Azubis und duale Studenten bloggen


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Viel erlebt und noch mehr gelernt – mein Rückblick auf 3 Jahre Studium – Teil 1

Vor drei Jahren hat für mich das Abenteuer duales Studium (mit dem Vorpraktikum) 😉 begonnen. Zeit für einen Rückblick mithilfe der vielen Blogbeiträge auf mein duales Studium.

Los geht’s: Mein Start bei der BERA

Und genau so lautete auch mein erster Blogbeitrag. Am 18. Januar rief ich den Blog „BERAstarters“ ins Leben. Keine einfache Aufgabe, aber ich bin stolz auf die 135 Beiträge, die der Blog mittlerweile vorzeigen kann. 🙂 Viel harte Arbeit und Zeit stecken dahinter, vor allem war die Themensuche nicht immer so ganz einfach … 😉

IWir (die neuen dualen Studenten und Auszubildenden) mit Herr Rath und Frau Terdengen den ersten Blogbeiträgen drehte sich alles um meinen Einstieg bei der BERA. Darunter mein Weg zur BERA, den Start beim Praktikum, mein zukünftiger Aufgabenbereich und der Kick-Off Veranstaltung in Schwäbisch Hall.

Das war aber noch alles die Ein- und Hinführung zum Studium, denn dieses sollte erst im Oktober beginnen …

Das erste Semester – ein Überblick

Nach dem Vorpraktikum, in dem ich die BERA und meinen zukünftigen Aufgabenbereich kennen gelernt habe, ging es dann am 01.10. direkt an die Hochschule. Von dem Start im falschen Kurs bis hin zu den ersten Hochschulprüfungen – das erste Semester war ziemlich aufregend. Ich erinnere mich gerne daran, wie ich zum ersten Mal den Campus und die Kursräume betrat und von den Gebäuden überwältigt war. Immerhin wurde der Campus erst mit unserem Start fertig und dass die Technik noch nicht wirklich funktioniert, fanden wir ja auch erst etwas später heraus. 😉 Übrigens tut sie das manchmal bis heute immer noch nicht. ^^

Aber ich lernte auch meine Kommilitonen näher kennen und das System der DHBW. Für den damaligen DHBW Mosbach Campus Heilbronn waren wir erst der zweite Jahrgang an der Hochschule und daher gab es noch nicht allzu viele Erfahrungsberichte. Wir mussten uns selbst mit der Organisation der DHBW vertraut machen. Aber auch für sie waren wir noch die Versuchskaninchen und testeten in den darauffolgenden Jahren Dozenten, Abläufe, Stundenpläne und vieles mehr. Es hatte positive Aspekte, wie beispielsweise, als die Verwaltung feststellte, dass die Korrektur der Bachelorarbeit des vorherigen Jahrgangs und die ersten Projektarbeitend des jüngeren Jahrgangs schon genug Arbeit für die Dozenten bedeuteten und diese nicht noch unsere zweite Projektarbeit zur gleichen Zeit korrigieren könnten. Somit durften wir unsere Arbeit erst später abgeben und hatten mehr Zeit zum Schreiben. Es hatte aber auch negative Aspekte. Beispielsweise den Stundenplan der ersten Semester. Ich habe bei keinem der Studenten anderer DHBWs ein so überfülltes Semester gesehen. Nicht nur, dass wir täglich von mindestens 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr Vorlesungen hatten, sie gingen oftmals noch in die Nacht hinein (bis 20:00 oder 21:00 Uhr) und auch samstags hieß es für uns: aufstehen und in die Vorlesung gehen! Aber wir überstanden es und wie ich gehört habe, haben sich solche Vorlesungszeiten für die zukünftigen Studenten auch erledigt.

Social Media

Social Media

Nach den Prüfungen hieß es dann für mich: ab nach Schwäbisch Hall in die Praxisphase. Es war mein erster Einsatz im Social Media Management. Dabei arbeitete ich aber nicht nur an meinem Blog, sondern arbeitete am Unternehmensauftritt der BERA in den verschiedenen sozialen Netzwerken, erstellte Präsentationen, arbeitete an Projekten und vieles mehr. Ich wurde von Anfang an eingebunden und durfte selbständig verschiedene Aufgaben übernehmen.

