Azubis und duale Studenten bloggen

Unsere Azubis und dualen Studenten geben Einblicke in ihren Alltag und was man sonst noch bei der BERA erlebt.


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Meine Einblicke in die fernöstliche Welt

Unsere duale Studentin Sabrina Neeser berichtet heute über ihre Erlebnisse in der Summer School in China und entführt damit die Leser in das Land des Lächelns…

Ni hao, nǐ  jiào shén me míng zi? Wǒ jiào Sabrina.

Nǐ shì nǎ guó rén? Wǒ shì dé (Deutschland) guó rén.

 Das sind ein Teil der chinesischen Sätze, die ich während meines Aufenthalts im Land des Lächelns gelernt habe. Wie ihr sicherlich aus dem Kontext erschließen könnt, sind das die üblichen Begrüßungssätze: „Hallo. Wie ist dein Name? Aus welchem Land kommst du?“ Doch nur mit diesen kann man sich verständigen. Alle Gespräche die über Small Talk hinausgingen, wurden auf Englisch geführt. Doch das ist natürlich noch nicht alles. Es gibt sehr viel zu berichten und zu erzählen. Ich habe in China wahnsinniges erlebt, großartige Plätze besucht und eindrucksvolle Menschen kennen gelernt. Durch die Unterstützung meines Unternehmens sowie meiner Familie konnte ich mir den Traum vom Ausland erfüllen. Nun dürft auch ihr einen kurzen Einblick in mein Reisetagebuch werfen. Und los geht‘s…

7. August 2014, der Start in das Abenteuer

Es ist 6:00 Uhr morgens und die meisten meiner Studienkollegen/innen sind wahrscheinlich schon auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen, doch ich muss erst einmal meine Sportsachen suchen… Aber wo sind sie nur? Manche von euch fragen sich sicherlich, warum ich um diese Uhrzeit noch meine Siebensachen zusammensuche, aber dieses „überfrühte“ Packen liegt mir nicht. Also packe ich in aller Ruhe mein Gepäck, während meine Familie noch schläft. Ist ja schließlich noch genügend Zeit bis der Flieger um 13:55 Uhr vom Flughafen startet.

8. August 2014, irgendwo über Russland…

Wir haben gerade 18.00 Uhr, aber tatsächlich ist es mitten in der Nacht. Irgendwie kommt es mir so vor als hätte ich mein Zeitgefühl verloren. Die meisten Leute im Flieger schlafen…

Achtung, die Landung!

Elf Stunden Flug sind vorbei und wir sind in Peking gelandet. Nun stehen wir hier und warten auf unseren Anschlussflug nach Nanjing. Bis auf zwei Studenten sind wir komplett. Oksana und Julian werden mit einer anderen Maschine fliegen.

9. August 2014, der erste Tag in Nanjing

Nachdem das anfängliche Beschnuppern vom Vorabend vorbei ist, beginnt nun der erste „richtige“ Tag unseres Abenteuers. Nach der KFC Mahlzeit vom Vortag freut sich jeder auf das Frühstück (dies wird der erste und letzte Tag sein). Zur Auswahl standen Nudeln mit angeschwitzten Zwiebeln, Reis oder beispielsweise hundertjährige Eier. Dazu Gebäck das einen süßen, salzigen und sauren Geschmack gleichzeitig hat oder doch lieber eine warme Suppe? Somit gab es für die meisten von uns nur Melone. (An den darauffolgenden Tagen stellte sich heraus, dass es auch Toastbrot und Spiegeleier sowie Kaffee gab. Man muss eben früh dran sein). Ab diesem Tag waren die Frühstücksbesuche nur noch sporadisch.

Danach ging es mit unserem englischsprachigen Guide auf den Weg. Die erste Station waren die Ming-Gräber. Diese sind seit 2003 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Die gesamte Anlage hat eine Fläche von 80km² und befindet sich am Fuße des Tianshou Berges. Wirklich ein riesiges Areal. Im Anschluss ging es zu dem Sun-Yat-sen-Mausoleum. Dieses mussten wir allerdings erst einmal erklimmen. Also hieß es bei schwülwarmen Temperaturen mit gelegentlichem Nieselregen die gewaltige Treppe mit unfassbaren 392 Stufen hoch zu steigen. Kaum waren alle oben angekommen, ging es auch schon wieder an den Abstieg. Unsere chinesische Reiseführerin hatte ein straffes Programm geplant (und das nicht nur für diesen Tag… für JEDEN). Nach dem Mittagsessen machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir verlegten die geplante Cable Car Tour auf den nächsten Tag.

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Sun-Yat-sen-Mausoleum mit 392 Stufen

10. August 2014, eigentlich ist Sonntag… also Ruhetag!

Schon am zweiten Tag passierte, was passieren musste… Weit weg von daheim, weit weg von Mami & Papi und somit keinen zuverlässigen morgendlichen Wecker. Doch kein Problem. Ein kurzer Anruf unseres Professors auf dem Zimmer von Philipp und schon kommt er Richtung Bus gerannt. Der Philipp… Als Einzelzimmer-Kandidat hat er wohl verschlafen.

Der heutige erste Programmpunkt ist das Nanjing Museum. Es wurde 1933 in der Zeit des Guomindang-Regimes als Nationales Zentralmuseum gegründet. Nun ja, was soll ich dazu sagen… Ein Museum eben. Doch nicht so eines, wie wir sie aus Deutschland kennen. Es ist eines der bedeutendsten Museen Chinas und in den einzelnen Hallen gibt es alles Mögliche. Und wenn ich ALLES sage, dann meine ich auch ALLES. Es birgt allerlei antike Bronzen, Ton- und Jadewaren, Tuschmalerei, Ming- und Qing-Porzellan sowie Seidenkunst. Nicht zu vergessen die antiken Gemälde, alte Kalligraphen und Skulpturen. Im Untergrund des Museums kann man durch eine traditionelle Nachbildung einer chinesischen Stadt schlendern. Aber auch die aktuelle Lage der Menschen in China wird mit Hilfe einer visuellen Darstellung aufgezeigt. Es gibt sogar Ausstellungsräume in denen ihr Tierskelette finden könnt. Jetzt merkt auch ihr, dass man einiges bestaunen kann. Doch es ist 12:00 Uhr, das heißt Mittagessen!

