Azubis und duale Studenten bloggen

Unsere Azubis und dualen Studenten geben Einblicke in ihren Alltag und was man sonst noch bei der BERA erlebt.


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Die Bewerbungsmappe – für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Miriam Stroka und ich mache derzeit meine Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau bei der BERA GmbH in der Niederlassung in Bad Mergentheim.

Eine meiner täglichen Aufgaben ist die Sichtung der eingegangenen Bewerbungen. Viele Bewerbungen erreichen uns per E-Mail, allerdings kommen auch einige per Post über das BERA-Jobportal oder sie werden persönlich von den Bewerbern abgegeben. Hierbei entstehen schon die ersten Eindrücke des Bewerbers – ist die Bewerbungsmappe ordentlich und vollständig? Sind Kaffeeflecken auf dem Lebenslauf oder Eselsohren im Anschreiben? Ganz abgesehen vom Inhalt der Bewerbungsmappe: die Unterlagen müssen ordentlich aussehen und vollständig sein, denn „für den ersten Eindruck gibt es eben keine zweite Chance“!

Es entsteht ein positiver Eindruck, wenn die Bewerbungsmappe alles Wichtige beinhaltet: der Lebenslauf ist ohne Lücken und vollständig aufgelistet, im Bewerbungsanschreiben wird der richtige Ansprechpartner angeschrieben und es sind alle kopierten Zeugnisse enthalten. Idealerweise enthält die Bewerbungsmappe auch noch ein Deckblatt mit einem Foto darauf.

Nachdem der erste Eindruck positiv ist, geht es weiter mit dem Inhalt. Das Deckblatt sollte folgendes beinhalten: die Stellenbezeichnung, ein Foto, die aktuelle Adresse und welche Anlagen enthalten sind (z.B. Zeugnisse und Urkunden von verschiedenen Weiterbildungen). Nach dem Deckblatt kommt das Bewerbungsanschreiben. Dieses beinhaltet folgendes: die Absenderadresse, die Empfängeradresse, das Datum, den Betreff, die Anrede, einen guten Einstieg bzw. Einleitungssatz, der Bezug zur neuen Dienststelle, die Kurzdarstellung des Bewerberprofils, besondere Stärken und Qualifikationen, sonstige Kenntnisse (Sprachen, EDV, etc.), die persönliche Unterschrift und die Anlagen der Bewerbungsmappe. Beim Formulieren des Bewerbungsanschreibens sollte man auf folgende Fragen eingehen:

  • Wie bin ich auf die Stelle aufmerksam geworden?
  • Warum will ich in diesem Unternehmen arbeiten?
  • Was zeichnet mich persönlich aus, bzw. warum bin ich der Richtige für die Stelle?
  • Wie ist mein persönlicher und beruflicher Werdegang? (Kurzfassung)
  • Was ist der nächste Schritt?
  • Was sind meine Anlagen?

Ebenso ist zu beachten, dass das Anschreiben maximal eine DIN A4-Seite, sowie fehlerlos sein sollte (keine Grammatik- und Rechtschreibfehler). Das Bewerbungsanschreiben ist keine Wiederholung des Lebenslaufs, deshalb sollte man sich kurz fassen, wenn man über seinen bisherigen beruflichen Werdegang schreibt.

Ein Tipp noch: der KISS-Grundsatz spielt hier eine große Rolle. KISS = Keep it short and simple (= Halte es kurz und einfach).

Der nächste wichtige Schritt zum Erfolg ist der Lebenslauf. Dieser sollte beinhalten: Angaben zur Person, Berufserfahrung / beruflicher Werdegang, Berufsausbildung, schulische Ausbildung mit Abschluss, evtl. Weiterbildungen und Qualifikationen, Praktika, Sprachkenntnisse, bzw. EDV-Kenntnisse und eigene Interessen, bzw. Hobbies. (Wer nicht unbedingt ein Deckblatt erstellen will, kann sein Foto auch an den Lebenslauf anhängen).

Als letztes werden die Zeugnisse in der Bewerbungsmappe eingebracht. Bei den Zeugnissen ist zu beachten, dass Kopien ausreichen. Wenn sich das Unternehmen allerdings beglaubigte Kopien wünscht, sollte man sich die Kopien bei der Stadtverwaltung oder in der Schule (meist) kostenpflichtig beglaubigen lassen.

