Azubis und duale Studenten bloggen

Meine Einblicke in die fernöstliche Welt

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Unsere duale Studentin Sabrina Neeser berichtet heute über ihre Erlebnisse in der Summer School in China und entführt damit die Leser in das Land des Lächelns…

Ni hao, nǐ  jiào shén me míng zi? Wǒ jiào Sabrina.

Nǐ shì nǎ guó rén? Wǒ shì dé (Deutschland) guó rén.

 Das sind ein Teil der chinesischen Sätze, die ich während meines Aufenthalts im Land des Lächelns gelernt habe. Wie ihr sicherlich aus dem Kontext erschließen könnt, sind das die üblichen Begrüßungssätze: „Hallo. Wie ist dein Name? Aus welchem Land kommst du?“ Doch nur mit diesen kann man sich verständigen. Alle Gespräche die über Small Talk hinausgingen, wurden auf Englisch geführt. Doch das ist natürlich noch nicht alles. Es gibt sehr viel zu berichten und zu erzählen. Ich habe in China wahnsinniges erlebt, großartige Plätze besucht und eindrucksvolle Menschen kennen gelernt. Durch die Unterstützung meines Unternehmens sowie meiner Familie konnte ich mir den Traum vom Ausland erfüllen. Nun dürft auch ihr einen kurzen Einblick in mein Reisetagebuch werfen. Und los geht‘s…

7. August 2014, der Start in das Abenteuer

Es ist 6:00 Uhr morgens und die meisten meiner Studienkollegen/innen sind wahrscheinlich schon auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen, doch ich muss erst einmal meine Sportsachen suchen… Aber wo sind sie nur? Manche von euch fragen sich sicherlich, warum ich um diese Uhrzeit noch meine Siebensachen zusammensuche, aber dieses „überfrühte“ Packen liegt mir nicht. Also packe ich in aller Ruhe mein Gepäck, während meine Familie noch schläft. Ist ja schließlich noch genügend Zeit bis der Flieger um 13:55 Uhr vom Flughafen startet.

8. August 2014, irgendwo über Russland…

Wir haben gerade 18.00 Uhr, aber tatsächlich ist es mitten in der Nacht. Irgendwie kommt es mir so vor als hätte ich mein Zeitgefühl verloren. Die meisten Leute im Flieger schlafen…

Achtung, die Landung!

Elf Stunden Flug sind vorbei und wir sind in Peking gelandet. Nun stehen wir hier und warten auf unseren Anschlussflug nach Nanjing. Bis auf zwei Studenten sind wir komplett. Oksana und Julian werden mit einer anderen Maschine fliegen.

9. August 2014, der erste Tag in Nanjing

Nachdem das anfängliche Beschnuppern vom Vorabend vorbei ist, beginnt nun der erste „richtige“ Tag unseres Abenteuers. Nach der KFC Mahlzeit vom Vortag freut sich jeder auf das Frühstück (dies wird der erste und letzte Tag sein). Zur Auswahl standen Nudeln mit angeschwitzten Zwiebeln, Reis oder beispielsweise hundertjährige Eier. Dazu Gebäck das einen süßen, salzigen und sauren Geschmack gleichzeitig hat oder doch lieber eine warme Suppe? Somit gab es für die meisten von uns nur Melone. (An den darauffolgenden Tagen stellte sich heraus, dass es auch Toastbrot und Spiegeleier sowie Kaffee gab. Man muss eben früh dran sein). Ab diesem Tag waren die Frühstücksbesuche nur noch sporadisch.

Danach ging es mit unserem englischsprachigen Guide auf den Weg. Die erste Station waren die Ming-Gräber. Diese sind seit 2003 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Die gesamte Anlage hat eine Fläche von 80km² und befindet sich am Fuße des Tianshou Berges. Wirklich ein riesiges Areal. Im Anschluss ging es zu dem Sun-Yat-sen-Mausoleum. Dieses mussten wir allerdings erst einmal erklimmen. Also hieß es bei schwülwarmen Temperaturen mit gelegentlichem Nieselregen die gewaltige Treppe mit unfassbaren 392 Stufen hoch zu steigen. Kaum waren alle oben angekommen, ging es auch schon wieder an den Abstieg. Unsere chinesische Reiseführerin hatte ein straffes Programm geplant (und das nicht nur für diesen Tag… für JEDEN). Nach dem Mittagsessen machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir verlegten die geplante Cable Car Tour auf den nächsten Tag.