Den zweiten Stopp machten wir am Präsidentenpalast. Dieser ist heute das China Modern History Museum. Nach unserer Führung durch die dazugehörigen Gärten und den Besuch des ehemaligen Wohnhauses des Präsidenten, inspizierten wir ausgiebig den Souvenirladen. Die letzte geplante Station für den heutigen Tag ist die Fahrt mit der Seilbahn auf die Purpurberge. Es dauerte circa 30 Minuten bis wir jeweils paarweise auf der Spitze des Berges ankamen und aus dem Sessellift aussteigen durften. Zusammen mit Lisa machte ich einige Bilder von dieser unglaublich atemberaubenden Landschaft. Doch hierfür sollte man auf jeden Fall schwindelfrei sein…

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Auf der Spitze des Purpurberges

11. August 2014, Southeast University

Heute ist Montag und somit der erste Vorlesungstag. Die Spannung steigt ins unermessliche, da gleich unsere erste Stunde „Chinese Language Class“ stattfinden wird. Ich frage mich, ob wir in dieser kurzen Zeit überhaupt den einen oder anderen Satz auf Chinesisch sprechen können. Soweit ich weiß ist Chinesisch nicht gerade die einfachste Sprache und hat circa 87.000 Schriftzeichen. Doch unsere Dozentin erklärte uns, für den alltäglichen Bedarf ist die Kenntnis von 3000 bis 5000 Zeichen ausreichend. Doch Kevin scheint ein Naturtalent zu sein, er hat den Dreh raus. Danach geht es weiter mit „International Business Communications“. Natürlich sind alle anderen Unterrichtsstunden auf Englisch. So ist die Verständigung für beide Seiten wesentlich einfacher. In dieser Woche startet der Unterricht immer um 8:30 Uhr. In der zweiten Woche findet vor dem Unterricht ein Taiji-Kurs statt. Das heißt Frühsport für alle…

 24. August 2014, Zhouzhuang – die Wasserstadt

Nachdem wir am Sonntagmorgen einen Firmenbesuch in Suzhou auf dem Programm stehen hatten, kamen wir gegen Spätnachmittag in der Wasserstadt an. In meinem letzten Blogbeitrag habe ich geschrieben, das man Zhouzhuang auch Venedig des Ostens nennt. Eine Stadt zwischen Seen und Flüssen. Sie gleicht einem Lotusblatt, das auf dem Wasser treibt. Und so ist es auch. Wirklich beeindruckend!

Wir erhielten dort eine kurze Führung, bevor wir den traditionellen Charakter und das nächtliche Flair genießen konnten. Pierre und ich schafften es all unser Geld in den Souvenirläden liegen zu lassen und deckten uns ein mit Süßwasserperlenketten, Armbändern, chinesische Essstäbchen und den übrigen Mitbringsel. Durch diesen kleinen Shopping-Trip hatten wir leider total die Zeit vergessen und uns zu allem Übel auch noch „verlaufen“. Doch wir schafften es gerade noch pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt. Verschwitzt von der kleinen Jogging-Runde ging es dann zu einem Theaterstück. Die Aufführung findet jeden Abend statt. Sie stellt das ursprüngliche Leben und die Kultur der Einwohner von Zhouzhuang dar. Inszeniert wird das Stück von unzähligen einheimischen Bewohnern der Wasserstadt. Es war sehr „imposant“ und außergewöhnlich, da ich eine solche Vorstellung noch nie gesehen habe.

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Zhouzhuang – die Wasserstadt

26. August 2014, die Weltmetropole Shanghai

Endlich Kaffee, Cappuccino, Latte Macchiato oder doch lieber einen Espresso. Eigentlich ist es mir völlig egal. Der Costa Coffee Laden direkt vor dem Hotel wurde meine morgendliche Anlaufstelle. So konnte der erste Tag in Shanghai starten. Eine der must-see Attraktionen in Shanghai ist der Chenghuang Temple, den wir gleich am Morgen besuchten. Es ist einer der bekanntesten taoistischen Tempel und wie alle mir bekannten Tempel überhäuft von Souvenirläden. Nichtsdestotrotz war ich natürlich wieder eine motivierte Touristin und legte los. Taschen voll, Besichtigungszeit vorbei und wieder ab in den Bus. Nächster Programmpunkt. Versucht es doch einmal zu erraten?

Was ist circa 465 Meter hoch und steht im Stadtteil Pudong? Oftmals ist dieses Bauwerk aus irgendwelchen Hollywoodfilmen bekannt. Richtig! Es ist der weltbekannte Fernsehturm, der Oriental Power Tower. Die Aussicht über die Stadt ist wirklich atemberaubend. Man sieht einfach keinen Stadtrand oder gar das Ende. Gebäude an Gebäude, Wohnsiedlung an Wohnsiedlung soweit das Auge reicht. Aber darüber sollte man sich nicht wundern, schließlich müssen die 23 Millionen Einwohner (laut einer Volkszählung 2010) auch irgendwo wohnen. Nach dem Besuch im Tower war mal wieder ein Museum auf dem Plan. Doch als Highlight des Tages folgte die nächtliche Huangpu River Night Cruise. Nicht ganz wie Frankfurt mit seinen hohen Finanz- und Bankgebäuden, sondern einiges beeindruckender. Schon bei Tageslicht ist die berühmte Skyline von Shanghai atemberaubend. Man kann beispielsweise an der Uferpromenade, dem Bund entlang schlendern. Aber bei Sonnenuntergang oder am Abend ist eine Schifffahrt auf dem Huangpu der absolute Wahnsinn. Wenn die Stadt überall zu funkeln und zu leuchten beginnt, ist das ein unvergessliches Erlebnis.

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Skyline von Shanghai

30. August 2014, last but not least Peking

Aktuell bin ich in Peking, doch leider mit gemischten Gefühlen. Seit zwei Tagen ist die Summer School offiziell beendet und alle Teilnehmer sind nach Deutschland zurück geflogen. Außer Oksana, Johannes, Christian und ich. Wir sind weitergeflogen und zwar in die Hauptstadt des Landes. Wenn sich einem schon mal die Gelegenheit bietet, was sollte man in China auf jeden Fall besichtigen? Genau! Die chinesische Mauer. Let´s go…

Habt ihr den kleinen Einblick in mein Reisetagebuch genießen können. Zu guter Letzt beantworte ich euch noch die Frage aller Fragen. „Warum China? Wieso nicht Chile wie Kerstin oder ein bisschen Sonne tanken in Kalifornien? Das ist doch eine völlig andere Kultur!“

Wirklich erklären kann ich das gar nicht, aber es ist ein atemberaubendes Land. Es kann euch alles bieten, wie ich euch in meinem vorherigen Blog berichtet habe. Die Kultur ist definitiv grundverschieden, aber keine schlechtere. Eben anders. Man muss dort gewesen sein, um zu verstehen, warum genau dieses Land mich so faszinieren konnte. Probiert es aus. Traut euch und geht diesen Schritt!