Bevor man die Bewerbungsmappe wegschickt, sollte man evtl. noch eine andere Person drüber schauen lassen zum Korrekturlesen, denn vier Augen sehen mehr als zwei Augen :)Wenn man sich dann sicher ist, dass alles lückenlos, fehlerfrei und ordentlich ist, kann man die Bewerbung an das Unternehmen losschicken (per E-Mail oder per Post), bzw. beim Unternehmen abgeben. Unternehmen bevorzugen die Bewerbung per Mail im PDF Format. Das PDF Format ist sicherer als ein Word-Dokument, so werden z.B. Viren vermieden.

Bewerbungsmappe_Stroka

 

Für einen Personaler ist der erste Eindruck sehr wichtig, denn bei 20 Bewerbungen wird schon im Voraus nach verschiedenen Kriterien herausgefiltert, z.B. nach Ordentlichkeit oder Vollständigkeit. Denn fehlt bei einer Bewerbungsmappe z.B. der Lebenslauf, kann der Personaler nur schlecht beurteilen, ob der Bewerber zum Unternehmen passt oder nicht. Wenn man als Bewerber mit dem ersten Eindruck punkten kann, ist man klar im Vorteil, denn so ist die Chance zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, höher. Wichtig ist allerdings auch, dass man ehrlich ist, denn die Bewerbung ist ein Versprechen an den zukünftigen Arbeitgeber. Der Bewerber hat die Beweislast.

Alles in allem die Tipps vom Profi:

  • der Name des Ansprechpartners sollte stimmen
  • die Bezeichnung der Stelle muss enthalten sein
  • es sollte auf Rechtschreibung geachtet werden
  • man sollte ein passendes Bewerbungsfoto verwenden
  • das gewisse Etwas sind passende Interessen und evtl. Engagements
  • seriöse E-Mail-Adresse sollte verwendet werden
  • die komplette Bewerbung sollte beim E-Mail-Versand eine PDF-Datei sein (und nicht größer als 2 MB)
  • Bewerbung muss vollständig sein

 

Ich hoffe, es sind hilfreiche Tipps für euch dabei 🙂

Liebe Grüße,
Miriam Stroka

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Mein Einsatz in der Personalberatung

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

ich bin die duale Studentin Svenja Aller und bin 23 Jahre alt. Derzeit befinde ich mich in meiner vierten Praxisphase von meinem BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Bildungs- und Personalmanagement bei der BERA in Schwäbisch Hall.

 

Das vierte Semester an der Hochschule ist auch schon wieder zu Ende

Derzeit befinde ich mich schon in meiner vierten Praxisphase bei der BERA. Die Zeit hier vergeht wie im Flug. In dieser Phase steht sehr viel Spannendes und zugleich Neues auf meinem Plan. Wir Studenten sind nun bis Ende November im Unternehmen und können somit viele Projekte mit begleiten oder sogar eigenständig durchführen :). Dafür ist die BERA bekannt. Als Student oder Azubi ist man nicht vorrangig zur Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen da, SONDERN viel mehr als eine geschätzte Kollegin im Team. Es wird uns viel Vertrauen während der Praxisphase geschenkt und somit können wir eigenständig arbeiten und unser gewonnenes Wissen von den verschiedenen Vorlesungen im Berufsalltag anwenden.

Als ich Anfang Mai endlich wieder zurück in die Niederlassung nach Schwäbisch Hall durfte, wurde ich von meinen Kolleginnen und Kollegen super empfangen :). Ich durfte sofort voll mitarbeiten und auch schnell wieder Vorstellungsgespräche führen. Jedoch war es nur eine kurze Einführungszeit in der Niederlassung. Denn nach zwei Wochen durfte ich nach Heilbronn in die Personalberatung, um diesen speziellen Fachbereich der BERA auch genauer kennenzulernen und hoffentlich viel Wissen von der Personalberatung mit in die Niederlassung mitnehmen zu können.

