Azubis und duale Studenten bloggen

Willkommen in der Welt der Heidi

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Es ist dunkel. Eine Gruppe von Menschen steht in Heilbronn. Verloren, vergessen und ohne Plan.

Verloren, vergessen und ohne Plan? Nein, definitiv nicht. 😉 Diese Gruppe, also mein Kurs der dualen Hochschule, hat ein klar definiertes Ziel vor Augen: Ein Planspiel in der „Welt der Heidi“, wie es ein Kommilitone so treffend ausdrückte.

Für unseren Wochenendausflug nach Oberjoch trafen wir uns schon um 7.30 Uhr in Heilbronn, um wenig später mit dem Bus loszufahren. Eine nicht ganz studentenfreundliche Zeit und so kehrten die meisten von uns entgegen dem Motto: „Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön“, in die Welt der Träume zurück.

Kurz nach der bayrischen Grenze  wurden die Ersten wieder wach, nach der Pause kehrte das Leben auch in die meisten anderen zurück. Nervosität, Aufregung? Fehlanzeige! Wir wollten uns allesamt überraschen lassen und hatten die wesentlichen Informationen ja schon vom C-Kurs (Parallelkurs mit Schwerpunkt Verbands und Sportmanagement) erhalten,  der die Tage zuvor dort war. Unter anderem: „Das Essen ist gut, die Getränke nicht gerade billig“.

Na, also. 50:50 – das klang ja für den Anfang gar nicht so schlecht und mal ehrlich, wer würde nicht für besseres Essen ein bisschen mehr Geld bei den Getränken ausgeben? Also ich schon. 😉

Das Erstaunlichste für mich während der Fahrt waren die Reaktionen einiger Mitstudenten auf die bayrische Landschaft. Während wir Oberjoch immer näher kamen und die Berge immer höher wurden, gab es ein Paar, das wirklich verblüfft war. Sie hatten noch nie die Berge erlebt und für sie war das ein komplett neues Bild. Um dies ein wenig aufzuklären: Wir haben z.B.  eine Kommilitonin, die aus der Nähe der Ostsee stammt. Urlaub – so sagt sie selber – habe sie schon öfters gemacht, aber weder einen Wanderurlaub, noch war sie zum Skifahren in den deutschsprachigen Ländern. Für sie war die Fahrt dann doch eine gelungene Abwechslung.

Auf dem Weg ins Oberjoch

Kennt Ihr Heidi? Die Zeichentrickfigur, die als Waise zu ihrem Opa in die Alpen in die Schweiz zieht? Als wir in Oberjoch angekommen sind, fiel der ein oder andere Bezug zu diesem Buch oder Film. Warum? Weil es für uns genauso ausgesehen hat: Berge, Felder, Wälder und ganz schön viele Kühe.^^ Natur pur sozusagen. So viel Natur sogar, dass wir die letzten paar Meter bergauf zu unserer Unterkunft laufen mussten. Sogar der Geißenpeter, den besten Freund der Heidi,  war da: Er entpuppte sich als der Pächter unserer Hütte. 😉

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Heidi

Von unserem VWL-Dozenten Herr Hr. Prof. Dr. Oliver Letzgus und Tobias, einem ehemaligen Student der Uni Tübingen, der schon viele Planspiele organisiert hat, wurden wir begrüßt, bevor wir direkt im Esszimmer verschwanden. Essen stand an und ja, es war wirklich gut. Wir erhielten das Wochenende über sowohl mittags, als auch abends etwas Warmes zu essen. Darunter auch bayrische Köstlichkeiten wie Schweinshaxe und Bratwürste, aber auch Lasagne, Reis und Kartoffeln. Wer die paar Tage später nicht den Berg wieder runtergekugelt ist, der hat wohl das Essen verschlafen. 😉

Das Planspiel zog sich von Freitag bis Samstag. Um dies ein bisschen zu erklären. Bei dem Planspiel ging es darum, eine Volkswirtschaft zu leiten. Die Zielvorgabe war es, drei Jahre zu überstehen. 😉 Nein, überstehen war eigentlich nicht die eigentliche Aufgabenstellung aber das nicht, aber wie wir feststellen mussten war das gar nicht so einfach. Es gab insgesamt sechs Sektoren (Staat, 2xBank, 2xUnternehmen und die Gewerkschaft) mit zwei oder drei Mitspielern.
Zum einen gab es den Staat. Dieser musste, wie auch im realen Leben die Wirtschaftlichkeit des Landes sicherstellen und sich um Kosten und Ausgaben für z.B. Infrastruktur und Bildung kümmern. Neben dem Staat gab es Unternehmen. Zwei konkurrierende Großunternehmen, die sich mit z.B. Preisstrategien für ihre Güter sowie Investitionen in Maschinen und Arbeitskraft auseinandersetzen. Die Gewerkschaft bildete das Bindemitglied zwischen Staat und den Unternehmen. Sie hat die  Mitarbeiterzahlen und –bezahlung der Mitarbeiter im Blick und kümmert sich allgemein um die Wünsche der Arbeitnehmer.