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China – eine unbekannte Welt

Gastbeitrag von Sabrina Neeser

Liebe Leser und Leserinnen,

sabrinanach Tatjana folgt nun der zweite Gastbeitrag in Kerstins Blog. Doch wer bin ich? Vielleicht könnt ihr euch noch an mich erinnern, ich habe (fast) vor genau einem Jahr über unser Azubi Wochenende im schönen Schloss zu Hopferau berichtet. Aktuell bin ich nun im vierten Praxissemester meines Studiums und bin derzeit in Bad Mergentheim eingesetzt. Gestartet habe ich im September 2012 als Praktikantin im Bereich der Gesundheit in Bad Mergentheim. So kam es auch zu meiner Studienwahl bei der BERA. Seit Oktober 2012 studiere ich am Campus Bad Mergentheim der DHBW Mosbach als erste und einzige Studentin der BERA Gesundheitsmanagement. Aber mein heutiger Beitrag wird sich um etwas komplett anderes drehen…

Da wären wir auch schon beim Thema: Stellt euch eine Weltkugel vor und dreht sie von Deutschland aus ein ganzes Stück weiter. Ich will euch heute nach China entführen – das viertgrößte Land der Erde und der bevölkerungsreichste Staat der Welt. 2/3 der Fläche sind von Gebirgen bedeckt und China ist ca. 17-mal so groß wie Frankreich. Zusammen mit Russland teilt sich die Volksrepublik die meisten Nachbarländer (insgesamt haben beide 14 Staaten angrenzend). Mit der Gesamtlänge von 22.133 Kilometer bildet China die längste Ländergrenze aller Staaten weltweit. Doch das ich noch nicht alles… Der drittlängste Fluss unserer Erde, der Jangtsekiang fließt durch Asien und mündet nördlich von Shanghai ins Meer. Doch vergesst bitte nicht den Mount Everest, der an der Grenze zu Nepal liegt und der höchste Berg der Welt ist.

Und zu guter Letzt, wo liegt wohl einer der größte Salzseen der Erde?

Genau, eure Antwort ist Richtig. Der liegt natürlich auch in China, der Qinghai-See.

Sabrina_02Bilder:
http://www.haolam.de/images//artikel/310314052325-b1-.gif
http://uebersetzer-link.de/images/China-Karte.jpg

 

 

 

So… Seid ihr alle noch am Ball oder habe ich euch mit diesen Informationen erschlagen? Wie ihr jetzt vielleicht nachvollziehen könnt, hat China einiges zu bieten und aus diesem Grund hab ich mich für dieses Land entschieden.

Entschieden, für was fragt ihr euch jetzt bestimmt? So wie Kerstin letztes Jahr mit ihrer Summer School in Chile werde auch ich Deutschland für ein paar Wochen verlassen und im August bei einer Summer School teilnehmen. Doch meine findet eben in China statt.

Nanjing 南京 – die südliche Hauptstadt

Am 07. August startet also die große Reise von Frankfurt aus in die 8.591,70 km entfernte Stadt Nanjing (Luftlinie). Da es sich hierbei um meine erste lange Flugreise handelt, bin ich schon total gespannt. Wird man irgendwann nicht mehr still sitzen können oder schlaf ich vielleicht den halben Flug über? Naja, wir warten es ab. Am Samstag geht es dann direkt los mit dem Programm. Erst besichtigen wir die Stadt, danach den Palast und zuletzt noch das städtische Museum in Nanjing. Unser Tagesablauf für die weiteren drei Wochen wurde von der chinesischen Universität gut durchgetaktet und lässt wenig Zeit zum Durchschnaufen. Aber wir machen dort ja auch keinen Urlaub, wie vielleicht ein paar von euch denken werden. Ganz im Gegenteil!

Unser Programm beginnt schon sehr früh…
Wie ich hörte wurden in den letzten Jahren Tai Ji Kurse vor dem Frühstück absolviert, da es in China schwülwarme 40 Grad im August haben kann. Das heißt seeehr früh aufstehen =/

Ihr müsst wissen, ich bin überhaupt kein Frühaufsteher. Um 8:30 Uhr müssen wir uns im Klassenraum der Southeast Universität einfinden und dann startet die Vorlesung „Chinese Language“. Danach geht es gleich weiter mit„International Business Communication“ und erst dann gibt es eine Mittagspause. Am Nachmittag begeben wir uns dann meist auf kulturelle Spurensuche. Eine Vielzahl verschiedener Tempel, Museen oder Denkstätten gibt es zu erforschen. Durch die Verbindungen der Universität und den Verantwortlichen besuchen wir ein bis drei chinesische Firmen. Da diese leider noch nicht exakt feststehen und sich auch ganz schnell ändern können, möchte ich nicht zu viel verraten. Doch das vergangene Jahr war es die Bank of China und ein technisch versiertes Unternehmen. Ich kann also gespannt sein.

Zhouzhuang周庄 – Venedig des Ostens

Nachdem wir die meiste Zeit in Nanjing verbracht haben werden, werden wir wir uns auf den Weg nach Shanghai machen. Doch während dieser Reise gibt es noch einen Stopp in einer Wasserstadt namens Zhouzhuang. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Stadt zwischen Seen und Flüssen. Sie gleicht einem Lotusblatt, das auf dem Wasser treibt. Zhouzhuang ist eine der bekanntesten „Wasserstädte“ Chinas und dementsprechend nicht nur das Ziel vieler Touristen. Den laut einer Überlieferung sollte ein Chinese drei Orte seines Landes unbedingt besucht haben. Einer davon ist die Stadt Zhouzhuang.

Shanghai 上海 – Perle des Orients

Den Name „Perle des Orients“ erlangte Shanghai durch seinen 468 Meter hohen Fernsehturm Oriental Pearl Tower. Dieser befindet sich im Stadtteil Pudong und ist uns Europäer aus einigen Filmen geläufig. Beispielsweise in Skyfall, dem neusten James Bond mit Daniel Craig. Auch das Shanghai World Financial Center ist eines der eindrucksvollsten Gebäude der Stadt.Mit einer Aussichtsplattform in 474 Metern über der Erdoberfläche hat man sicherlich einen schönen Fernblick. Da möchte ich unbedingt oben stehen und runter schauen =)

Peking 北京 – Nördliche Hauptstadt

Endlich Urlaub =)
Wenn sich das offizielle Programm dem Ende neigt und alle Studenten in den Flieger Richtung Frankfurt steigen, begebe ich mich mit drei anderen Studenten/innen auf den Weg nach Peking. Dort wollen wir noch ein paar Tage die chinesische Kultur genießen und uns natürlich die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit in China anschauen. Ihr wisst mit Sicherheit wovon ich spreche, natürlich der Chinesischen Mauer.