 

 Mein Start bei der Personalberatung in Heilbronn

Am ersten Tag wurde ich von dem Team in Heilbronn herzlich aufgenommen und alle wichtigen Punkte, Vorgehensweisen und Abläufe in der Personalberatung wurden mir ausführlich von Frau Sander erläutert. Da wir in Schwäbisch Hall mit dem gleichen PC-Programm arbeiten, konnte ich schnell mit in das Tagesgeschäft einsteigen. Der Arbeitsalltag in diesem Bereich der BERA ist sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll, da keine Bewerbung, beispielsweise eines Ingenieurs, der Anderen gleicht. Das sogenannte Exposé, das wir von dem Bewerber für den Kunden erstellen, ist eine kurze, jedoch detaillierte Zusammenfassung über den Kandidaten. Und ich muss ehrlich sagen, das war am Anfang schon ein kleines Hexenwerk für mich ;). Aber Frau Sander und Frau Beran haben mir kleine Tipps gegeben, wie man so ein Exposé richtig aufbaut und auf was man besonders Acht geben muss (Sprachgebrauch, Inhalt, etc.). Und nun muss ich sagen, fällt es mir nicht mehr ganz so schwer :).

 

SVA_PBEin wesentlicher Unterschied von der Personalberatung zu der Niederlassung ist auf jeden Fall die Länge des Bewerbungsprozesses. Denn dieser kann schon mal eine ganze Weile gehen, bis die Kolleginnen und Kollegen den passenden Kandidaten für die gesuchte Vakanz unseres Klienten gefunden haben. Man muss besonders auf Kleinigkeiten im Studiengang oder im Beruf des Bewerbers achtgeben, ob diese auch mit denen des Kunden zusammenpassen. Ich bin gespannt, was ich in dieser letzten Woche noch alles erleben darf.

 

Projektarbeit 2 – Das Königsprojekt vor der Bachelorarbeit

Nach dem vierten Semester müssen wir Studenten nicht nur im Unternehmen arbeiten, sondern auch unsere zweite Projektarbeit zu Blatt bringen. Mein Thema lautet: Candidate Experience. Ein sehr spannendes und wichtiges Thema in der heutigen Zeit. Bei dieser Projektarbeit wird mich Frau Günthner, unsere Projektmanagerin Recruiting, unterstützen und ich kann mich bei ALLEN Fragen rund um die Projektarbeit jeder Zeit an sie wenden :). Das gibt schon vorab große Sicherheit. Zusätzlich habe ich noch einen Betreuer an der DHBW, dieser betreut meine Projektarbeit und bewertet sie am Ende.


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Personaldienstleistungskaufmann/-frau – Ein Beruf, viele Möglichkeiten

Nachdem wir letzte Woche einen tollen Beitrag von Kristina Enner genießen durften –  vielen Dank und großes Lob hierbei nochmals an die Bloggerin – dreht sich diese Woche alles um die Ausbildung zum Personaldienstleistungkaufmann/-frau (Abkürzung: PDK).Wir wollen diesen Beruf diese Woche vorstellen und aufzeigen, was eigentlich dahinter steckt und warum es sich lohnt, den PDK mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zu Beginn erstmal ein paar Fakten:

  • Geburtsjahr der Ausbildung: 2008
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsablauf: Unterricht an den Berufsschulen; Praktischer Teil im Betrieb
  • Ausbildungsorte: z.B. Stuttgart
  • Voraussetzungen: Abhängig vom Unternehmen, vor allem aber einen Schulabschluss
  •  Einsatz: Personaldienstleistungsunternehmen; Personalabteilungen in den Bereichen Personalberatung, -vermittlung, -rekrutierung, -entwicklung sowie der Arbeitnehmerüberlassung.

Nun aber zu den wichtigen Teilen der Ausbildung…

 1.) Was ist Inhalt der Ausbildung?

Die Ausbildung zum PDK umfasst viele Lern- und Handlungsfelder. PDKler können sowohl in den Bereichen Personalentwicklung, Personalrecruiting, Personalvermittlung und der Arbeitnehmerüberlassung arbeiten. Um es zusammenzufassen, lernen PDKer den ganzen Personalbereich und die verschiedenen Funktionen kennen:Blog 109

  • Planung und Führung der Personalbeschaffung
  • Organisation des Personaleinsatzes
  • Planung der Personalentwicklung, beispielsweise Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten
  • Betreuung der Mitarbeiter

In Personaldienstleistungsunternehmen lernen die Auszubildenden nicht nur die Bewerber- und Personalseite, sondern auch die Betreuung der Kunden kennen. Hier übernehmen sie dann Aufgaben wie:

