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Business Etikette Seminar – Auf den Spuren von Knigge

Ein Kommentar

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Kerstin Höhn und freue mich Sie heute zu unserem Termin begrüßen zu dürfen. Uns erwartet ein 7-Gänge Menü: Als Hauptspeise wird uns eine gebackene Forelle serviert. Ich wünsche uns einen angenehmen Abend.

„Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“
Johann Wolfgang von Goethe

Das oder ähnliches denken sich bestimmt die ein oder anderen, wenn man sich genau in so einer Situation befindet: Ein Geschäftsessen mit einem 7-Gänge-Menü. Fragen wie: Wie war das nochmal mit dem Besteck oder darf ich ein Besteck tatsächlich nicht zweimal verwenden?

Aber auch schon vorher beginnt die Unsicherheit: Kunde, Geschäftskunde und man selber in einem Raum. Was nun, wer stellt sich wem vor? Oder was ist, wenn ich als letztes den Raum betrete? Wie gehe ich damit um, wenn jemand niest und wer war eigentlich Knigge?

Diese und ähnliche Fragen wurden uns letzten Samstag bei unserem Knigge Seminar beantwortet. Das Business-Knigge-Seminar wurde von unserer Personalabteilung organisiert und von Kristin Koschani-Bongers gehalten.

Frau Koschani-Bongers, Kunsthistorikern und  Historikerin, die sich vor über 13 Jahren mit Seminaren wie diesem selbstständig gemacht hatte, führte uns durch einen lehrreichen Tag mit vielen neuen Erkenntnissen, Bestätigungen von Bekanntem und auch vielen Praxisbeispielen. Wir durften uns nicht nur in unseren Stühlen zurücklegen und zuhören, wir mussten auch selber aktiv werden. Insgesamt waren wir fünfzehn Teilnehmer. Alles Kolleginnen und ein (!) Kollege der BERA aus den verschiedenen Niederlassungen und Geschäftsbereichen. Es war eine super Stimmung und jedes Mal, wenn es um die Kleidung bei Männern ging, musste Herr Einzmann als einziger Mann herhalten. Wir schafften es sogar, ihn einmal zum Aufstehen zu bringen, damit wir sehen konnten, ob seine Kleidung Etikette-konform war. Und wir mussten sagen – er hat alles richtig gemacht. Bis auf das ständige Zuknöpfen, wenn Mann aufstehen will und Aufknöpfen vor dem Hinsetzen. 😉

Weil es viel zu viel wäre, den ganzen Tag zusammenzufassen, habe ich für euch einige lehrreiche Punkte herausgesucht:

Foto 3

Begrüßung: Begonnen hatte der Tag ganz klassisch mit der Begrüßung. Aber nicht einfach nur ein „Hallo“. Nein, wir wurden erst in die Welt der Begrüßung eingewiesen. Was darf man, was darf man nicht? „Guten Morgen“, „Guten Tag“ und „Guten Abend“ geht immer, „Hallo“ auch, aber „Mahlzeit“ und „Servus“ sind eher unangebracht.

Die Frau-Mann-Reihenfolge: Die klassische Mann und Frau-„Reihenfolge“ ist heute nicht mehr aktuell. Das bedeutet, dass nicht das Geschlecht primär entscheidet, wer zuerst begrüßt oder grüßt, sondern der Rang. Auch darf die Frau als Gastgeberin einem Gast die Türe öffnen und auf der äußeren Seite des Gehweges laufen. Noch vor wenigen Jahren erschien dies undenkbar.

 Warum eigentlich Knigge? Und warum Business Etikette? Haben Sie sich schon einmal darüber Gedanken gemacht? Wir sagen immer Knigge und meinen Verhaltensregeln. Auch diesbezüglich wurden wir aufgeklärt. Im Jahre 1788 schrieb Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge das Buch „Über den  Umgang mit Menschen“. In diesem Buch, das eher philosophisch geprägt war, ging es nicht um Regeln, die er auferlegen wollte, sondern einfach nur um das Verhalten an sich. Erst später, nach seinem Tod, wurde aus dem philosophischen Buch eine „Anstandsfiebel“. Denn heute steht der Name „Knigge“ für Benimmratgeber und der Ausdruck für gute Manieren und Anstand. Auch wurden zwei Kapitel erst nachträglich zugefügt. Unter anderem das Verhalten am Esstisch. Für Knigge gibt es aber auch den Begriff Etikette. Unser Seminar war bewusst mit dem Namen Business Etikette gewählt worden. Etikette kommt aus dem Französischen „Etiquette“ und steht unter anderem für Schild.

