Azubis und duale Studenten bloggen

Unsere Azubis und dualen Studenten geben Einblicke in ihren Alltag und was man sonst noch bei der BERA erlebt.


3 Kommentare

Dozententypen – eine Vorstellung

Eine Veranstaltung am Montag hat mir mal wieder bewusst werden lassen, welche Möglichkeiten die Dozenten bei der Gestaltung einer Vorlesung eigentlich haben. Während ich nun in dem Fach „Mitarbeiterführung“ in einem Stuhlkreis (und das im 6. Semester!!) meine Kommilitonen betrachten konnte, wurde mir klar, dass es das Thema für den Blogbeitrag werden sollte.

Dozenten – ohne sie geht’s nicht

Dozenten stellen mit vielen anderen Aspekten die Basis des Studiums dar. Gäbe es keine Dozenten, würden wir nichts lernen. Das gilt nicht nur für unsere Hochschule, sondern auch für Schulen, Unis, Weiterbildung- und Fortbildungsanbieter und vielem mehr. Oder könntet Ihr euch vorstellen, so schnell fahren zu lernen ohne jemanden, der sich die Zeit und Nerven nimmt, euch das Fahren beizubringen? Schließlich muss uns irgendwer den Stoff aufbereiten und in irgendeiner Weise vermitteln, den wir lernen wollen.

Aber nun wieder zurück zum Thema. In unserem Studium sind wir schon sehr vielen Dozenten begegnet, mit unterschiedlichen Charakteren und ebenso unterschiedlichen Unterrichtsstilen. Aus der Vielzahl von diesen kristallisieren sich aber mehrere Typen heraus mit denen ich mich jetzt beschäftigen möchte:

1) Die PPF: „PowerPoint Freaks“

präsentationDie Vorlesung beginnt und der Laptop läuft bereits und der Beamer surrt auch schon vor sich her… Wer kennt sie nicht? Die Vorlesungen mit dem Beamer. Es sind eigentlich die für den Studenten entspanntesten Vorlesungen. Sich berieseln lassen von den Worten des Dozenten und nicht unmittelbar mitschreiben zu müssen, da man die PowerPoint ja schon bereits im Vorfeld bekommen hat. Die PowerPoint-Vorträge kommen in den meisten Fächern zustande (ausgenommen bei Fächern, bei denen man rechnen muss).

Etwas anstrengender sind dann aber die PowerPoint Freaks die zwei Versionen von Präsentationen erstellt haben. Die eine, etwas unvollständige für die Studenten und die andere für die Vorlesung. Ganz nach dem Motto: „Findet die Fehler“. Dieser Untertypus ist etwas anstrengender. Es gilt, die Lücken zu finden und zu füllen, was sich nicht immer als ganz so einfach darstellt.

Fazit: Die PPF’s sind die Beliebtesten bei den meisten Studenten. Sie machen ihnen das Leben in den Vorlesungen dadurch recht angenehm, dass man die Unterlagen zur Verfügung gestellt bekommt und der Dozent aus seinem Wissen schöpfen kann.
Ein Nachteil: Je mehr Dozenten selbst vortragen, desto umfangreicher wird der Stoff.

Die Vorlesungen mit den zwei verschiedenen Präsentationen ist mir aber nur einmal begegnet und definitiv nicht zu empfehlen, weil es bei den Studenten bei unübersichtlichen Präsentationen mehr zur Verwirrung führt, als diese produktiv mitarbeiten zu lassen.

2) Die Praktiker: „Ohne Taschenrechner – ohne Ergebnis“ 

Der Kursraum ist still. taschenrechnerAlle sitzen sie, beinahe schon mit rotem Kopf vor ihren Blättern und tippen wie wild auf ihren Taschenrechnern herum – willkommen im Unterricht der „Praktiker“.

Die Vorlesungen, bei denen man in der PowerPoint-Präsentation noch Aufgaben findet, die man auch noch selbstständig bearbeiten muss.

Die Praktiker bilden neben den PPF die größte Gruppe. Vor allen in den Fächern BWL, VWL, Wirtschaftsmathematik und Statistik sind sie anzutreffen. Was auch durchaus Sinn macht. In Mikroökonomie über das Angebot und die Nachfrage zu sprechen und nicht einmal eine Aufgabe dazu gerechnet zu haben, halte ich für sehr einseitig.

Aber auch in „Laberfächern“, wie sie von uns so gern genannt werden, findet man diese Situation vor. Es geht darum, seine eigene Meinung zu bilden und nicht die von Dozenten zu akzeptieren.

Fazit: Es ist durchaus sinnvoll, auch mal Fragen in die PowerPoint zu platzieren. Gut dosiert können sie die Motivation und das Interesse der Studenten erhöhen und sie auch aus ihrem schläfrigem Zustand des Zuhörens erlösen. Aber Achtung: zu viele Fragen sind schon wieder kontraproduktiv und so kommen wir zu dem nächsten Typus: MSM.