Ich bin schon ganz gespannt, diese unbekannte Welt für mich zu entdecken. Aber jetzt genug von mir und meiner Reise!

Wohin wird es für euch dieses Jahr gehen? Habt ihr auch so tolle Pläne?

 


Ein Kommentar

Die Summer School in Chile – Ein Rückblick/Fazit/Abschluss

Alles nur ein Traum? …

Strahlender Sonnenschein. Ich erblicke das weite Meer. Um mich herum, Palmen und Strand, soweit das Auge reicht. Die Möwen krächzen und verschwinden ab und an im kalten Blau des Meeres. Das Wasser ist unruhig, die Wellen erreichen fast meinen Sonnenstuhl. Es wird immer wärmer. Meine Gedanken kreisen um einen kühlen Cocktail, während ich den nächsten Keks aus der Verpackung ziehe …

Meer

*RRRRRRRrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*

Mistwecker! Ich bin nicht mehr in Chile. Schade aber auch … 😀

Seit heute morgen sitze ich wie gewohnt an meinem Schreibtisch. Den Bildschirm vor mir, das Wasser neben mir und Martin gegenüber. Normalerweise würde man ja nun davon ausgehen, dass es ein ungewohntes Gefühl sein muss, wieder im Büro zu sitzen – nach drei Wochen in einem anderen Land, mit anderen Leuten, fremder Kultur usw. Aber das ist es gar nicht. Es fühlt sich normal an. Fast als hätte ich die letzten drei Wochen nur geträumt … Ich sehe die engen Gassen in Valparaiso, die Straße, in der jedes Haus eine andere Farbe hat …

Oh nein, nicht schon wieder abschweifen. Natürlich habe ich Chile nicht geträumt.

Mein Schnellfazit: Es war der Hammer! Mein etwas längeres Fazit …, das kommt nun:

Wie aus der Verkettung mehrerer Umstände …

Ich weiß noch, wie ich mich vor nun mittlerweile sieben Wochen dazu entschied, in die Summer School nach Chile zu gehen. Eine Woche später schrieb ich ja meinen Blogbeitrag darüber und hatte weder große Erwartungen noch einen genauen Plan darüber, was mich dort erwartet. Die Aufregung kam aber dann doch ziemlich schnell und die Freude inklusive.

… ein wahnsinniges Erlebnis werden konnte

Im Nachhinein bin ich ziemlich froh über die Entwicklung und über die Zeit. Ein war ein tolles Erlebnis und wir konnten eine super Zeit genießen. Das lag natürlich nicht nur an der super Organisation und Kooperation der DHBW Mosbach Campus Heilbronn (im speziellen Maria Swiebocki López-Kisling) und der Universidad de Chile (dort besonders Stephanie Dazin und Eric Spencer), sondern auch an dem Land selber; den freundlichen und offenen Menschen, den Chilenen, die wir näher kennenlernen durften und an der Truppe, mit denen ich die 21 Tage genießen durfte.

Ob es sich gelohnt hat? Die Pro-Argumente:

Empfehlen würde ich eine Summer School oder auch ein Auslandsaufenthalt auf jeden Fall. Man lernt neue Menschen kennen, macht viele Erfahrungen und wächst auch mal über sich hinaus, wenn es darum geht, Sachen selbst zu organisieren.  Wie z.B. sich alleine in einer fremden Sprache in einer Umgebung zurechtzufinden, mitten im Nirwana eine Bushaltestelle zu suchen und dann noch den richtigen Bus zu erwischen, oder auch mit Hilfe von LEO, Händen und Füßen sich mit Einheimischen zu unterhalten oder gar Essen bestellen. Es war eine wirklich komische Situation, als wir in einem Restaurant saßen und nun ja, die spanische Speisekarte vor uns hatten und kaum – bzw. nichts verstanden haben. Als dann der Kellner kam und wir ihn fragen wollten, zückte er sein Handy und übersetzte uns jedes Wort, das wir nicht verstanden. Angefangen bei Pilzen und Schinken, bis hin Orangen- und Ananassaft. Eine andere ulkige Situation war die Fahrt in einem überfüllten chilenischen Bus (ein etwas älteres Modell, die bestimmt kaum durch den deutschen TÜV gekommen wäre) durch die verlassene Gegend. Vorbei an der idyllischen Landschaft mit der spanischen Version von verschiedenen klassischen englischen Liedern von z.B. Eric Clapton. Toll ist es auch, neue und fremde Städte zu erkunden und sich nach nur wenigen Wochen, fast Zuhause zu fühlen. Es sind auf jeden Fall bleibende Erfahrungen, die man aus solchen Auslandsaufenthalten mitnimmt.

Natürlich haben wir viel gelernt, nicht nur über das Land und die Leute, sondern auch in den Vorlesungen. Gut, wir hatten ja leider nur auf uns zugeschnittene Themen, die meist allgemeiner gefasst waren (s. Blogbeitrag). Noch besser wäre es natürlich gewesen, hätten wir auch mal mit chilenischen Studenten zusammen in einem Vorlesungssaal gesessen. Das wäre doch ein Punkt für unsere Evaluation. 😉

Aber man nimmt auch viel für sich selber mit. Bestenfalls lernt man eine neue Sprache, knüpft Kontakte und lernt, wer es bis dahin noch nicht konnte, selbstständig zu werden. Ja, wir hatten auch einen Teilnehmer dabei, der sich schon nach wenigen Tage auf Zuhause freute. Das Heimweh lässt grüßen … Gerade bei einem längeren Auslandsemester sollte man sich davor gut überlegen, ob es etwas für einen ist. Denn es gibt immer ein Pro und ein Contra

Contra?