  • Akquisition und Betreuung der Kunden
  • Analyse der Arbeitsplätze
  • Steuerung und Kontrolle der Projekt- und Auftragsabwicklung
  • Kalkulation und Erstellung von Angeboten, sowie Abschluss der Verträge
  • Ermittlung des Personalbedarfs

Aber es geht noch viel weiter. Die Tätigkeiten beziehen sich auch auf:

  • Schaffung und Pflege der Netzwerke mit Organisationen, Institutionen und Unternehmen.
  • Informationsbeschaffung über Berufe und Tätigkeiten
  • Aufrechterhaltung und Optimierung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes
  • Anwendung von Rechtsvorschriften beispielsweise bei Verträgen

Foto_109Damit das auch nicht nur reine Theorie – sondern auch wirklich in der Praxis umsetzbar ist, meint auch Kristina Enner. In ihrer Niederlassung in Crailsheim hat sich schon viel erlebt. Sie besucht Kunden, führt Bewerbungsgespräche und kümmert sich um die Mitarbeiter. Außerdem unterstützt sie ihre Kollegen bei der Vertragserstellung und bekommt einen ganzheitlichen Einblick in das Unternehmen.

2.) Wie und wo Ihr das alles lernt

Die Aufzählungen oben sehen nach ziemlich viel aus, aber keine Sorge: Ihr müsst nicht alles nach einem Tag können, sondern beherrscht das alles nach Abschluss der Ausbildung. Den Stoff erlernt Ihr sowohl in der Berufsschule als auch im Unternehmen.

In der Berufsschule erfahrt Ihr nicht nur das benötigte Hintergrundwissen, welches Ihr für den Personalbereich benötigt (beispielsweise aus dem Recht, Arbeitsabläufe, der Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz), sondern verbessert auch Eure sozialen Kompetenzen. Ihr arbeitet an Euren Teamarbeits-, Kommunikations-, Kooperationsfähigkeiten, Lern- und Arbeitstechniken und beschäftigt Euch mit dem Konfliktmanagement.

In dem Betrieb dürft Ihr dann euer theoretisches Wissen anwenden und Eure Fertigkeiten und Fähigkeiten im täglichen Alltag einsetzen und erlernen. Ihr trefft dort auf Bewerber, Mitarbeiter und Kunden. Außerdem arbeitet Ihr im Team mit Euren Kollegen zusammen. Und hier kommen wir also auch schon zum nächsten Punkt:

3.) Voraussetzungen – Was Euch Spaß machen sollte und was Ihr können solltet

Zu Euren Eigenschaften zählen: Aufgeschlossenheit, Zuverlässigkeit & Flexibilität. Ihr solltet ein gutes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen haben und gerne mit Leuten in Kontakt treten wollen.

4.) Eure Zukunft

Wie Kristina Enner schon beschrieben hatte, gibt es nach der Ausbildung viele verschiedene Möglichkeiten. Oftmals kann man sich zwischen dem Recruiting und dem Vertrieb entscheiden, als Sachbearbeiterin arbeiten oder sich auch auf Bereiche wie Personalentwicklung oder –beratung konzentrieren. Dies ist dann vor allem von Euren Interessen und Fähigkeiten abhängig, aber die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Ausbildung.

Zum Abschluss nochmals einen großen Dank an meine beiden Statisten, die die Situationen eines Personaldienstleistungskaufmanns/-frau nachstellen durften. 🙂


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Duales Studium – Anspruch und Wirklichkeit

Auf dem Weg durchs Web. Neulich. Ich. Und was fällt mich da für eine Überschrift an? „Duales Studium – Neu bei XY*“. Und dann auch noch das: Ein duales Studium an der DHBW Mosbach Campus Heilbronn mit der Studienrichtung BWL – Dienstleistungsmanagement. Also genau dieses Studium, das ich ebenfalls absolviere. Natürlich wäre es ein Irrglauben zu vermuten, dass die BERA als einzige duale Studenten ausbildet. Immerhin ist unser Kurs 20 Personen stark – und die sind natürlich nicht nur von der BERA.