Ueber_den_Umgang_mit_Menschen_-_Titelblatt_1788

Der Vorteil bei einer Historikerin ist, dass sie viel Geschichtliches übermitteln kann. So erfuhren wir, dass der Begriff aus Zeiten des König Ludwig XIV. stammt. Dieser hatte unter anderem Schilder an seinem Schloss aufstellen lassen, auf denen das Spucken auf den Boden verboten wurde. (Dort wurde damals viel Tabak gekaut). Von der Zeit der Regentschaft des  Sonnenkönigs stammen aber auch noch andere „Etikette“, z.B. auch, warum man früher den linken kleinen Finger beim Trinken und Essen hochgehoben hat (Bitte nicht mehr machen!!).

Aber wir erfuhren noch viel mehr Geschichtliches oder auch Wissenswertes zum Angeben. 😉

Warum sagen wir „Hallo?“:  Dieses Wort, welches wir oft zur Begrüßung verwenden kommt ebenfalls aus Frankreich. Es war einmal vor langer, langer Zeit. Damals im Mittelalter gab es noch keine Abflussrohre und die Kläranlage musste auch noch erfunden werden. Die Lösung für altes Wasser in großen Städten war daher ziemlich einfach. Es wurde aus dem Fenster gegossen. Weil man aber die Personen, die am Haus entlang liefen vorwarnen wollte, schrie man: „Attention l’eau“. Wie es auch immer so ist, wurden die Menschen fauler und ließen schon bald das „Attention“ weg. „l’eau“ blieb übrig. Die französische Aussprache tat ihren Rest und aus „l’eau“ wurde für uns Deutsche: „Hallo“. Nur, dass wir keinem Wasser ausweichen müssen. 😉

Warum reichen wir uns die rechte Hand? Diese Bewegung stammt noch aus der Zeit, als Männer Männer waren und noch gekämpft wurde, also mit Schwertern. 😉 Die Schwerter wurden auf der rechten Seite getragen. Trafen sich nun zwei Feinde und wollten Frieden schließen, wurde die rechte Hand gereicht. Ich lasse ab von Schwert und Feindlichkeit und gebe dir meine rechte Hand als Zeichen des Respekts. So in etwa die Bedeutung.

Das Fazit

Um ehrlich zu sein gäbe es noch so viel, was ich an dem Tag gelernt habe. Kleinigkeiten wie: was welcher Finger bedeutet und dass die rechte Hand die Gefühlshand ist und die linke Hand  die logische mit dem Verstand ist. Dass, wenn man seine Hand bei der Begrüßung nach oben dreht, man die dominantere Person ist und das auch so ausstrahlt. Aber auch, dass das Besteck von außen nach innen benutzt wird und niemals doppelt. Was es bedeutet, wenn man sein Besteck kreuzt oder auch „20 nach 4“ hinlegt. Warum Männer es bei der Kleidungswahl schwieriger haben als Frauen und was totale „No-Gos“ in Sachen Kleidung sind.

Und, wieviel davon habt ihr gewusst? Weil aber die Wiedergabe aller Punkte zum einen den Rahmen sprengen würde und ich ja nicht alles den Trainern und Trainerinnen wegnehmen möchte, soll der Text oben nur als als kleiner Einblick dienen, warum es sinnvoll ist, so einen Kurs zu besuchen. Ich finde es toll, dass ich diesen schon während meiner Ausbildung besuchen durfte. Das nächste Geschäftsessen kann kommen. 😉

 Titelbild: Wikipedia.de

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Autor: Kerstin

Mein Name ist Kerstin Höhn und ich bin 21 Jahre alt. In meiner Freizeit bin ich gern sportlich unterwegs und treffe mich gern mit meinen Freunden. Beruflich habe ich ein duales Studium abgeschlossen und berichte darüber in dem Blog.

Ein Kommentar zu “Business Etikette Seminar – Auf den Spuren von Knigge

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