Azubis und duale Studenten bloggen


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Bist du 24?

Manchmal lohnt es sich doch, in der Bibliothek zu stöbern. Dabei meine ich nicht auf der Suche nach Büchern, sondern nach allem, was sonst noch in den Auslagen zu finden ist.

„Studieren heute“

Gestoßen bin ich auf eine Infobroschüre namens „STUDIEREN HEUTE“. Inhalt: Die Ergebnisse der 20. Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks. Das Thema ist die Vielfalt der Studierenden in Deutschland. Es hat mich angesprochen, weil in einer Grafik einige Zahlen und Fakten rund um die Studierenden in Deutschland aufgezeigt werden.

Zur Teilnahme aufgefordert wurden alle Hochschulen und Universitäten in Deutschland. Ausgenommen: Verwaltungsfachhochschulen, die Universitäten der Bundeswehr und die Hochschulen für das Fernstudium. Insgesamt 227 Institutionen erklärten sich bereit, an der Umfrage teilzunehmen. Auf Basis von 12.859 ausgefüllten Bögen der Studierenden dieser Hochschulen und Universitäten konnten die Erkenntnisse erhoben werden.

Studium

Weiter Zahlen und Infromationen erhaltet Ihr auch auf der Webseite: http://www.sozialerhebung.de/erhebung_20/.

Ein kleiner Vergleich:

Die Zahlen fand ich ziemlich interessant. Aber auch teilweise sehr überraschend. Zum Abschluss möchte ich noch auf drei Punkte eingehen:

1.) Ich hatte beispielsweise nicht erahnt, dass fast ein Viertel der Studierenden noch zu Hause lebt. Die „Zuhause-Wohner“, zu denen ich mich dazuzähle, hatte ich eher als eine kleinere Minderheit eingeschätzt. Aber da wurde ich eines Besseren belehrt. 😉

2.) Im Vergleich zwischen dem Ergebnis der Studie und unserer Hochschule fallen einige Unterschiede auf. Der Anteil an den Studierenden, die verheiratet sind oder ein Kind haben, ist bei uns eher unterrepräsentiert. Von unserer Stufe, die aus drei Kursen mit durchschnittlich 25 Studierenden besteht weiß ich nur von Zweien, die verheiratet sind und eine der beiden Kinder hat. Dann wären meiner Rechnung nach dann 1,5%. Ich würde es darauf zurückführen, dass wir für gewöhnlich etwas weniger Freizeit haben als andere Studenten. (Dazu mehr in Punkt 3) Und darauf, dass die dualen Studenten meist durchschnittlich jünger sind. 😉

3.) Mit 35 Stunden in der Woche kommen wir dualen Studenten auch in der Theoriephase meist nicht hin. Gerade in den ersten Semestern, an denen Samstagsvorlesungen noch recht häufig waren und wir auch mal bis abends um 21:00 Uhr noch in den Vorlesungen saßen – hatten wir wohl mehr als 40 Stunden in der Woche – und das ohne dem dazukommenden Lern- und Arbeitsaufwand, der bei der Statistik mit einberechnet wurde. Wir kommen wohl eher an die Stundenzahl ran, wenn bei den Studenten noch die Zeit fürs Jobben mit einberechnet wird.

Fazit:

Mit dem Vergleich gehören wir wohl nicht ganz dem Durchschnitt an. 🙂 Leider konnte ich nicht herausfinden, ob wir dualen Studenten auch befragt wurden, oder nur klassische Universitäten und Hochschulen. Auf jeden Fall fand ich die Zahlen echt interessant und kann dann bei der nächsten Gelegenheit damit angeben. Und Ihr dann sicherlich auch 😉

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„Gamification – die neue Art des Lernens“

Es ist Samstag, 8:00 Uhr. Während einige erst seit wenigen Stunden in ihren Betten liegen und die anderen sich noch in der 4.  Schlafphase befinden, bricht eine kleine Gruppe an fleißigen Studenten auf zur Hochschule. Das Fach Volkswirtschaft steht an und so stehen sie pünktlich um 8:30 Uhr, nein nicht im Kursraum, sondern vor dem Gebäude. Ein Eindringen in die Hochschule ist nicht möglich. Der Eingang ist geschlossen, der Geheimgang durch die offene aim (Nebengebäude der DHBW – Weiterbildungs- und Fortbildungsanbieter) versperrt und durch die Tiefgarage herein zu kommen ist ebenfalls nicht möglich.