Das zweite Semester – der Spaß beginnt 😉

Im zweiten Semester ging es dann in den Blogbeiträgen nicht nur über die Vorlesungen und die Dozenten, sondern auch um das Projekt unseres Kurses und das Studentenleben. Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass wir ein Studentenleben hatten, wie es an klassischen Unis der Fall ist. Durch unsere langen Vorlesungstage, den Samstagsunterricht und die zusätzlichen Projekte konnten wir nicht so viel feiern wie andere. Wir hatten auch keine Semesterferien, sondern sind ja arbeiten gegangen. Ein klassisches Studentenleben ist was anderes, was aber nicht heißt, dass wir es nicht zumindest etwas genießen konnten. Das Zeitmanagement ist bei uns nur noch wichtiger als bei anderen 😉 Zu dem Thema gibt’s auch einen guten Gastbeitrag.

Ach ja: wer bald ein Studium an der DHBW beginnt und Furcht vor Mathe und Statistik hat: Auch diese Erfahrungen habe ich festgehalten.

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Nach den Prüfungen ging‘s dann wieder zurück nach Schwäbisch Hall.  Zu meinem Aufgabenbereich dem Social Media Management kam nun ein Mitarbeiter-Newsletter, die Organisation eines Messeauftritts hinzu, sowie ein Vortrag, unser Azubi-Projekt die Restaurierung des Jugendzentrums des Stadt- und Kreisjugendrings Heilbronn und nach Feierabend noch die Projektarbeit für die Hochschule.

Das dritte Semester

Das dritte Semester! Wahnsinn wie die Zeit vergeht. 😉 Aber es gab noch viel zu zu erleben. Zum einen konnten wir unser Projekt des letzten Semesters abschließen, bei dem ich mitpräsentiert habe und sind für ein VWL-Planspiel ins Allgäu gefahren. Das war auch leider der einzige „Großausflug“ während unseres dualen Studiums. Ich hätte gerne, wie die Studenten aus dem Kurs Konsumgüterhandel noch einige mehr gemacht. 😉 Gerne auch unter der Woche.

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Der Stress nahm auch im dritten Semester noch nicht wesentlich ab, aber zumindest kannten wir uns mittlerweile sehr gut aus und auch an die Prüfungsphasen hatten wir uns beinahe gewöhnt. Die Ergebnisse meiner Umfrage im Kurs zu den Prüfungsvorbereitungen waren doch etwas überraschend. Mit den Prüfungen war aber auch dieses Praxissemester abgeschlossen und für mich hieß es wieder zurück an den Arbeitsplatz. Dieses Mal aber nicht nach Schwäbisch Hall, sondern nach Heilbronn – in die Niederlassung. Wie auch die anderen Auszubildenden durfte ich die ganze BERA-Welt kennenlernen und somit auch das Tagesgeschäft in den Niederlassungen. Ich erlebte in Heilbronn einiges und hatte sehr viel Spaß am Empfang , bei den Vorstellungsgesprächen und beim Besuch eines Kundenunternehmens. Von dem Einsatz in der Niederlassung in Heilbronn habe ich sehr viel mitgenommen! Aber das dürft Ihr gerne in den Beiträgen lesen. 😉 Im Januar feierte mein Blog dann den ersten Geburtstag und wenig später begann auch das vierte Semester – aber dazu komme ich dann nächste Woche. 😉


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Let’s Rock ’n’ Roll

„Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.“ Konfuzius

Seit drei Tagen sitze ich nun wieder mit meinen Kommilitonen (m/w) 😉 wieder am Campus. Es fühlt sich vollkommen normal und mittlerweile überhaupt nicht besonders an. Ich weiß noch, wie ich im ersten Semester hier angekommen bin und alles noch neu und besonders war. Die Räume, die Leute, die Dozenten, der Ablauf und das Gefühl des Studierens. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und werde es wohl vermissen, wenn es dann tatsächlich nach diesem Semester vorbei ist.