Natürlich gibt es auch – wie sonst überall – Gegenargumente. Angefangen z.B. beim Geld. Dadurch, dass ich meinen Flug erst so spät gebucht habe, dass das chilenische Preisniveau etwa auf europäischen Level liegt und dass ich einiges mitgemacht habe (Skifahren, Rafting, Städtetouren und oft Essen gehen) wurden die letzten drei Wochen alles andere als billig. Aber man hat noch etwas verloren. Die Zeit. Durch die Vorlesungen und Unternehmensbesuche waren wir sehr eingespannt und hatten kaum Zeit für uns. Und wer annimmt, wir hätten ganz Chile erkundigt, wie versichert: Es hat nur für Santiago und Valparaíso gereicht. Klassischer Urlaub war es somit nicht, auf wenn die Meisten ihn dafür aufwenden mussten. Noch im Anschluss ein paar Wochen, um herumzureisen – das wäre noch super gewesen.
Aber auch Zeit für andere Dinge, die ich in Deutschland hätte machen können. Zum Beispiel habe ich einen Geburtstag verpasst und unser überaus herausragendes Dorffest. Aber die kommen nächstes Jahr wieder. Chile aber vermutlich leider erstmal nicht wieder. Wobei, vllt irgendwann wieder, nachdem ich Peru und Brasilien gesehen habe. Das Lateinamerika-„Fieber“ hat mich gepackt.;)

Und der Gewinner?

Wie ihr vielleicht merkt, ähnelt meine Aufzählung gerade einer betriebswirtschaftlich sehr beliebten „Kosten-Nutzen-Analyse“. Es gilt den Gewinn (Pro), egal ob sub- oder objektiv dem Preis (Contra) gegenüberzustellen, um eine Entscheidung zu fällen. In Unternehmen wird eine solche Analyse sehr oft verwendet. Vor allem wenn es um neue Produkte, Maßnahmen und Projekte geht. Gut, meine Entscheidung ist ja schon vor wenigen Wochen gefallen, aber natürlich kann man so etwas auch im Nachhinein machen, um zu sehen, ob die Entscheidung richtig war.

Und bei mir war sie es. Definitiv. Vor allem im Nachhinein überwiegen die Pro-Argumente. Sie haben definitiv gewonnen. Erfahrungen sind viel mehr wert als Geld und Zeit? Die habe ich eher sinnvoll verwendet, als verschwendet.

Falls ihr mal vor der Entscheidung steht, ins Ausland zu gehen, könnt ihr ja auch eine etwas ausführlichere Für- und Widerliste erstellen. Falls ihr Hilfe benötigt, ich habe ja nun Erfahrung. 😉


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Zwischen River-Rafting, Städtetouren und Snowboarden – die zweite und dritte Woche Chile

Ich melde mich mal wieder aus meiner Summer School in Santiago zurück. Unsere letzte Woche ist angebrochen und das bedeutet auch wieder beinahe Abschied nehmen. Aber bis es soweit ist, werden wir noch viel erleben.

Weil ich aber die Zukunft nicht voraussagen kann, habe ich mich dazu entschieden mit der Vergangenheit zu beginnen. Dieser Blogbeitrag soll einen kleinen Überblick geben über unsere Erfahrungen hier in Chile.

Zum einen erst einmal ein Überblick über das Leben als Deutsche hier in Chile:

Das Leben hier in Chile ist kaum anders als in anderen Städten. Zu Rush-Hour Zeiten sind die Straßen voll und auch abends hetzen viele Menschen durch die Straßen. Teilweise sogar extremer als in der Münchner Innenstadt. Ich dachte ursprünglich, in der Masse würde ich nicht auffallen, aber … Fehlannahme. Als Ausländer/in mit hellen Haaren und nicht braunen Augen erwecke ich schon überraschend oft das Aufsehen der Umherlaufenden. So kann es schon mal passieren, dass ich mitten in der Stadt plötzlich angesprochen oder in der Metro unentwegt angeschaut werde.

Aber auch die Freundlichkeit ist auffällig. Die Chilenen/innen sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Unsere Language-Partners der Universität zum Beispiel luden uns schon mehrfach zu verschiedenen Events ein. So kam es zu einer ganzen Menge gemeinsamer Unternehmungen außerhalb der Vorlesungszeiten. Language-Partner sind Studenten der Universität, die Englisch sprechen und uns in Santiago herumführen. Aber auch auf eigene Faust machen wir chilenische Begenungen: Ich war mit einer Mitstudentin unterwegs – und wir falteten zur Orientierung unseren Stadtplan auseinander. Prompt stand die erste Chilenin uns hilfreich zur Seite. In einem Kuddelmudel aus Spanisch, Englisch, Deutsch und Handfüßisch tauschten wir uns aus. Aber das Resultat konnte sich sehen lassen. Wir wussten, wo wie waren und bekamen die Empfehlung, die Metro zu nutzen. Wir sind dann allerdings trotzdem gelaufen –schließlich wollten wir ja was sehen. Und passiert ist auch nichts. Nicht umsonst ist Chile das sicherste Land Südamerikas.

Einer unserer chilenischen Dozenten erklärte uns das Phänomen folgendermaßen: „In Paris gehören Ausländer zu Alltag, in Chile sind sie eine Attraktion. Und dementsprechend interessant“.  Aber ein bisschen komisch fühle ich mich schon, wenn ich alleine in der Metro fahre und „You have beautiful hair“ oder „You have beautiful eyes“ zu hören bekomme. Aber für die drei Wochen höre ich mir das mal gerne an. 😉 Was die Chilenen aber sonst noch sagen – das weiß ich leider nicht. Die Meisten können ja kein Englisch und Spanisch – das verstehe ich leider noch immer nicht … 😉

In Chile wird mehr geduzt als in Deutschland. Manchmal auch zwischen Dozenten und Studenten. Es scheint, als wäre es hier doch etwas lockerer. Zum Abschied und zur Begrüßung gibt es Küsschen. Aber Achtung: nur einen! Nicht wie in Frankreich oder Spanien zwei auf jede Seite. Das brachte Nelly, unsere Begleitperson unserer Hochschule, durcheinander, da sie als Spanierin zwei gewohnt war. 😉

So, jetzt genug von der Straße. Hier kommen noch ein paar Impressionen aus unserem Summer School Programm.