Tja, da standen wir nun mit unserer Dozentin. Und ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass sich unsere Laune in Anbetracht der doch recht frischen Temperaturen, der frühen Uhrzeit und der Tatsache, dass es ein Samstag ist, dem 0-Punkt näherte. Aber wir versuchten uns aufzuheitern, während unser, wie wir ihn liebevoll nennen, „IT-Mensch“ Cosmin Serbanescu mit einem Schlüssel herbeieilte und uns nach weiteren 20 Minuten endlich erlöste.

Nachdem wir den Kursraum betreten konnten, uns alle niedergelassen hatten und der Beamer hochgefahren war, konnte der Unterricht beginnen. Wirtschaftspolitik stand an. Unsere Dozentin (ja, tatsächlich Dozentin, ein Anblick so häufig wie Schnee in diesem Winter) unterrichtete uns in volkswirtschaftlichen Themengebieten wie: die Rolle des Staates in der Wirtschaft, Arbeitsmarktpolitik und Geldpolitik. Während wir den Stoff aber noch klassisch mit einer PowerPoint- Präsentation und  Aufgaben erlernten, ist uns die Universität Düsseldorf einige Schritte voraus…

Lernen mit Einhörnern, Orks und Goblins – und das an einer Uni

238620_web_R_K_by_snuesch_SarahC_pixelio.deStellt euch vor, ihr durchstreift eine Welt namens Zyren. Ihr begegnet Einhörnern, Orks und Goblins und lauft durch die Gebiete der Elfen und Menschen und müsst verschiedene Aufgaben lösen, damit ihr ein viergeteiltes Buch wieder zusammenbekommt. Und nein, dieses  Spiel hat weder was mit den Büchern wie „Herr der Ringe“, oder Computerspielen wie „Everlight – Elfen an die Macht“ zu tun. Denn unser Spiel:  „Die Legende von Zyren“ hat einen eher wissenschaftlichen Hintergrund.

Weil Studenten das Fach „Wissensrepräsentationen“ in ihrem Studiengang „Informationswissenschaft und Sprachtechnologie“ nicht ganz so attraktiv fanden, mussten sich die Dozenten und Professoren etwas neues überlegten, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung.  Die Integration von spielerischen Elementen in Hochschulen und Unis kommt mal wieder – wie sollte es auch anders sein, aus Amerika. Auch in Kanada nutzen die Dozenten dieses Mittel, um das Interesse an verschiedenen Fächern bei den Studenten wieder zu erhöhen. Der Fachbegriff für diese Art von Spielen ist: „Gamification“.

In Düsseldorf dauerte es aber zehn Monate und 600 Seiten Drehbuch, bis das Spiel zum ersten Mal eingesetzt werden konnte. Schließlich musste das Ganze ja sowohl programmiert als auch entworfen werden. Der Lerneffekt an dem Computerspiel wird durch verschiedene Aufgaben gesichert. Das erfolgt durch Rechenaufgaben, Multiple-Choice, Lückentexte oder Essays. Auch Gruppenaufgaben gibt es zu lösen. Dann müssen im Spiel große Gegner oder ähnliches besiegt werden. Und obwohl mit dem Spiel eine ganze Vorlesung ersetzt wird – einen Dozenten braucht es dennoch, denn jemand muss ja die Essays und Übungsaufgaben auch korrigieren (Das kann das Spiel noch nicht alleine).

Die Uni Düsseldorf konnte aber schon ein positives Fazit ziehen. Weil der Unterricht den Studenten durch das „Spiel“ mehr Spaß macht, sind sie motivierter, sich auf die Unterrichtseinheiten vorzubereiten und die Stimmung ist entspannter – man darf sogar während des Spiels mit anderen chatten. Eine Abschlussprüfung kann das Spiel nicht ersetzen, aber wer schon einmal durch Zyren gelaufen ist, bekommt das dann auch noch hin.