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Bei meinen Kommilitonen ist es ähnlich. Ein wirkliches Wiedersehensgefühl gab es dieses Semester nicht, da wir uns ja nur 2 Monate nicht gesehen haben und wir über Facebook und Co. ja noch Kontakt halten. Meine Kommilitoninnen, mit denen ich in der Pause unterwegs war, stimmen mir da zu. „Es ist, als hätten wir uns erst letzte Woche noch gesehen“, so die Eine. Die Andere fügte noch hinzu, dass „es uns vermutlich noch nicht ganz bewusst ist, dass es bald vorbei sein wird“. Aber wir warten mal, wie es dann tatsächlich in den letzten Wochen wird. 😉

Bei unserm Stundenplan haben wir einen neuen Rekord aufgestellt. Wir haben ihn tatsächlich 4 Tage (2 Werktage) vor Beginn des neuen Semesters erhalten. Wir waren überrascht. 😉 So früh hatten wir ihn bisher noch nie bekommen. Mit dem Inhalt des Stundenplans an sich bin ich recht zufrieden. Er besteht fast ausschließlich aus unseren Wahl- und Profilfächern, VWL und Mitarbeiterführung. Bereiche wie Rechnungswesen, Informationsmanagement etc. haben wir glücklicherweise alle hinter uns gelassen und können uns auf die Themen fokussieren, die wir auch gewählt haben. Dazu gehören bei mir Personalmanagement, Consulting, Kommunikationsmanagement, Medienmanagement und Corporate Social Responsibility. Zu den ganzen Fächern kommt aber auch noch, wie angekündigt, unser Projekt. Was da hinter steckt, das werden wir nach den Osterfeiertagen Anfang Mai erfahren.

FotoHeute haben wir ganzen Tag Personalmanagement. Und das erste Mal mit einem Dozenten mit Mikrofon – und das bei 20 Studenten. Der Hintergrund ist der, dass die Stimme von ihm zurzeit etwas leise wäre. Aber dass wir das auch noch erleben dürfen! Beinahe Uni-Stimmung ;). Es gibt doch noch immer Sachen, die wir lernen können und immer wieder neue Erfahrungen, die wir auch im letzten Semester noch mitnehmen können.

So, nun muss ich mal wieder aufpassen – die Pause ist vorbei.
Bis bald und viele Grüße vom Campus 😉


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Back @ school

Wahnsinn! Wo sind die letzten 7,5 Monate denn verblieben? Ist es wirklich schon November. Auch wir müssen immer wieder überrascht feststellen, wie schnell die Zeit doch eigentlich vergeht. Über sieben Monate ist es her, als wir die Hochschule verließen, um unsere längste Praxisphase des Studiums zu beginnen. Und nun stehen wir seit  Montag wieder in den „Hallen“ der Hochschule.

Foto

Der Blick aus unserem Kursraum

Und auch hier ist einiges passiert:

Für die, die regionale Zeitungen gelesen haben, muss es nichts neues sein, aber es gibt drei Veränderungen.

1. Seit letzter Woche ist der Campus Heilbronn in einer Trennungsphase zur DHBW Mosbach. Heilbronn soll ein eigener DHBW Standort werden. Das hat die baden-württembergische Landesregierung letzte Woche entschieden. Und das, obwohl der Campus erst 3 Jahre alt ist. Obwohl es den Mosbachern klar war, dass sich Heilbronn bald von ihr trennen wird – kam die Entscheidung schon recht früh. Und erfreut sind sie leider nicht. Sie befürchten, dass die DHBW Mosbach ausstirbt und die Studenten nach Heilbronn gehen wollen. Dieser Schaden soll dadurch verhindert werden, dass die beiden Standorte dann unterschiedliche Studiengänge anbieten sollen. Wie sich das alles aber wirklich entwickeln wird, werden wir wahrscheinlich erst in den nächsten Jahren erfahren.