Was mich aber entzückt, ist die Möglichkeit, den Sinn einer solchen Ausschreibung beurteilen zu können. Dadurch, dass ich sie ja bereits absolviere, habe ich einen, so möchte ich doch behaupten, guten Einblick in die Forderungen und Leistungen der Hochschule. Über den Praxisteil kann ich natürlich nicht aus meiner Perspektive berichten, der ist ja bei jedem Studenten und Unternehmen unterschiedlich.

Nun also zur Stellenausschreibung. Angetan hat es mir vor allem der Teil mit den Anforderungen:

Was Sie mitbringen sollten:

Anforderungen sind bei Stellenanzeigen so was wie Stammspieler – die sind gesetzt. Klar, sie geben den Bewerbern Informationen darüber, was sie schon gemacht haben sollten, welche Kompetenzen sie beherrschen sollten und was für die Stelle verlangt wird. Mithilfe von den Angaben können Bewerber selber entscheiden, ob ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse zu der ausgeschriebenen Stelle passt. Ein Metzger ist halt kein Friseur und ein Kaufmann kein Gärtner.

1.) Guter Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife. Ja, das sind so allgemeine Floskeln, die Euch überall erwarten werden. Natürlich wollen die Unternehmen Bewerber, die guten Noten in ihren Abschlüssen hatten und haben. Aber was ist denn überhaupt gut? Ist gut als die Note 2,0 gemeint? Oder alles besser als 3,0? Also, keine Angst vor solchen Aussagen, bewerbt Euch auch, wenn ihr meint, dass euer gut gut genug ist. Ein bisschen Selbstvertrauen gehört auch dazu 😉

Gute Noten sollen natürlich als Beweis für Ehrgeiz, Interesse und Kenntnisse dienen. Das kann tatsächlich so sein, muss es aber nicht. Wie ich aus meinen Studienerfahrungen gelernt habe, heißen gute Noten nicht unmittelbar auch Teamkompetenz, Eigeninitiative und Wissen. Und das sind meiner Meinung nach Werte, die mindestens gleichrangig sind. Auswendiglernen –  ist nicht alles.

Aber nicht nur die Frage nach dem „Gut“ wird hier geklärt, sondern auch die Frage: „Was ist denn mit einem Fachabitur?“. Natürlich kann man auch an der DH studieren, wenn man ein Fachabitur nachweisen kann. Egal ob das ganzjährige Fachabitur oder das zweijährige nach der Ausbildung; wenn die Inhalte stimmen, reicht das. Man muss lediglich einen Studierfähigkeitstest zu Beginn des Studiums überstehen und sitzt anschließend im Kursraum mit allen Anderen und spätestens ab da spielt das Abitur keine Rolle mehr.

Warum der Anbieter wohl nur die allgemeine Hochschulreife will? Oder haben sie sich einfach nicht gründlich genug informiert?

2.) Gute mathematische Kenntnisse und Freude an Mathematik

Dieser Satz veranlasste mich überhaupt diesen Beitrag zu schreiben: „ Gute mathematische Kenntnisse und Freude an Mathematik“. Ha, ha. Nun ja, natürlich begegnen einem während des Studiums zwei Fächer Mathematik. Zum einen, wie ich ja bereits berichtet hatte, Wirtschaftsmathematik und zum anderen: Statistik. Aber gute mathematische Kenntnisse und Freude an Mathematik. Mh., das würde ich so jetzt nicht unterschreiben. Es ist natürlich von Vorteil, wenn die Dozenten mal wieder mit Formeln um sich schmeißen, aber es sind Fächer, wie alle anderen auch. Oder steht hier irgendetwas von „guten buchhalterischen Kenntnissen?“ Die hätte ich zumindest gebraucht. Aber, hey! Lasst euch von so etwas nicht abschrecken. In unserem Kurs haben es alle geschafft – auch mit schwächeren mathematischen Kenntnissen und schon gar keiner Freude – aber ob die wohl überhaupt jemand hatte? 😉 Hierzu noch ein O-Ton einer Kommilitionin: „Deswegen studiere ich ja BWL und nicht Mathe!“