Mein Fazit:                                                                                                                                      

Was eine super Idee. Auch wenn ich in meinem Leben noch nicht mehr Computerspiele gespielt habe als Sims, Minesweeper oder Solitär, finde ich es doch eine ansprechende Idee, den Unterricht auch mal anders zu gestalten. Keine langweiligen PowerPoint Präsentationen oder Aufgabenblätter mehr.

Auf jeden Fall hätte es auch unsere Samstagvorlesung etwas aufgepeppt. Zu sagen, ich habe gegen Orks und Goblins gekämpft statt die Entwicklung auf dem  Arbeitsmarkt durch einen Mindestlohn zu berechnen klingt doch wesentlich cooler. Ich glaube aber, dass die Hochschullandschaft in Deutschland noch weit davon entfernt ist und mal ganz ehrlich – was würden denn unsere Unternehmen denken, wenn wir ihnen das erzählen?

Bild: snuesch/SarahC  / pixelio.de


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Die Summer School in Chile – Ein Rückblick/Fazit/Abschluss

Alles nur ein Traum? …

Strahlender Sonnenschein. Ich erblicke das weite Meer. Um mich herum, Palmen und Strand, soweit das Auge reicht. Die Möwen krächzen und verschwinden ab und an im kalten Blau des Meeres. Das Wasser ist unruhig, die Wellen erreichen fast meinen Sonnenstuhl. Es wird immer wärmer. Meine Gedanken kreisen um einen kühlen Cocktail, während ich den nächsten Keks aus der Verpackung ziehe …

Meer

*RRRRRRRrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*

Mistwecker! Ich bin nicht mehr in Chile. Schade aber auch … 😀

Seit heute morgen sitze ich wie gewohnt an meinem Schreibtisch. Den Bildschirm vor mir, das Wasser neben mir und Martin gegenüber. Normalerweise würde man ja nun davon ausgehen, dass es ein ungewohntes Gefühl sein muss, wieder im Büro zu sitzen – nach drei Wochen in einem anderen Land, mit anderen Leuten, fremder Kultur usw. Aber das ist es gar nicht. Es fühlt sich normal an. Fast als hätte ich die letzten drei Wochen nur geträumt … Ich sehe die engen Gassen in Valparaiso, die Straße, in der jedes Haus eine andere Farbe hat …

Oh nein, nicht schon wieder abschweifen. Natürlich habe ich Chile nicht geträumt.

Mein Schnellfazit: Es war der Hammer! Mein etwas längeres Fazit …, das kommt nun:

Wie aus der Verkettung mehrerer Umstände …

Ich weiß noch, wie ich mich vor nun mittlerweile sieben Wochen dazu entschied, in die Summer School nach Chile zu gehen. Eine Woche später schrieb ich ja meinen Blogbeitrag darüber und hatte weder große Erwartungen noch einen genauen Plan darüber, was mich dort erwartet. Die Aufregung kam aber dann doch ziemlich schnell und die Freude inklusive.

… ein wahnsinniges Erlebnis werden konnte

Im Nachhinein bin ich ziemlich froh über die Entwicklung und über die Zeit. Ein war ein tolles Erlebnis und wir konnten eine super Zeit genießen. Das lag natürlich nicht nur an der super Organisation und Kooperation der DHBW Mosbach Campus Heilbronn (im speziellen Maria Swiebocki López-Kisling) und der Universidad de Chile (dort besonders Stephanie Dazin und Eric Spencer), sondern auch an dem Land selber; den freundlichen und offenen Menschen, den Chilenen, die wir näher kennenlernen durften und an der Truppe, mit denen ich die 21 Tage genießen durfte.