Was für Folgen das nun für uns hat, kann man sich ungefähr ausmalen. Die Hochschule muss nun zum zweiten Mal neu „aufgebaut“ werden. Obwohl sich für uns Studenten nichts ändern soll, gibt es viel Organisatorisches, das erledigt werden muss. Unser Dozent fasste es so zusammen: „Wir haben nicht mal mehr eine eigene E-Mail Adresse. @dhbw-mosbach.de stimmt nun auch nicht mehr“.

2. Der Campus in Heilbronn soll erweitert werden.  Zu den bereits stehenden Gebäuden sollen nun noch zwei weitere hinzugebaut werden. Gerade wir Studenten brauchen ganz schön viel Platz und benötigen ja aufgrund der steigenden Studierendenzahlen nun auch immer mehr. Schließlich begann zum 1. Oktober..

3. ein weiterer Studiengang: Food-Management. Ein recht interessanter Studiengang. Die Homepage der DHBW beschreibt es als klassischer BWL-Studiengang, welcher durch branchenrelevantes Knowhow ergänzt wird. „Neben warenkundlichen Schulungen wird auf den Aufbau von Ernährungswissen, Verständnis für Qualität, Kultur und wertstiftende Faktoren der Lebensmittel geachtet.“

2Unser Start

Aber nun wieder zurück unserem Start in das 5. Theoriesemester. Es war – um ehrlich zu sein – recht unspektakulär. Man kam in den Klassenraum und es fühlte sich an, als hätte man den Kursraum erst letzte Woche verlassen. Bis gestern hatten wir sogar nicht einmal einen Stundenplan. Das war ziemlich witzig. 😉 Warum? Die Hochschule ist

a) wie schon geschrieben damit beschäftigt sich selbstständig zu machen und

b) stürzte der Computer, auf dem die Stundenpläne entworfen wurden, letzte Woche ab und die Daten verschwanden im Nichts. Die Festplatte hatte einen Schaden genommen und ließ die gespeicherten Daten nicht mehr frei. Seit gestern haben wir unseren Stundenplan und können beruhigt das Semester beginnen lassen mit Fächern wie CSR (Corporate Social Responsibility);), Unternehmensführung, Wirtschaftspolitik und Medienmanagement.


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Die Summer School in Chile – Ein Rückblick/Fazit/Abschluss

Alles nur ein Traum? …

Strahlender Sonnenschein. Ich erblicke das weite Meer. Um mich herum, Palmen und Strand, soweit das Auge reicht. Die Möwen krächzen und verschwinden ab und an im kalten Blau des Meeres. Das Wasser ist unruhig, die Wellen erreichen fast meinen Sonnenstuhl. Es wird immer wärmer. Meine Gedanken kreisen um einen kühlen Cocktail, während ich den nächsten Keks aus der Verpackung ziehe …

Meer

*RRRRRRRrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*

Mistwecker! Ich bin nicht mehr in Chile. Schade aber auch … 😀

Seit heute morgen sitze ich wie gewohnt an meinem Schreibtisch. Den Bildschirm vor mir, das Wasser neben mir und Martin gegenüber. Normalerweise würde man ja nun davon ausgehen, dass es ein ungewohntes Gefühl sein muss, wieder im Büro zu sitzen – nach drei Wochen in einem anderen Land, mit anderen Leuten, fremder Kultur usw. Aber das ist es gar nicht. Es fühlt sich normal an. Fast als hätte ich die letzten drei Wochen nur geträumt … Ich sehe die engen Gassen in Valparaiso, die Straße, in der jedes Haus eine andere Farbe hat …

Oh nein, nicht schon wieder abschweifen. Natürlich habe ich Chile nicht geträumt.

Mein Schnellfazit: Es war der Hammer! Mein etwas längeres Fazit …, das kommt nun:

Wie aus der Verkettung mehrerer Umstände …

Ich weiß noch, wie ich mich vor nun mittlerweile sieben Wochen dazu entschied, in die Summer School nach Chile zu gehen. Eine Woche später schrieb ich ja meinen Blogbeitrag darüber und hatte weder große Erwartungen noch einen genauen Plan darüber, was mich dort erwartet. Die Aufregung kam aber dann doch ziemlich schnell und die Freude inklusive.