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Sun-Yat-sen-Mausoleum mit 392 Stufen

10. August 2014, eigentlich ist Sonntag… also Ruhetag!

Schon am zweiten Tag passierte, was passieren musste… Weit weg von daheim, weit weg von Mami & Papi und somit keinen zuverlässigen morgendlichen Wecker. Doch kein Problem. Ein kurzer Anruf unseres Professors auf dem Zimmer von Philipp und schon kommt er Richtung Bus gerannt. Der Philipp… Als Einzelzimmer-Kandidat hat er wohl verschlafen.

Der heutige erste Programmpunkt ist das Nanjing Museum. Es wurde 1933 in der Zeit des Guomindang-Regimes als Nationales Zentralmuseum gegründet. Nun ja, was soll ich dazu sagen… Ein Museum eben. Doch nicht so eines, wie wir sie aus Deutschland kennen. Es ist eines der bedeutendsten Museen Chinas und in den einzelnen Hallen gibt es alles Mögliche. Und wenn ich ALLES sage, dann meine ich auch ALLES. Es birgt allerlei antike Bronzen, Ton- und Jadewaren, Tuschmalerei, Ming- und Qing-Porzellan sowie Seidenkunst. Nicht zu vergessen die antiken Gemälde, alte Kalligraphen und Skulpturen. Im Untergrund des Museums kann man durch eine traditionelle Nachbildung einer chinesischen Stadt schlendern. Aber auch die aktuelle Lage der Menschen in China wird mit Hilfe einer visuellen Darstellung aufgezeigt. Es gibt sogar Ausstellungsräume in denen ihr Tierskelette finden könnt. Jetzt merkt auch ihr, dass man einiges bestaunen kann. Doch es ist 12:00 Uhr, das heißt Mittagessen!

Den zweiten Stopp machten wir am Präsidentenpalast. Dieser ist heute das China Modern History Museum. Nach unserer Führung durch die dazugehörigen Gärten und den Besuch des ehemaligen Wohnhauses des Präsidenten, inspizierten wir ausgiebig den Souvenirladen. Die letzte geplante Station für den heutigen Tag ist die Fahrt mit der Seilbahn auf die Purpurberge. Es dauerte circa 30 Minuten bis wir jeweils paarweise auf der Spitze des Berges ankamen und aus dem Sessellift aussteigen durften. Zusammen mit Lisa machte ich einige Bilder von dieser unglaublich atemberaubenden Landschaft. Doch hierfür sollte man auf jeden Fall schwindelfrei sein…

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Auf der Spitze des Purpurberges

11. August 2014, Southeast University

Heute ist Montag und somit der erste Vorlesungstag. Die Spannung steigt ins unermessliche, da gleich unsere erste Stunde „Chinese Language Class“ stattfinden wird. Ich frage mich, ob wir in dieser kurzen Zeit überhaupt den einen oder anderen Satz auf Chinesisch sprechen können. Soweit ich weiß ist Chinesisch nicht gerade die einfachste Sprache und hat circa 87.000 Schriftzeichen. Doch unsere Dozentin erklärte uns, für den alltäglichen Bedarf ist die Kenntnis von 3000 bis 5000 Zeichen ausreichend. Doch Kevin scheint ein Naturtalent zu sein, er hat den Dreh raus. Danach geht es weiter mit „International Business Communications“. Natürlich sind alle anderen Unterrichtsstunden auf Englisch. So ist die Verständigung für beide Seiten wesentlich einfacher. In dieser Woche startet der Unterricht immer um 8:30 Uhr. In der zweiten Woche findet vor dem Unterricht ein Taiji-Kurs statt. Das heißt Frühsport für alle…

 24. August 2014, Zhouzhuang – die Wasserstadt

Nachdem wir am Sonntagmorgen einen Firmenbesuch in Suzhou auf dem Programm stehen hatten, kamen wir gegen Spätnachmittag in der Wasserstadt an. In meinem letzten Blogbeitrag habe ich geschrieben, das man Zhouzhuang auch Venedig des Ostens nennt. Eine Stadt zwischen Seen und Flüssen. Sie gleicht einem Lotusblatt, das auf dem Wasser treibt. Und so ist es auch. Wirklich beeindruckend!