Ob es sich gelohnt hat? Die Pro-Argumente:

Empfehlen würde ich eine Summer School oder auch ein Auslandsaufenthalt auf jeden Fall. Man lernt neue Menschen kennen, macht viele Erfahrungen und wächst auch mal über sich hinaus, wenn es darum geht, Sachen selbst zu organisieren.  Wie z.B. sich alleine in einer fremden Sprache in einer Umgebung zurechtzufinden, mitten im Nirwana eine Bushaltestelle zu suchen und dann noch den richtigen Bus zu erwischen, oder auch mit Hilfe von LEO, Händen und Füßen sich mit Einheimischen zu unterhalten oder gar Essen bestellen. Es war eine wirklich komische Situation, als wir in einem Restaurant saßen und nun ja, die spanische Speisekarte vor uns hatten und kaum – bzw. nichts verstanden haben. Als dann der Kellner kam und wir ihn fragen wollten, zückte er sein Handy und übersetzte uns jedes Wort, das wir nicht verstanden. Angefangen bei Pilzen und Schinken, bis hin Orangen- und Ananassaft. Eine andere ulkige Situation war die Fahrt in einem überfüllten chilenischen Bus (ein etwas älteres Modell, die bestimmt kaum durch den deutschen TÜV gekommen wäre) durch die verlassene Gegend. Vorbei an der idyllischen Landschaft mit der spanischen Version von verschiedenen klassischen englischen Liedern von z.B. Eric Clapton. Toll ist es auch, neue und fremde Städte zu erkunden und sich nach nur wenigen Wochen, fast Zuhause zu fühlen. Es sind auf jeden Fall bleibende Erfahrungen, die man aus solchen Auslandsaufenthalten mitnimmt.

Natürlich haben wir viel gelernt, nicht nur über das Land und die Leute, sondern auch in den Vorlesungen. Gut, wir hatten ja leider nur auf uns zugeschnittene Themen, die meist allgemeiner gefasst waren (s. Blogbeitrag). Noch besser wäre es natürlich gewesen, hätten wir auch mal mit chilenischen Studenten zusammen in einem Vorlesungssaal gesessen. Das wäre doch ein Punkt für unsere Evaluation. 😉

Aber man nimmt auch viel für sich selber mit. Bestenfalls lernt man eine neue Sprache, knüpft Kontakte und lernt, wer es bis dahin noch nicht konnte, selbstständig zu werden. Ja, wir hatten auch einen Teilnehmer dabei, der sich schon nach wenigen Tage auf Zuhause freute. Das Heimweh lässt grüßen … Gerade bei einem längeren Auslandsemester sollte man sich davor gut überlegen, ob es etwas für einen ist. Denn es gibt immer ein Pro und ein Contra

Contra?

Natürlich gibt es auch – wie sonst überall – Gegenargumente. Angefangen z.B. beim Geld. Dadurch, dass ich meinen Flug erst so spät gebucht habe, dass das chilenische Preisniveau etwa auf europäischen Level liegt und dass ich einiges mitgemacht habe (Skifahren, Rafting, Städtetouren und oft Essen gehen) wurden die letzten drei Wochen alles andere als billig. Aber man hat noch etwas verloren. Die Zeit. Durch die Vorlesungen und Unternehmensbesuche waren wir sehr eingespannt und hatten kaum Zeit für uns. Und wer annimmt, wir hätten ganz Chile erkundigt, wie versichert: Es hat nur für Santiago und Valparaíso gereicht. Klassischer Urlaub war es somit nicht, auf wenn die Meisten ihn dafür aufwenden mussten. Noch im Anschluss ein paar Wochen, um herumzureisen – das wäre noch super gewesen.
Aber auch Zeit für andere Dinge, die ich in Deutschland hätte machen können. Zum Beispiel habe ich einen Geburtstag verpasst und unser überaus herausragendes Dorffest. Aber die kommen nächstes Jahr wieder. Chile aber vermutlich leider erstmal nicht wieder. Wobei, vllt irgendwann wieder, nachdem ich Peru und Brasilien gesehen habe. Das Lateinamerika-„Fieber“ hat mich gepackt.;)

Und der Gewinner?