Mathematik

Das waren noch Zeiten, als Mathematik noch so aussah… 😉

Bild: Pixelio.de; birgitta hohenester

3.) Interesse an wirtschaftlichen und kaufmännischen Abläufen

Gut, dieser Aussage stimme ich zu. Wer würde denn auch ohne wirtschaftliche und kaufmännische Interessen BWL studieren? Welche Abläufe dabei aber gemeint sind, ob es der Ablauf einer Rechnungsbuchung, eines Bewerbungsgespräches oder die Bedienung eines Druckers ist, sei mal dahin gestellt. 😉

4.) Hohe Leistungs- und Lernbereitschaft

Ja, es ist halt immer noch eine Ausbildung und ein Studium in einem. Aus meiner knapp 2-jährigen Erfahrung kann ich sagen, dass man sowohl in der Theorie-, als auch in der Praxisphase einiges leisten muss. Volle Stundenpläne und ganze Arbeitstage lassen auf etwas mehr Stress als ein Schülerleben schließen. Dessen sollte man sich schon vor der Bewerbung bewusst werden. Es wird viel gefordert, aber auch viel geboten. Und mal ehrlich – wenn wir als zukünftige Fach- und Führungskräfte unsere Positionen einnehmen, wird’s bestimmt nicht weniger stressig. 😉

5.) Teamfähigkeit  – Selbständigkeit – Bereitschaft zum Querdenken

Diese kleine Auswahl an sozialen und persönlichen Kompetenzen und den kognitiven Fähigkeiten (Querdenken) sind schwer messbar und noch schwerer in einem Bewerbungsgespräch abzuprüfen. Teamfähig ist der, der in einem Verein spielt – so die allgemeine Meinung. Aber es gibt auch Personen, die zwar in einem Team spielen, aber lieber alleine arbeiten. (Habe ich ebenfalls im Studium schon kennengelernt.) Wie will man dann solches prüfen? Ob jemand selbstständig ist oder quer denken kann, ist nicht durch Noten oder ähnliches nachweisbar. Hat aber jemand eine Europareise oder ähnliches geplant spricht das für ihn, aber wer hat dies schon während der Schulzeit erlebt? Die einzige Möglichkeit für solche Kriterien bieten fast nur Assessment Center. Assessment-Center als eine Methode der Bewerberauswahl. Es werden viele Bewerber eingeladen, die oft gemeinsam, manchmal aber auch getrennt von einander verschiedene Aufgaben lösen müssen. Durch die kann man z.B. auch herausfinden, inwieweit die sozialen Kompetenzen ausgeprägt sind. Arbeiten sie alle zusammen, oder hebt sich einer hervor? Vermutlich alle, die im Berufsleben stehen, haben solch eine Erfahrung bereits hinter sich. Für alle, die so etwas erwartet.., viel Erfolg und bereitet euch gut vor. Auf Amazon gibt es dazu etwa 6.688 Bücher – das wird für den Anfang wohl reichen. 😉

Ich selber habe noch keines gemacht, daher kann ich euch leider keine hilfreichen Tipps geben. Aber Ihr vielleicht für mich und für alle anderen Leser?

7.) Wunsch nach zukünftiger Führungsposition

Unsere Dozenten reden von uns immer als zukünftige Fach- und Führungskräfte. Und zu solchen sollen wir auch ausgebildet werden. Keine Angst – ihr lernt ja bis dahin noch einiges.

8.) Gute EDV-Kenntnisse

Word, Excel und PowerPoint wird in heutigen Zeiten meist vorausgesetzt. Zum  Glück bieten die meisten Volkshochschulen oder Weiterbildungszentren Kurse an, die sich damit beschäftigen. Also, falls ihr euch noch unsicher fühlt. Nutzt die Chancen, es hilft bei der Bewerbung, aber auch euch.

9.) Mobilität (PKW erforderlich)

Das ist ein wenig mysteriös. Es ist das erste Mal, dass ich so etwas bei einer Stellenausschreibung für ein Studium sehe. Also ich habe zwar ein Auto, aber ich sehe nicht, dass ich das wirklich zum Arbeiten oder zum Studieren brauche. Ich meine, muss man da Pizzas ausfahren oder Taxidienste ableisten?

Das würde ich geflissentlich ignorieren (wenn ich einen Führerschein habe) und dann in einem möglichen Gespräch nach dem Hintergrund der Anforderung fragen. A propo fragen: Wenn ihr vieles, der Stellenanzeigen erfüllt, aber nicht alles, dann informiert euch einfach vorab bei den Unternehmen, wie wichtig jetzt der fehlende Punkt ist oder nicht. Meist wird mehr angegeben, als später tatsächlich erwartet wird. Viel Erfolg an alle, die sich noch für eine Stelle bewerben.