Last, but not least: die Bank. Es gab zwei und ich war mit Sarah in einer. Am Anfang war das echt schwierig. Wir wurden in verschiedene Gruppen eingeteilt, um uns mit Blättern von Tobias den theoretischen Teil anzusehen. So wurden die einzelnen Sektoren vorgestellt, dass jeder einen Überblick bekommen konnte. Es wurden Fragen geklärt, wie: Was ist das Ziel der verschiedenen Sektoren, wie können sie das erreichen und vor allem, wer muss mit wem sprechen oder verhandeln? Anschließend arbeiteten wir uns in die Bank ein. Verschiedene Blätter mit Kennzahlen und sonstigen Informationen sorgen zu Beginn an mehr für Verwirrung, als für Aufklärung und erst im zweiten Jahr bekamen wir den Durchblick. Also kurzum: Das erste  Jahr war das „Versuchsjahr“. Fazit: Viel gut gemacht, aber doch nicht an alles gedacht…

Am Freitagabend/Nacht waren wir dann mit dem ersten Jahr fertig. Und fertig, das waren wir alle auch.;) Der Tag war schon ziemlich anstrengend und so ließen wir ihn bei einem gemeinsamen UNO-Spiel ausklingen. Jeder, der schon einmal mit leicht oder weniger leicht angetrunkenen Personen UNO gespielt hat, kann sich ungefähr vorstellen, wie witzig das sein kann. Da kommt es dann auch mal zu Kommentaren wie diesem: „Oh Mann, ich hätte schon seit 3 Runden gewinnen können, wenn ich nur nicht vergessen hätte UNO zu sagen“ oder „Ist egal … Strafkarte“. Ich habe noch nie so viele Gründe gehört,um Strafkarten aufnehmen zu müssen, wie an diesem Abend.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, bei dem dann alle spätestens 9 Uhr eintrudelten, ging es mit dem zweiten  Jahr weiter. Zu Beginn wurde das vorherige Jahr besprochen und mit diesen Informationen konnten wir schon im zweiten  Jahr besser arbeiten als im vorigen. Nach dem Mittagessen nutzten die meisten die Chance mit unseren Betreuern einen Ausflug zum Berggipfel zu machen. Resultat: leichter Muskelkater. Die Zurückgebliebenen gönnten sich ein Mittagsschläfchen oder einen kleineren Spaziergang. Mein Zimmer genoss die letzten beiden Alternativen, da wir uns eine Mitbewohnerin morgens deutlich zu früh geweckt hatte. Sie hatte ihre elektrische Zahnbürste nämlich schon um halb 8 angemacht und nicht erst um 8 Uhr, als der Rest des Zimmers ursprünglich aufstehen wollte.
Für die nächste Nacht konnte wir eine Verlgung der zahnputz-Aktivitäten auf viertel vor 8 Uhr aushandeln. Zum Glück! 🙂

Nachdem alle eingetroffen waren und wir uns kurz zusammensetzen konnten, um das zweite Jahr zu besprechen, gab es Abendessen und anschließend stand das dritte Jahr an. Weiter ging´s mit Verhandeln und Diskutieren.  Unsere Bank wollte natürlich die besseren Kredite an die Unternehmen ausgeben als unsere Konkurrenz. Daraus entwickelte sich eine ganz schöne Schlacht, die sich über zwei Stunden hinzog.

Zur Beruhigung stand eine Nachtwanderung mit Fackeln an und anschließend saßen wir noch in den Zimmern zusammen und ließen den Tag Revue passieren.

Am Sonntag stand nach dem Frühstück und dem Kofferpacken noch die Nachbesprechung an und anschließend mussten wir auf dem Bus warten, mit dem der A-Kurs, auf dem Weg zu uns im Stau stand.

Ich fand das Wochenende doch richtig schön. Wir erlebten einiges, hatten Spaß und lernten auch viel. Nicht nur, wie wichtig es für eine Volkswirtschaft ist, dass sich die einzelnen Sektoren absprechen (ausgenommen die Konkurrenten natürlich) und welche Folgen einzelne Veränderungen haben können. Nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit, sondern auch auf die Akzeptanz der Bevölkerung oder die Außenwirtschaft. Zudem sprachen wir bei der Abschlussveranstaltung auch über die EURO-Krise, Staatsverschuldung und die Rolle der Europäischen Zentralbank.
Natürlich lernten wir uns im Kurs auch noch näher kennen. Es gab viele Gespräche in der Pause oder auch abends in den Zimmern. Rundum also ein gelungenes Wochenende. 🙂

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Autor: Kerstin

Mein Name ist Kerstin Höhn und ich bin 21 Jahre alt. In meiner Freizeit bin ich gern sportlich unterwegs und treffe mich gern mit meinen Freunden. Beruflich habe ich ein duales Studium abgeschlossen und berichte darüber in dem Blog.

3 Kommentare zu “Willkommen in der Welt der Heidi

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