Wir erhielten dort eine kurze Führung, bevor wir den traditionellen Charakter und das nächtliche Flair genießen konnten. Pierre und ich schafften es all unser Geld in den Souvenirläden liegen zu lassen und deckten uns ein mit Süßwasserperlenketten, Armbändern, chinesische Essstäbchen und den übrigen Mitbringsel. Durch diesen kleinen Shopping-Trip hatten wir leider total die Zeit vergessen und uns zu allem Übel auch noch „verlaufen“. Doch wir schafften es gerade noch pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt. Verschwitzt von der kleinen Jogging-Runde ging es dann zu einem Theaterstück. Die Aufführung findet jeden Abend statt. Sie stellt das ursprüngliche Leben und die Kultur der Einwohner von Zhouzhuang dar. Inszeniert wird das Stück von unzähligen einheimischen Bewohnern der Wasserstadt. Es war sehr „imposant“ und außergewöhnlich, da ich eine solche Vorstellung noch nie gesehen habe.

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Zhouzhuang – die Wasserstadt

26. August 2014, die Weltmetropole Shanghai

Endlich Kaffee, Cappuccino, Latte Macchiato oder doch lieber einen Espresso. Eigentlich ist es mir völlig egal. Der Costa Coffee Laden direkt vor dem Hotel wurde meine morgendliche Anlaufstelle. So konnte der erste Tag in Shanghai starten. Eine der must-see Attraktionen in Shanghai ist der Chenghuang Temple, den wir gleich am Morgen besuchten. Es ist einer der bekanntesten taoistischen Tempel und wie alle mir bekannten Tempel überhäuft von Souvenirläden. Nichtsdestotrotz war ich natürlich wieder eine motivierte Touristin und legte los. Taschen voll, Besichtigungszeit vorbei und wieder ab in den Bus. Nächster Programmpunkt. Versucht es doch einmal zu erraten?

Was ist circa 465 Meter hoch und steht im Stadtteil Pudong? Oftmals ist dieses Bauwerk aus irgendwelchen Hollywoodfilmen bekannt. Richtig! Es ist der weltbekannte Fernsehturm, der Oriental Power Tower. Die Aussicht über die Stadt ist wirklich atemberaubend. Man sieht einfach keinen Stadtrand oder gar das Ende. Gebäude an Gebäude, Wohnsiedlung an Wohnsiedlung soweit das Auge reicht. Aber darüber sollte man sich nicht wundern, schließlich müssen die 23 Millionen Einwohner (laut einer Volkszählung 2010) auch irgendwo wohnen. Nach dem Besuch im Tower war mal wieder ein Museum auf dem Plan. Doch als Highlight des Tages folgte die nächtliche Huangpu River Night Cruise. Nicht ganz wie Frankfurt mit seinen hohen Finanz- und Bankgebäuden, sondern einiges beeindruckender. Schon bei Tageslicht ist die berühmte Skyline von Shanghai atemberaubend. Man kann beispielsweise an der Uferpromenade, dem Bund entlang schlendern. Aber bei Sonnenuntergang oder am Abend ist eine Schifffahrt auf dem Huangpu der absolute Wahnsinn. Wenn die Stadt überall zu funkeln und zu leuchten beginnt, ist das ein unvergessliches Erlebnis.

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Skyline von Shanghai

30. August 2014, last but not least Peking

Aktuell bin ich in Peking, doch leider mit gemischten Gefühlen. Seit zwei Tagen ist die Summer School offiziell beendet und alle Teilnehmer sind nach Deutschland zurück geflogen. Außer Oksana, Johannes, Christian und ich. Wir sind weitergeflogen und zwar in die Hauptstadt des Landes. Wenn sich einem schon mal die Gelegenheit bietet, was sollte man in China auf jeden Fall besichtigen? Genau! Die chinesische Mauer. Let´s go…

Habt ihr den kleinen Einblick in mein Reisetagebuch genießen können. Zu guter Letzt beantworte ich euch noch die Frage aller Fragen. „Warum China? Wieso nicht Chile wie Kerstin oder ein bisschen Sonne tanken in Kalifornien? Das ist doch eine völlig andere Kultur!“

Wirklich erklären kann ich das gar nicht, aber es ist ein atemberaubendes Land. Es kann euch alles bieten, wie ich euch in meinem vorherigen Blog berichtet habe. Die Kultur ist definitiv grundverschieden, aber keine schlechtere. Eben anders. Man muss dort gewesen sein, um zu verstehen, warum genau dieses Land mich so faszinieren konnte. Probiert es aus. Traut euch und geht diesen Schritt!

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