Wie ihr vielleicht merkt, ähnelt meine Aufzählung gerade einer betriebswirtschaftlich sehr beliebten „Kosten-Nutzen-Analyse“. Es gilt den Gewinn (Pro), egal ob sub- oder objektiv dem Preis (Contra) gegenüberzustellen, um eine Entscheidung zu fällen. In Unternehmen wird eine solche Analyse sehr oft verwendet. Vor allem wenn es um neue Produkte, Maßnahmen und Projekte geht. Gut, meine Entscheidung ist ja schon vor wenigen Wochen gefallen, aber natürlich kann man so etwas auch im Nachhinein machen, um zu sehen, ob die Entscheidung richtig war.

Und bei mir war sie es. Definitiv. Vor allem im Nachhinein überwiegen die Pro-Argumente. Sie haben definitiv gewonnen. Erfahrungen sind viel mehr wert als Geld und Zeit? Die habe ich eher sinnvoll verwendet, als verschwendet.

Falls ihr mal vor der Entscheidung steht, ins Ausland zu gehen, könnt ihr ja auch eine etwas ausführlichere Für- und Widerliste erstellen. Falls ihr Hilfe benötigt, ich habe ja nun Erfahrung. 😉


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Meine unerwartete Reise nach Chile

Wenn sich eine Tür schließt,
dann öffnet sich eine andere;
aber wir schauen meist so lange und
so bedauernd auf die geschlossene Tür,
dass wir die, die sich für uns öffnet, nicht sehen
Alexander Graham Bell

Chile – das Land der „verrückten“ Geografie mit Wüsten, Fjorden, Gletschern, Küsten und Urwäldern. Ein Land, das etwa die Hälfte der Ostküste von Südamerika bildet. Ein Land, das etwa 25 Mal länger ist als breit (4300:180km).

Ein Land…, in das ich in wenigen Wochen reisen werde. *Ahhh* 🙂

Chile_01

Und damit herzlich willkommen auf meinem Weg nach Südamerika

Keine Sorge – der Blog wird jetzt nicht in einen Reiseblog umgewandelt. Es behält seinen eigentlichen Auftrag, über das Studentenleben und die Ausbildung zu berichten – denn mein Chile-Ausflug ist ein Teil davon.

Ich werde ab dem 24.06 die Universidad de Chile, eine der ältesten Universitäten Amerikas in Santiago (de Chile, nicht zu verwechseln mit dem nordamerikanischen Santiago ;)) besuchen. Der Trip wurde von unserer Hochschule organisiert und wird leider nur drei Wochen gehen. Beim dualen Studium geht halt alles ein bisschen schneller 😉

Natürlich bin ich nicht alleine unterwegs, sondern mit 24 anderen Mitstudenten aus Mosbach, Bad Mergentheim und eben Heilbronn. Was uns erwartet, sind englischsprachige Vorlesungen zur Einführung in die chilenische Wirtschaft, Politik, Handel und vieles mehr; Besichtigungen chilenischer Unternehmen und Ausflüge in die Umgebung von Santiago. Natürlich bekommen wir auch Unterricht in chilenischem Spanisch. Aber dazu … muss ich erst einmal Spanisch lernen. 😉 Spezielle Angebote wie Skifahren oder ans Meer fahren gibt es dann auch noch. Entschieden, was ich alles machen werde, habe ich mich noch nicht. Was meint Ihr, soll ich in Chile Ski fahren gehen? Für Expertentipps bin ich immer dankbar.

Das alles klingt ziemlich aufregend, oder? Ich werde schon ganz nervös, wenn ich mich damit beschäftige (wie z.B. gerade beim Blogschreiben oder beim Reiseführer durchforsten).

Die unerwartete Reise – wie es dazu kam

Habt ihr euch schon einmal innerhalb 23 Stunden entschieden, in einen Urlaub zu gehen? Last Minute sozusagen? Wohl eher nicht, oder? Das ist auch eher ungewöhnlich, aber genau so war es bei mir.