… ein wahnsinniges Erlebnis werden konnte

Im Nachhinein bin ich ziemlich froh über die Entwicklung und über die Zeit. Ein war ein tolles Erlebnis und wir konnten eine super Zeit genießen. Das lag natürlich nicht nur an der super Organisation und Kooperation der DHBW Mosbach Campus Heilbronn (im speziellen Maria Swiebocki López-Kisling) und der Universidad de Chile (dort besonders Stephanie Dazin und Eric Spencer), sondern auch an dem Land selber; den freundlichen und offenen Menschen, den Chilenen, die wir näher kennenlernen durften und an der Truppe, mit denen ich die 21 Tage genießen durfte.

Ob es sich gelohnt hat? Die Pro-Argumente:

Empfehlen würde ich eine Summer School oder auch ein Auslandsaufenthalt auf jeden Fall. Man lernt neue Menschen kennen, macht viele Erfahrungen und wächst auch mal über sich hinaus, wenn es darum geht, Sachen selbst zu organisieren.  Wie z.B. sich alleine in einer fremden Sprache in einer Umgebung zurechtzufinden, mitten im Nirwana eine Bushaltestelle zu suchen und dann noch den richtigen Bus zu erwischen, oder auch mit Hilfe von LEO, Händen und Füßen sich mit Einheimischen zu unterhalten oder gar Essen bestellen. Es war eine wirklich komische Situation, als wir in einem Restaurant saßen und nun ja, die spanische Speisekarte vor uns hatten und kaum – bzw. nichts verstanden haben. Als dann der Kellner kam und wir ihn fragen wollten, zückte er sein Handy und übersetzte uns jedes Wort, das wir nicht verstanden. Angefangen bei Pilzen und Schinken, bis hin Orangen- und Ananassaft. Eine andere ulkige Situation war die Fahrt in einem überfüllten chilenischen Bus (ein etwas älteres Modell, die bestimmt kaum durch den deutschen TÜV gekommen wäre) durch die verlassene Gegend. Vorbei an der idyllischen Landschaft mit der spanischen Version von verschiedenen klassischen englischen Liedern von z.B. Eric Clapton. Toll ist es auch, neue und fremde Städte zu erkunden und sich nach nur wenigen Wochen, fast Zuhause zu fühlen. Es sind auf jeden Fall bleibende Erfahrungen, die man aus solchen Auslandsaufenthalten mitnimmt.

Natürlich haben wir viel gelernt, nicht nur über das Land und die Leute, sondern auch in den Vorlesungen. Gut, wir hatten ja leider nur auf uns zugeschnittene Themen, die meist allgemeiner gefasst waren (s. Blogbeitrag). Noch besser wäre es natürlich gewesen, hätten wir auch mal mit chilenischen Studenten zusammen in einem Vorlesungssaal gesessen. Das wäre doch ein Punkt für unsere Evaluation. 😉

Aber man nimmt auch viel für sich selber mit. Bestenfalls lernt man eine neue Sprache, knüpft Kontakte und lernt, wer es bis dahin noch nicht konnte, selbstständig zu werden. Ja, wir hatten auch einen Teilnehmer dabei, der sich schon nach wenigen Tage auf Zuhause freute. Das Heimweh lässt grüßen … Gerade bei einem längeren Auslandsemester sollte man sich davor gut überlegen, ob es etwas für einen ist. Denn es gibt immer ein Pro und ein Contra

Contra?