Vorlesungen

Erich Spencer Ruff ist Professor und Direktor für Internationale Angelegenheiten an der Wirtschaftsfakultät der Universidad de Chile. Ein sehr witziger Herr. Bei ihm hatten wir die erste Vorlesung. Sein Thema: „How to do business in Chile“. Worüber er sprach? Über alles. Seine lockere, sympathische Art machte uns die Eingewöhnung an die neue Umgebung sehr leicht. Er nahm uns mit auf einen Streifzug durch Chile. Begann bei Orten, die wir auf jeden Fall besuchen sollten, gab eine Einführung in die chilenische Wirtschaft, Gesellschaft und das Bildungssystem. Und er beendete seinen Vortrag mit hilfreichen Tipps, wie wir uns in der Metro verhalten sollten. Wie und wo man die Handtasche hinlegt oder besser nicht. Auf dem Boden eines Restaurants beispielsweise ist No Go. Taschendiebe sind hier leider sehr häufig. Wir haben die Warnung von Erich sehr ernst genommen und verfügen noch über unser komplettes Handtaschen-Arsenal . 😉

Unternehmensbesuche

Den meiner Meinung nach coolsten Unternehmensausflug hatten wir gestern, am Dienstag den 10.7. Dort besichtigten wir die DHL hier in Chile. Nach einer kurzen Einführung über die Aufgabenbereiche der DHL, einer kurzen Unternehmenspräsentation und einer Diskussionsrunde ging es dann in den Flughafen. Wir betraten den Flughafen durch den Hintereingang und sahen einmal hinter die Kulissen der Logistik. Wir sahen die Lagerhallen des Importgeschäftes hier in Chile. Wir lernten den Prozess kennen, wie die Waren, die mit dem Flugzeug ankommen, aufgenommen wurden und was alles passiert, bis diese dann tatsächlich im Laden landen. Ein ganz schön langwieriger Prozess. Der einzige Moment, in dem ich mich ein bisschen unwohl gefühlt habe, war der, als wir bei den giftigen Waren ankamen und wir neben radioaktivem Material standen. Anscheinend soll das ja ganz gut verpackt sein …, na ob das wohl so stimmt? Auf jeden Fall wurde keinem plötzlich schlecht und wir fanden uns auch wenig später zwischen Paketen von Phillips und Samsung wieder. Schade, dass wir nichts mitnehmen durften …, es hätte bestimmt jeder etwas gefunden. 😉 Aber auch bei SODIMAC (einem Baucenter, ähnlich dem deutschen OBI) gefiel es mir sehr gut. Was bei uns besonders gut ankommt, ist ein interessanter Vortrag, der nicht mit zu vielen Informationen und Zahlen bestückt ist und vor allem eine Führung durch das Gebäude. Aber den Flughafen – den wird wahrscheinlich keiner toppen können. 😉

Auf dem Flughafen mit DHL

Auf dem Flughafen mit DHL

Freizeit

Unsere Freizeit ist etwa vergleichbar mit der in Deutschland. Durch die Vorlesungen und Unternehmensbesuche haben wir meist erst abends und am Wochenende Zeit. Die nutzen wir dafür natürlich umso mehr. Beispielsweise für Museums- und Mallbesuche, Essen gehen, die Erkundung der Umgebung und vieles mehr. Entsprechend verplant sind unsere Wochenenden. „Wenn Du schon da bist, nimm alles mit“,  bekam ich vor der Abreise den Tipp aus meinem Bekanntenkreis.  Jeder Tag hält neue, wunderbare Impressionen bereit, eine Entscheidung über die beste kann ich da nicht fällen: Valparaiso und Vino del Mar (zwei wunderschöne Städte am Meer), Snowboarden in den Anden, River Rafting im Maipo River … Erlebnisse, die ich bestimmt nie vergessen werde. Und ganz ehrlich: Alles war der Hammer! Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, in Valparaiso herumzulaufen, bei strahlendem Sonnenschein das Meer in Vino del Mar zu genießen. Bei doch sehr stürmischen Wetter zu snowboarden oder auch nur eine heiße Schokolade in der Pause zu trinken. Oder beim Rafting alles zu geben und nicht ins Wasser zu fallen. 😉

Hier machen wir für heute erstmal Schluss. Bis nächste Woche 😉


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„No Lama, no Poncho“ – meine Summer School in Chile

Liebe Leser und Leserinnen,

diese Woche lade ich Euch ein auf eine Reise in eine andere Welt. Schließt die Augen und stellt Euch ein Land vor, welches viermal so lang ist wie breit. Ein Land, das erst vor 20 Jahren nach militärischer Diktatur eine Demokratie wurde. Ein Land, das von Erdbeben geplagt wird. Ein Land, das eingeschlossen von Bergen, Wüste und Wasser, das längste Land der Erde darstellt. Wo sind wir?

Was ich mir vorgestellt habe, als ich mich für die Summer School in Chile entschieden habe? Eigentlich nicht viel. 😉 Aber was ich gesehen habe  – ist wunderschön.

Mittlerweile, nach  einer Woche kann ich sagen, dass ich schon einiges, aber noch lange nicht genug von Chile gesehen habe. Wir befinden uns gerade in Santiago. Santiago ist nicht nur die Hauptstadt,   sondern auch die dicht besiedelte Stadt mit über 6 Millionen Einwohnern. Dazu muss gesagt werden, dass Chile insgesamt nur etwa 16.6 Millionen Einwohnern hat. Da wir uns ja nicht im Urlaub, sondern auf Bildungsreise befinden, spielt die Universität eine große Rolle in unserem Alltag. Unsere Uni, die Universidad de Chile, eine der mindestens 30 verschiedenen Universitäten hier, liegt direkt neben unserem Hostel. Und unser Hostel liegt direkt neben einem der belebtesten Viertel Santiagos.

Also liegt alles so ziemlich nahe – zu unserem Vorteil natürlich. 😉

Aber nun zurück zum Anfang: Alles begann am 22.06 am Flughafen von Frankfurt …

Chile also. Das waren meine Gedanken, als ich am Flughafen wartete. Wahnsinn! Dass 16 Stunden, die mir bevor standen, lange sind, das muss ich hier wohl nicht näher erläutern, oder? Was mir wohl am ehesten in Gedanken bleiben wird, ist die durchgängige Dunkelheit. Fast 16 Stunden durchgängig Nacht. Auch als meine Uhr (nach deutscher Zeit) schon auf 9.00, 10.00 und 11.00 Uhr zuging, war es um uns herum noch immer dunkel. Erst um 14.00 Uhr, als wir endlich ankamen, wurde es endlich wieder hell. 12527,978 km entfernt von Frankfurt. Einmal um die halbe Erde.