Und das Beste zum Schluss: Wenn Ihr Euch durchgearbeitet habt, erwartet Euch das:

Duales Studium_Stellenausschreibung

Hier gibt’s übrigens Tipps, die verraten, wann eine Stellenausschreibung nicht für einen ist: http://karrierebibel.de/nicht-mein-job-22-zeichen-die-gegen-eine-stelle-sprechen/

*Von der Redaktion umbenannt. 😉


Ein Kommentar

Stell dir vor, du bist Manager…

Vor zwei Wochen hatte ich ja bereits angekündigt, dass ich über unser nächstes Projekt an der Hochschule berichten werden. Jetzt ist es so weit:

Los gehts – unsere Arbeitsmittel

„Stell dir vor du bist Manager …“, so oder so ähnlich klangen die einleitenden Worte unseres Dozenten, der uns mit dem Planspiel betreuen sollte. Das Planspiel, das vorwiegend für Manager und Ingenieure ausgelegt ist, wird auch in vielen anderen Hochschulen durchgeführt. Ziel ist es, Verständnis für Management-Entscheidungen zu bekommen und „JETZT die Fehler zu machen, nicht später“, so zumindest der Dozent. 😉

Das Planspiel teilt eine Gruppe in vier Untergruppen – mit jeweils vier oder fünf Personen. Diese vier oder fünf Personen stellen die Geschäftsleitung eines Unternehmens dar. Sie sind für alle Bereiche wie Marketing, Vertrieb, Entwicklung und Personal und so weiter verantwortlich. Das Ziel ist es, unser Produkt zu verkaufen und damit so viel Gewinn wie möglich zu erzielen. Klingt ja simpel, denkt Ihr Euch. Ist es auch. Es gibt aber ein Problem: die anderen drei Gruppen/Unternehmen. Sie repräsentieren die Konkurrenz. Und bieten das gleiche Produkt an.

Gespielt werden acht Perioden. Acht Mal entscheiden wir über den Preis des Produktes, die Anzahl und Produktivität der Maschinen, die Anzahl und den Weiterbildungsgrad der Mitarbeiter, den Ökologie- und Umweltfaktor, die Ausgaben für Marketingaktivitäten und, und, und … Gewonnen hat am Ende das Unternehmen mit dem höchsten Aktienkurs. Habe ich was vergessen? Ahja,  genau, über die Höhe der Dividende muss ebenfalls entschieden werden.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die erste Periode die schwierigste des ganzen Spieles ist. Hier geht es um grundsätzliche Entscheidungen. Welche Strategie wende ich an? Die wichtigsten Strategien sind hierbei die Premium- oder auch Höchstpreisstrategie und die Tiefpreisstrategie. Ihr kennt sie bestimmt alle. Bei uns hießen sie: Sei Porsche oder Dacia.

Die „Porsche“-Strategie: hochwertige Produkte zu einem hohen Preis. Die „Dacia“-Strategie: weniger hochwertige Produkte zu einem niedrigen Preis. Also Qualität gegen Geld. Natürlich gibt es auch Strategien zwischen den beiden extremen, aber die sind, wie unser Marketing-Dozent einst meinte, meist nicht so erfolgreich. Sie können kein USP vorweisen, also kein überzeugendes Argument, es zu kaufen. Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele, keine Frage.

Mittlerweile haben wir die 2. Periode abgeschlossen. Welche Strategie wir gewählt haben, verrate ich nicht. Nicht, dass die Konkurrenz  unseren bestimmt erfolgswirksamen und überaus hervorragenden Plan kopiert. 😉 Das wäre natürlich ziemlich doof. Und jetzt wisst Ihr auch, warum Firmengeheimnisse gehütet werden müssen

Neben den eigentlichen Perioden, müssen wir noch zusätzliche Aufgaben erledigen. Z.B. Unternehmens- und Produktnamen festlegen, einen Flyer gestalten und unsere Strategie schriftlich festlegen. Und genau das, sollte ich dann jetzt machen…

Bis nächste Woche 😉