Eine Summer School zu besuchen, war schon immer ein Ziel von mir. Klassische Auslandssemester, wie bei einem normalen Studium gibt es hier ja nicht. Wir haben dafür aber andere Möglichkeiten. Unsere Auslandssemester dauern zwischen drei und fünf Monaten. Dafür fehlt man aber einige Zeit sowohl an der Hochschule als auch im Betrieb. Und dann gibt es eben noch die Summer Schools. Diese gehen zwischen meist nur drei oder vier Wochen. Und genau so eine wollte ich auch im vierten Semester machen.

England ich komme … nicht.

Auf der Webseite unserer Hochschule waren verschiedene Angebote. Unter anderem Reisen nach England, China, Russland, Frankreich und Chile. Meine Wahl fiel auf England. Aber dann musste ich meinen eigentlichen Plan, an die Staffordshire University in Großbritannien zu gehen, leider begraben: Die Uni wird gerade umgebaut – just dann, wenn ich kommen will! Eine Intrige? 😉

Was nun?

Aber nur weil etwas auf Anhieb nicht klappt, heißt das noch lange nicht, dass man alle Hoffnungen aufgeben sollte. Man muss nur etwas über den Tellerrand schauen oder sich nochmal selbst testen, was man denn WIRKLICH möchte. Ich wollte eigentlich in ein englischsprachiges Land. Stopp! Wollte ich das WIRKLICH? Ja, ich wollte, aber …

… nein, ich wollte zu einer englischsprachigen Summer School und ich wollte ein fremdes Land kennenlernen. Warum denn nicht was anderes außer England?

¡Hola, Chile! – Ein Angebot, das ich nicht ablehnen kann

Weil ich mich so auf England fixiert hatte, hatte ich den Anmeldeschluss für Chile, meine zweite Wahl, natürlich verpasst. Im Internet stieß ich dann auf weitere interessante Summer Schools, aber meine Entscheidung fiel mit einer E-Mail einer Kommilitonin. Sina wusste, dass ich, genau wie sie an einer Summer School interessiert war. Sie selber fliegt nach Chile und erhielt am 13.05 eine E-Mail von unserer Hochschule, dass spontan ein Platz frei geworden war. Genau diese E-Mail schickte sie mir weiter und ich – nun ja – schickte am nächsten Tag die Anmeldung um 9.00 Uhr an meine Hochschule. Erst per E-Mail und dann per Post. Und war die Erste. Ganz nach dem Prinzip „first come first serve“ erhielt ich nachmittags die Bestätigungs-E-Mail. Das nennt man Windhundprinzip 😉

Ich bin dabei!

Und bereuen – tu ich es nicht. Im Nachhinein bin ich echt froh, wie alles abgelaufen ist. Während des ganzen Prozesses (in den Monaten zuvor) hatte ich, eine Vorrausetzung für die Summer Schools, natürlich mit meinem Unternehmen gesprochen. Und hatte das Okay dafür. Und genau das war es auch, das mir meine 23-Stunden-Anmeldung überhaupt möglich machte. Also: Falls Ihr auch so etwas plant, kümmert euch früh genug darum. Ihr wisst nie, wie schnell ihr später sein müsst.

Nach England  – das kann ich ja später immer noch. Von Stuttgart aus ist man heute mit dem Flieger zu bezahlbaren Preisen in einer guten Stunde da.

 

Trollinger Marathon


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Das Studentenleben im Vergleich:

Hallo,

 ich heiße Sergej Groß und studiere zusammen mit Kerstin Dienstleistungsmanagement am Campus Heilbronn der DHBW Mosbach. (Das ist auch der Grund weshalb ich dieses mal angehalten worden bin, einen Eintrag zu schreiben 😉 ) Ich gehöre mit meinen 24 Jahren schon zum „älteren Semester“ des Kurses. Ich habe schon eine Ausbildung zum Bürokaufmann hinter mir und vier Semester Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim. Da werde ich einfach ein bisschen vergleichen.

 Zunächst mal etwas über das Studium an der DH.