Ankunft in Chile

„Schau mal auf die Autokennzeichen!“, „Wir sind echt in Chile“, typische  Kommentare nach unserer Ankunft. Die Sonne schien glücklicherweise, aber warm – das war es leider nicht wirklich. Eine Jacke war notwendig. Ja, ich weiß: Wer reist schon freiwillig im deutschen Sommer in den chilenischen Winter? Wohlmeinende Zurückbleibende versuchten mich so vermutlich sanft auf die anstehende Klimakatastrophe  vorzubereiten. Aber ich kann mitteilen: Die Temperaturen in der letzten Woche sind den deutschen ähnlich. 😉

Vom Flughafen ging es dann mit dem Shuttle, extra für uns organisiert, in unser Hostel. Dort begrüßte uns Meridethe, eine Mitabeiterin der Uni. Im Bus lernten wir noch die Studenten der anderen Campus kennen und – nun ja – waren doch ziemlich erschöpft. Aber an Schlaf war nicht zu denken. Immerhin hat wir die Uhr gerade um sechs Stunden vorgedreht (oder zurück?). Fakt ist: Während es in Deutschland (laut meiner Uhr) langsam dunkel wurde, war es hier noch strahlend hell. Um nicht einzuschlafen, begannen wir damit, die Umgebung zu inspizieren. Wir peilten die Plaza Italia an: ein belebter Ort mit vielen Bars, Restaurants, kleineren Geschäften und ganz wichtig – einer Wechselstube. Erstes chilenisches Essen.  Was man über das chilenische Essen sagen kann: viel Fleisch und Empanadas. Und Fisch! Verständlich, wenn das Land 4300 Kilometer Küstenlinie hat. Nun ja, nachdem die Lebensqualität vor allem in den Städten steigt, wurde der Konsum enorm. Fast wie in Deutschland vor vielen, vielen Jahren. Empanandas (gefüllte Hefetaschen) und Completo (chilenische Hot Dogs mit Avocado-Creme und viel Mayonnaise)  sind nur einige der Spezialitäten hier vor Ort. Kaufen kann man sie hier quasi überall. An der Straße und auch auf der Straße. Die Lebensmittelvorschriften sind hier wohl nicht ganz so streng wie bei uns. Sonst könnten sie diese nicht mit ihrem Wägelchen an der Straße verkaufen. Die argentinischen Rindersteaks sollen auch ziemlich gut sein – kommen aber leider, wie ihr Name schon sagt – nicht ganz aus Chile. 😉

Weil es sehr lange dauern würde, die letzte Woche wiederzugeben (Mann, haben wir viel erlebt!), hier ein paar Ausschnitte.

Sonntag: Nach dem Essen sind wir noch auf den Berg „Cerro San Cristóbal“ gelaufen. Ein Berg, der etwa 300 Meter höher (als Santiago) ist und sich inmitten der Stadt befindet. Wir konnten einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt werfen:

Cerro San Cristóbal

 

Montag: Wie auch die meisten anderen Tage war unsere Zeit von den Vorlesungen in der Uni geprägt. Zwischen Fächern wie Wirtschaft, Außenpolitik, chilenischem Spanisch, und „How to do Business“, erzählen uns die Dozenten viel über das Land und ihre Menschen. Die guten sowie die schlechten Seiten. Große Probleme sind die kostspielige Bildung, die Luftverschmutzung und die hohen Lebenskosten. Positiv ist die gute wirtschaftliche Entwicklung des Landes, die steigende Attraktivität für ausländische Unternehmen und Reisende und die geringe Bestechungs- und Kriminalitätsrate. Wenn ihr Fragen zu einem der aufgeführten Punkte habt, könnt ihr sie mir gerne als Kommentar hinterlassen, dann kann ich es auch ausführlich erklären. Dass nicht nur ich die Bildung für das interessanteste Thema hielt, bestätigte am Mittwoch eine Demo der Studenten.

Die Vorträge sowohl an der Hochschule und in den Unternehmen sind übrigens alle auf Englisch. Da haben wir wohl genau die 5% der Chilenen erwischt, die Englisch sprechen. Auf der Straße kann das Verständigen also mitunter etwas schwierig werden.

Dienstag: Besuch eines Unternehmens „Pro Chile“. Dort bekamen wir einen sehr interessanten Vortrag über die Handelsgüter und Handelspartner Chiles. Platz eins der Güter: Kupfer. Platz eins der Länder: China. 😉 Deutschland liegt weiter hinten und erhält vor allem Fisch, getrocknete Früchte und ein bisschen Wein. Der übrigens fast an den deutschen herankommt. 😉

Mittwoch: Vorlesungen und Besuch der chilenischen Bundesbank. Hier bekamen wir erläutert, wie die Inflationsrate geregelt wird, in was investiert wird und, und, und. In den Tresor durften wir leider nicht 😉

Donnerstag: Vorlesung und Besuch der Börse. Aber leider wurden dort unsere Erwartungen etwas enttäuscht: Es gab leider keine Banker, die wild gestikulierend herumschrien und mit Zettelchen herumfuchteln. Sie sitzen mittlerweile alle ganz still und leise in ihren Büros vor den Computern. Aber immerhin weiß ich jetzt, wie man hier in Chile eine Aktie kaufen kann. 😉 Sollte ich mal ausprobieren. Wer weiß, vielleicht werde ich damit noch irgendwann ganz reich. Vielleicht gehe ich in Kupfer oder Wein … 😉

Ach ja, ich war an diesem Tag übrigens das erste Mal in einer Ballettvorführung des chilenischen Staatsballettes. Wie die sich bewegen können. Einfach der Wahnsinn!

Freitag: Vorlesungen und Weinprobe. 12 Uhr Chile. 29 Studenten sitzen in einem Weingut und trinken Wein. Aber keine Sorge – wir hatten nur zwei, die wir probieren durften. Davon werden wir noch nicht betrunken. Vor allem, weil die meisten von uns ja aus Weingegenden kommen. 😉

Die Vorlesungen sind meistens echt unterhaltsam. Zum einen haben wir eine Dozentin, die uns Spanisch beibringen soll, die aber nur auf Spanisch spricht. Unsere erste Aufgabe: 10 Fragen auf Spanisch formulieren. Ähm ja, ich hatte ja versucht, in den letzten drei Wochen Spanisch zu lernen. Aber mehr als „¡Hola!“ und „Una coca cola por favor“ wurde es aufgrund des Zeitmangels leider nicht. 😉 Also saßen die meisten von uns doch ziemlich überfordert vor ihren leeren Blöcken. Dann haben wir noch Dozenten, die einfach so schnell in ihrem chilenischen Spanisch sprechen, dass man kaum mehr mitkommt. Vor allem, wenn es um Fachwörter geht, oder die einfach mitten im Satz die Sprache ändern, wie bei uns in der Vorlesung über Außenpolitik. Aber alles in allem sprechen sie alle sehr gutes Englisch und wir lernen sehr viel – nicht nur über die eigentlichen Themen, sondern auch soziale Themen.