Natürlich gibt es auch – wie sonst überall – Gegenargumente. Angefangen z.B. beim Geld. Dadurch, dass ich meinen Flug erst so spät gebucht habe, dass das chilenische Preisniveau etwa auf europäischen Level liegt und dass ich einiges mitgemacht habe (Skifahren, Rafting, Städtetouren und oft Essen gehen) wurden die letzten drei Wochen alles andere als billig. Aber man hat noch etwas verloren. Die Zeit. Durch die Vorlesungen und Unternehmensbesuche waren wir sehr eingespannt und hatten kaum Zeit für uns. Und wer annimmt, wir hätten ganz Chile erkundigt, wie versichert: Es hat nur für Santiago und Valparaíso gereicht. Klassischer Urlaub war es somit nicht, auf wenn die Meisten ihn dafür aufwenden mussten. Noch im Anschluss ein paar Wochen, um herumzureisen – das wäre noch super gewesen.
Aber auch Zeit für andere Dinge, die ich in Deutschland hätte machen können. Zum Beispiel habe ich einen Geburtstag verpasst und unser überaus herausragendes Dorffest. Aber die kommen nächstes Jahr wieder. Chile aber vermutlich leider erstmal nicht wieder. Wobei, vllt irgendwann wieder, nachdem ich Peru und Brasilien gesehen habe. Das Lateinamerika-„Fieber“ hat mich gepackt.;)

Und der Gewinner?

Wie ihr vielleicht merkt, ähnelt meine Aufzählung gerade einer betriebswirtschaftlich sehr beliebten „Kosten-Nutzen-Analyse“. Es gilt den Gewinn (Pro), egal ob sub- oder objektiv dem Preis (Contra) gegenüberzustellen, um eine Entscheidung zu fällen. In Unternehmen wird eine solche Analyse sehr oft verwendet. Vor allem wenn es um neue Produkte, Maßnahmen und Projekte geht. Gut, meine Entscheidung ist ja schon vor wenigen Wochen gefallen, aber natürlich kann man so etwas auch im Nachhinein machen, um zu sehen, ob die Entscheidung richtig war.

Und bei mir war sie es. Definitiv. Vor allem im Nachhinein überwiegen die Pro-Argumente. Sie haben definitiv gewonnen. Erfahrungen sind viel mehr wert als Geld und Zeit? Die habe ich eher sinnvoll verwendet, als verschwendet.

Falls ihr mal vor der Entscheidung steht, ins Ausland zu gehen, könnt ihr ja auch eine etwas ausführlichere Für- und Widerliste erstellen. Falls ihr Hilfe benötigt, ich habe ja nun Erfahrung. 😉


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Duales Studium – Anspruch und Wirklichkeit

Auf dem Weg durchs Web. Neulich. Ich. Und was fällt mich da für eine Überschrift an? „Duales Studium – Neu bei XY*“. Und dann auch noch das: Ein duales Studium an der DHBW Mosbach Campus Heilbronn mit der Studienrichtung BWL – Dienstleistungsmanagement. Also genau dieses Studium, das ich ebenfalls absolviere. Natürlich wäre es ein Irrglauben zu vermuten, dass die BERA als einzige duale Studenten ausbildet. Immerhin ist unser Kurs 20 Personen stark – und die sind natürlich nicht nur von der BERA.

Was mich aber entzückt, ist die Möglichkeit, den Sinn einer solchen Ausschreibung beurteilen zu können. Dadurch, dass ich sie ja bereits absolviere, habe ich einen, so möchte ich doch behaupten, guten Einblick in die Forderungen und Leistungen der Hochschule. Über den Praxisteil kann ich natürlich nicht aus meiner Perspektive berichten, der ist ja bei jedem Studenten und Unternehmen unterschiedlich.

Nun also zur Stellenausschreibung. Angetan hat es mir vor allem der Teil mit den Anforderungen:

Was Sie mitbringen sollten:

Anforderungen sind bei Stellenanzeigen so was wie Stammspieler – die sind gesetzt. Klar, sie geben den Bewerbern Informationen darüber, was sie schon gemacht haben sollten, welche Kompetenzen sie beherrschen sollten und was für die Stelle verlangt wird. Mithilfe von den Angaben können Bewerber selber entscheiden, ob ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse zu der ausgeschriebenen Stelle passt. Ein Metzger ist halt kein Friseur und ein Kaufmann kein Gärtner.