3.) MSM: Machen Sie mal …

Die MSM. Eine sehr anstrengende Gruppe. Sie kommen nur sehr unregelmäßig vor, sind aber bei den Studenten nicht immer so beliebt. Dieser Typus wird mit viel Eigenarbeit und stressigen Aufgaben verbunden.

MSM sind die Dozenten, die weitgehend auf präsentation_02PowerPoint-Vorträge verzichten und ganz viele Zettel mit Aufgaben verteilen. Eine beliebte Methode von ihnen: Präsentationen vorbereiten zu lassen. In Gruppenarbeiten müssen diese erarbeitet und anschließend auch vorgestellt werden. In einem gewissen Maße werden sie von den Studenten noch akzeptiert, aber schon bei mehr als zwei Aufgaben in der Vorlesung führen sie oftmals zum Unmut der Studenten. Sich in Gruppen aufteilen, aufstehen, recherchieren und selbst nachdenken – diese Aufgaben sind bei den Studenten schon beinahe in die Rubrik Hochleistungssport einzuordnen und gehören nicht zu deren klassischen Arbeitsfeldern.

Fazit: Die MSMs bewegen sich bei ihren Vorlesungen immer auf sehr glattem Eis. Schon mehr als eine Präsentation wird oftmals nicht ganz von den Studenten angenommen und führt zu Demotivation und Unkonzentriertheit. Der Dozent muss viel Überzeugungskraft leisten und den Rest der Vorlesung so gestalten, dass die Studenten die Präsentation auch gerne mitmachen. Das gelingt aber leider nicht jedem Dozenten.

Untergruppe „Ökos“

Präsentation_03Eine besondere Untergruppe der MSM stellen die „Ökos“ dar. Stellen Sie sich vor, sie kommen in einen Raum rein und stolpern schon einmal über den ersten Stuhl, der ein Glied eines Stuhlkreises darstellt. Keine Tische, keine Laptops und auch ein freies Sichtfeld des Dozenten auf jeden Studenten. Die „Ökos“ stellen die Spitze des MSM-Typus dar und sind beinahe so unbeliebt bei den Studenten wie Gemüse bei Kindern oder Fleisch bei Vegetariern. Ganz ehrlich, als ich am Montag über diesen Stuhl gestolpert bin, musste ich mich nochmals versichern, dass ich nicht im falschen Gebäude gelandet bin. Bei der aim findet man von außen oftmals das Bild von einem Stuhlkreis vor, wie beispielsweise im Trommelkurs letzten Sommer – aber bei uns an der Hochschule? Dort, wo zukünftige Manager und Führungskräfte ausgebildet werden soll, ist es doch eher ein besonderer Anblick? Nun ja, es war eine sehr „interessante“ Vorlesung, die mit Präsentationen von den Studenten bestückt war, beschriebenen Flipcharts unserer Dozentin und Diskussionen.

Fazit: Die „Ökos“ werden an unserer Hochschule nicht gerne gesehen. Sie werden belächelt und zwischen Grundschule und Trommelkurs eingeordnet. Der Vorteil an den Präsentationen und an den Flipchart-Vorlesungen liegt aber darin, dass in der Zeit meist weniger Stoff behandelt wird, als in klassischen PowerPoint Vorträgen. Dozenten, die der Meinung sind, dass Studenten den Stoff so besser behalten können, liegen nicht immer richtig. Für den Moment könnte es stimmen, aber wenn man erst zwei Semester später die Prüfung schreibt, wie es bei uns in den Profilfächern der Fall ist, kann man sich auch an die beste vorbereitete Präsentation nicht mehr erinnern.

So viel zu meiner Typus-Vorstellung. Wie schaut es bei euch aus? Welche Lehrer-/ Dozententypen habt ihr kennengelernt? Gibt es welche, die noch nicht in der Aufzählung dabei sind, aber auf jeden Fall dazugehören sollte? Ihr könnt mir gerne ein Kommentar hinterlassen oder mich per E-Mail: kerstin.hoehn@bera.eu, per Facebook und G+: Kerstin Höhn und per Twitter Kerstin__H kontaktieren. 😉

P.s.: An alle Lehrkräfte, Dozenten und sonstige Personen: das soll natürlich keine persönliche Kritik darstellen, sondern nur eine manchmal überspitzte Darstellung der Dozenten. Es gibt für jeden Typus gute und schlechte Beispiele und egal, was Ihr verwendet – macht es interessant für die Studenten und sie machen sogar Präsentationen.

Bild 1: Pixabay.de/

Bild 2: pixabay.de/