 

So, das war‘s dann nun erst einmal wieder von mir. Und damit liebe Grüße aus Chile 🙂

 


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Meine unerwartete Reise nach Chile

Wenn sich eine Tür schließt,
dann öffnet sich eine andere;
aber wir schauen meist so lange und
so bedauernd auf die geschlossene Tür,
dass wir die, die sich für uns öffnet, nicht sehen
Alexander Graham Bell

Chile – das Land der „verrückten“ Geografie mit Wüsten, Fjorden, Gletschern, Küsten und Urwäldern. Ein Land, das etwa die Hälfte der Ostküste von Südamerika bildet. Ein Land, das etwa 25 Mal länger ist als breit (4300:180km).

Ein Land…, in das ich in wenigen Wochen reisen werde. *Ahhh* 🙂

Chile_01

Und damit herzlich willkommen auf meinem Weg nach Südamerika

Keine Sorge – der Blog wird jetzt nicht in einen Reiseblog umgewandelt. Es behält seinen eigentlichen Auftrag, über das Studentenleben und die Ausbildung zu berichten – denn mein Chile-Ausflug ist ein Teil davon.

Ich werde ab dem 24.06 die Universidad de Chile, eine der ältesten Universitäten Amerikas in Santiago (de Chile, nicht zu verwechseln mit dem nordamerikanischen Santiago ;)) besuchen. Der Trip wurde von unserer Hochschule organisiert und wird leider nur drei Wochen gehen. Beim dualen Studium geht halt alles ein bisschen schneller 😉

Natürlich bin ich nicht alleine unterwegs, sondern mit 24 anderen Mitstudenten aus Mosbach, Bad Mergentheim und eben Heilbronn. Was uns erwartet, sind englischsprachige Vorlesungen zur Einführung in die chilenische Wirtschaft, Politik, Handel und vieles mehr; Besichtigungen chilenischer Unternehmen und Ausflüge in die Umgebung von Santiago. Natürlich bekommen wir auch Unterricht in chilenischem Spanisch. Aber dazu … muss ich erst einmal Spanisch lernen. 😉 Spezielle Angebote wie Skifahren oder ans Meer fahren gibt es dann auch noch. Entschieden, was ich alles machen werde, habe ich mich noch nicht. Was meint Ihr, soll ich in Chile Ski fahren gehen? Für Expertentipps bin ich immer dankbar.

Das alles klingt ziemlich aufregend, oder? Ich werde schon ganz nervös, wenn ich mich damit beschäftige (wie z.B. gerade beim Blogschreiben oder beim Reiseführer durchforsten).

Die unerwartete Reise – wie es dazu kam

Habt ihr euch schon einmal innerhalb 23 Stunden entschieden, in einen Urlaub zu gehen? Last Minute sozusagen? Wohl eher nicht, oder? Das ist auch eher ungewöhnlich, aber genau so war es bei mir.

Eine Summer School zu besuchen, war schon immer ein Ziel von mir. Klassische Auslandssemester, wie bei einem normalen Studium gibt es hier ja nicht. Wir haben dafür aber andere Möglichkeiten. Unsere Auslandssemester dauern zwischen drei und fünf Monaten. Dafür fehlt man aber einige Zeit sowohl an der Hochschule als auch im Betrieb. Und dann gibt es eben noch die Summer Schools. Diese gehen zwischen meist nur drei oder vier Wochen. Und genau so eine wollte ich auch im vierten Semester machen.

England ich komme … nicht.

Auf der Webseite unserer Hochschule waren verschiedene Angebote. Unter anderem Reisen nach England, China, Russland, Frankreich und Chile. Meine Wahl fiel auf England. Aber dann musste ich meinen eigentlichen Plan, an die Staffordshire University in Großbritannien zu gehen, leider begraben: Die Uni wird gerade umgebaut – just dann, wenn ich kommen will! Eine Intrige? 😉

Was nun?

Aber nur weil etwas auf Anhieb nicht klappt, heißt das noch lange nicht, dass man alle Hoffnungen aufgeben sollte. Man muss nur etwas über den Tellerrand schauen oder sich nochmal selbst testen, was man denn WIRKLICH möchte. Ich wollte eigentlich in ein englischsprachiges Land. Stopp! Wollte ich das WIRKLICH? Ja, ich wollte, aber …

… nein, ich wollte zu einer englischsprachigen Summer School und ich wollte ein fremdes Land kennenlernen. Warum denn nicht was anderes außer England?

¡Hola, Chile! – Ein Angebot, das ich nicht ablehnen kann

Weil ich mich so auf England fixiert hatte, hatte ich den Anmeldeschluss für Chile, meine zweite Wahl, natürlich verpasst. Im Internet stieß ich dann auf weitere interessante Summer Schools, aber meine Entscheidung fiel mit einer E-Mail einer Kommilitonin. Sina wusste, dass ich, genau wie sie an einer Summer School interessiert war. Sie selber fliegt nach Chile und erhielt am 13.05 eine E-Mail von unserer Hochschule, dass spontan ein Platz frei geworden war. Genau diese E-Mail schickte sie mir weiter und ich – nun ja – schickte am nächsten Tag die Anmeldung um 9.00 Uhr an meine Hochschule. Erst per E-Mail und dann per Post. Und war die Erste. Ganz nach dem Prinzip „first come first serve“ erhielt ich nachmittags die Bestätigungs-E-Mail. Das nennt man Windhundprinzip 😉

Ich bin dabei!

Und bereuen – tu ich es nicht. Im Nachhinein bin ich echt froh, wie alles abgelaufen ist. Während des ganzen Prozesses (in den Monaten zuvor) hatte ich, eine Vorrausetzung für die Summer Schools, natürlich mit meinem Unternehmen gesprochen. Und hatte das Okay dafür. Und genau das war es auch, das mir meine 23-Stunden-Anmeldung überhaupt möglich machte. Also: Falls Ihr auch so etwas plant, kümmert euch früh genug darum. Ihr wisst nie, wie schnell ihr später sein müsst.

Nach England  – das kann ich ja später immer noch. Von Stuttgart aus ist man heute mit dem Flieger zu bezahlbaren Preisen in einer guten Stunde da.