1.) Guter Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife. Ja, das sind so allgemeine Floskeln, die Euch überall erwarten werden. Natürlich wollen die Unternehmen Bewerber, die guten Noten in ihren Abschlüssen hatten und haben. Aber was ist denn überhaupt gut? Ist gut als die Note 2,0 gemeint? Oder alles besser als 3,0? Also, keine Angst vor solchen Aussagen, bewerbt Euch auch, wenn ihr meint, dass euer gut gut genug ist. Ein bisschen Selbstvertrauen gehört auch dazu 😉

Gute Noten sollen natürlich als Beweis für Ehrgeiz, Interesse und Kenntnisse dienen. Das kann tatsächlich so sein, muss es aber nicht. Wie ich aus meinen Studienerfahrungen gelernt habe, heißen gute Noten nicht unmittelbar auch Teamkompetenz, Eigeninitiative und Wissen. Und das sind meiner Meinung nach Werte, die mindestens gleichrangig sind. Auswendiglernen –  ist nicht alles.

Aber nicht nur die Frage nach dem „Gut“ wird hier geklärt, sondern auch die Frage: „Was ist denn mit einem Fachabitur?“. Natürlich kann man auch an der DH studieren, wenn man ein Fachabitur nachweisen kann. Egal ob das ganzjährige Fachabitur oder das zweijährige nach der Ausbildung; wenn die Inhalte stimmen, reicht das. Man muss lediglich einen Studierfähigkeitstest zu Beginn des Studiums überstehen und sitzt anschließend im Kursraum mit allen Anderen und spätestens ab da spielt das Abitur keine Rolle mehr.

Warum der Anbieter wohl nur die allgemeine Hochschulreife will? Oder haben sie sich einfach nicht gründlich genug informiert?

2.) Gute mathematische Kenntnisse und Freude an Mathematik

Dieser Satz veranlasste mich überhaupt diesen Beitrag zu schreiben: „ Gute mathematische Kenntnisse und Freude an Mathematik“. Ha, ha. Nun ja, natürlich begegnen einem während des Studiums zwei Fächer Mathematik. Zum einen, wie ich ja bereits berichtet hatte, Wirtschaftsmathematik und zum anderen: Statistik. Aber gute mathematische Kenntnisse und Freude an Mathematik. Mh., das würde ich so jetzt nicht unterschreiben. Es ist natürlich von Vorteil, wenn die Dozenten mal wieder mit Formeln um sich schmeißen, aber es sind Fächer, wie alle anderen auch. Oder steht hier irgendetwas von „guten buchhalterischen Kenntnissen?“ Die hätte ich zumindest gebraucht. Aber, hey! Lasst euch von so etwas nicht abschrecken. In unserem Kurs haben es alle geschafft – auch mit schwächeren mathematischen Kenntnissen und schon gar keiner Freude – aber ob die wohl überhaupt jemand hatte? 😉 Hierzu noch ein O-Ton einer Kommilitionin: „Deswegen studiere ich ja BWL und nicht Mathe!“

Mathematik

Das waren noch Zeiten, als Mathematik noch so aussah… 😉

Bild: Pixelio.de; birgitta hohenester

3.) Interesse an wirtschaftlichen und kaufmännischen Abläufen

Gut, dieser Aussage stimme ich zu. Wer würde denn auch ohne wirtschaftliche und kaufmännische Interessen BWL studieren? Welche Abläufe dabei aber gemeint sind, ob es der Ablauf einer Rechnungsbuchung, eines Bewerbungsgespräches oder die Bedienung eines Druckers ist, sei mal dahin gestellt. 😉

4.) Hohe Leistungs- und Lernbereitschaft

Ja, es ist halt immer noch eine Ausbildung und ein Studium in einem. Aus meiner knapp 2-jährigen Erfahrung kann ich sagen, dass man sowohl in der Theorie-, als auch in der Praxisphase einiges leisten muss. Volle Stundenpläne und ganze Arbeitstage lassen auf etwas mehr Stress als ein Schülerleben schließen. Dessen sollte man sich schon vor der Bewerbung bewusst werden. Es wird viel gefordert, aber auch viel geboten. Und mal ehrlich – wenn wir als zukünftige Fach- und Führungskräfte unsere Positionen einnehmen, wird’s bestimmt nicht weniger stressig. 😉

