der Zukunft. Nase hoch, Brust raus und ab durch die Wand. 😉