 Da ich ja von der klassischen Universität zur DH gewechselt habe (auf eigenen Wunsch), kann ich mich jetzt nicht großartig negativ über die DH auslassen 😉 Die Gründe lagen für mich aber klar auf der Hand: Kleine Gruppen, Abwechslung von Praxis und Theorie, Ausbildungsvergütung, … Natürlich ist das Studium an der DH zeitintensiv und mit viel Fleiß verbunden. Allerdings braucht man sich auch nicht all zu viele Sorgen um „das Bewältigen des Stoffes“ zu machen. Denn die Professoren sind meist sehr umgänglich, wenn es darum geht, den relevanten Stoff für die Klausuren nochmals zu erläutern. So hat jeder die Chance mitzukommen – das ist eben einer der Vorteile, wenn man kleine Gruppen hat. Wie Kerstin schon schrieb: Es ist natürlich stressiger als an der Uni. Der Stundenplan ist knallvoll und das ändert sich auch nicht in der Woche vor den Prüfungen …

Was mir jedoch sehr gut gefällt – und sind auch die wichtigsten Gründe, weshalb ich mich nun für das Studium an der DH entschieden habe – sind der Praxisbezug sowie die Abwechslung von Theorie und Praxis. Außerdem kann man intensiv mit den jeweiligen Dozenten über ein Thema diskutieren. Das ist an der Uni zwar auch möglich, aber es ist eben ein Unterschied ob 200 oder 20 Menschen zusammen in einem Raum sitzen. Mal abgesehen, davon, dass man schon ein bisschen mehr Traute braucht, bei 200 derjenige zu sein, der sich aus dem Schneckenhaus wagt und eine Zwischenfrage stellt.

Im Vergleich zur Uni ist das DH-Studium „verschulter“, mit weniger Freizeit verbunden, jedoch abwechslungsreicher. Es ist „stressiger“ aus der Sicht des Lernens, aber wer sich etwas organisieren kann und sich seine Zeit richtig einteilt, der schafft ein solches Studium in jedem Fall. Natürlich kann man sich „nicht so frei bewegen“ im Bezug auf die Vorlesungen. Stundenpläne sind meist vorgeschrieben, jedoch kann man an der DH zwischen verschiedenen Schwerpunkten wählen (also ähnlich wie an der Uni kann man sich für verschiedene Fächer entscheiden). Auch die ausgedehnten Semesterferien an der Universität sind bei der DH ein Fremdwort. Nach der Theoriephase geht es immer direkt in die Praxisphase. Da muss man sich seinen Urlaub dann schon gut einplanen.

Die Ausbildung zum Bürokaufmann (2006-2008) kann man natürlich nur schwer mit den Studien vergleichen. Allerdings helfen mir der dort erlernte Stoff und die Erfahrungen im Betrieb auch heute noch ab und zu weiter. Ich bin froh, die Ausbildung absolviert zu haben. Das hat mir schon einiges an Erfahrungen beschert. Bei einer klassischen Ausbildung ist man hauptsächlich im Betrieb. Die Berufsschule sieht man lediglich 1 ½ Tage pro Woche. Beim Lernen geht es nicht so in die Tiefe wie beim Studium, aber man erhält Grundlagen, die man später vertiefen kann.

 Sportangebot zum Ausgleich:

Trollinger Marathon

Nathalie Bautz-Eßling und ich (v.l) nach dem Lauf

Am 6. Mai war ja der Trollinger Halbmarathon in Heilbronn. Auch die BERA war wieder beteiligt und hat mit fünf Läufern ein starkes Team gestellt. Mir steckt es zwar immer noch ein bisschen in den Beinen, aber es war trotzdem ein gutes Gefühl nach etwas mehr als 21 km ins Ziel einzulaufen :-D.

Erfreulicherweise hat die DH jetzt eine AG ins Leben gerufen zusammen mit der Kletterarena Heilbronn. D. h. ab sofort ist es für alle Studierenden möglich, einmal in der Woche klettern zu gehen. Da ich gerne klettere, ist das für mich also ein gelungenes Freizeitprogramm, das die DH organisiert hat. Außerdem gibt es noch weitere Hochschulsportangebote. Ein klasse Ausgleich! Es gibt also auch außenrum noch ein bisschen was neben dem Studium 😉

Wer noch mehr Einblicke wünscht, kann mich gerne kontaktieren! Bis demnächst…

Sergej Groß