5.) Teamfähigkeit  – Selbständigkeit – Bereitschaft zum Querdenken

Diese kleine Auswahl an sozialen und persönlichen Kompetenzen und den kognitiven Fähigkeiten (Querdenken) sind schwer messbar und noch schwerer in einem Bewerbungsgespräch abzuprüfen. Teamfähig ist der, der in einem Verein spielt – so die allgemeine Meinung. Aber es gibt auch Personen, die zwar in einem Team spielen, aber lieber alleine arbeiten. (Habe ich ebenfalls im Studium schon kennengelernt.) Wie will man dann solches prüfen? Ob jemand selbstständig ist oder quer denken kann, ist nicht durch Noten oder ähnliches nachweisbar. Hat aber jemand eine Europareise oder ähnliches geplant spricht das für ihn, aber wer hat dies schon während der Schulzeit erlebt? Die einzige Möglichkeit für solche Kriterien bieten fast nur Assessment Center. Assessment-Center als eine Methode der Bewerberauswahl. Es werden viele Bewerber eingeladen, die oft gemeinsam, manchmal aber auch getrennt von einander verschiedene Aufgaben lösen müssen. Durch die kann man z.B. auch herausfinden, inwieweit die sozialen Kompetenzen ausgeprägt sind. Arbeiten sie alle zusammen, oder hebt sich einer hervor? Vermutlich alle, die im Berufsleben stehen, haben solch eine Erfahrung bereits hinter sich. Für alle, die so etwas erwartet.., viel Erfolg und bereitet euch gut vor. Auf Amazon gibt es dazu etwa 6.688 Bücher – das wird für den Anfang wohl reichen. 😉

Ich selber habe noch keines gemacht, daher kann ich euch leider keine hilfreichen Tipps geben. Aber Ihr vielleicht für mich und für alle anderen Leser?

7.) Wunsch nach zukünftiger Führungsposition

Unsere Dozenten reden von uns immer als zukünftige Fach- und Führungskräfte. Und zu solchen sollen wir auch ausgebildet werden. Keine Angst – ihr lernt ja bis dahin noch einiges.

8.) Gute EDV-Kenntnisse

Word, Excel und PowerPoint wird in heutigen Zeiten meist vorausgesetzt. Zum  Glück bieten die meisten Volkshochschulen oder Weiterbildungszentren Kurse an, die sich damit beschäftigen. Also, falls ihr euch noch unsicher fühlt. Nutzt die Chancen, es hilft bei der Bewerbung, aber auch euch.

9.) Mobilität (PKW erforderlich)

Das ist ein wenig mysteriös. Es ist das erste Mal, dass ich so etwas bei einer Stellenausschreibung für ein Studium sehe. Also ich habe zwar ein Auto, aber ich sehe nicht, dass ich das wirklich zum Arbeiten oder zum Studieren brauche. Ich meine, muss man da Pizzas ausfahren oder Taxidienste ableisten?

Das würde ich geflissentlich ignorieren (wenn ich einen Führerschein habe) und dann in einem möglichen Gespräch nach dem Hintergrund der Anforderung fragen. A propo fragen: Wenn ihr vieles, der Stellenanzeigen erfüllt, aber nicht alles, dann informiert euch einfach vorab bei den Unternehmen, wie wichtig jetzt der fehlende Punkt ist oder nicht. Meist wird mehr angegeben, als später tatsächlich erwartet wird. Viel Erfolg an alle, die sich noch für eine Stelle bewerben.

Und das Beste zum Schluss: Wenn Ihr Euch durchgearbeitet habt, erwartet Euch das:

Duales Studium_Stellenausschreibung

Hier gibt’s übrigens Tipps, die verraten, wann eine Stellenausschreibung nicht für einen ist: http://karrierebibel.de/nicht-mein-job-22-zeichen-die-gegen-eine-stelle-sprechen/

*Von der Redaktion umbenannt. 😉