Azubis und duale Studenten bloggen

Voller Körpereinsatz für die Erfüllung von Träumen

10 Kommentare

Ich hatte ja angekündigt, dass ich am 21. Juni mit den anderen Auszubildenden und dualen Studenten der BERA in Heilbronn sein würde. Wir wollten ein soziales Projekt von „Habitat for Humanity“ unterstützen. Habitat for Humanity ist eine Organisation, die mithilfe von Spenden und Freiwilligen benachteiligten Familien über all auf der Welt ein Zuhause gibt. Jon Bon Jovi oder der Ex-US-Präsident Jimmy Carter unterstützen beispielsweise die Arbeit, genauso wie unser Chef, Bernd Rath. Das heißt, die BERA ist gerne mit von der Partie, wenn man anpacken kann. Vollen Körpereinsatz haben wir schon in Äthiopien  oder Rumänien gezeigt.
Habitat for Humanity ist aber nicht nur international aktiv, sondern engagiert sich auch hier in Deutschland. Und das ist der Startschuss, mit dem unsere Geschichte beginnt… 😉

Unser Einsatz:

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Vor wenigen Wochen schneite eine E-Mail herein, in der stand, dass auch wir (Azubis) bei einem sozialen Projekt dabei sein würden. Manche hatten schon in Äthiopien erste Erfahrungen mit einem Baueinsatz gesammelt, andere waren noch unschlüssig, was uns da erwarten würde. Aber eines hatten wir alle gemeinsam: Vorfreude pur.

Wohin unsere „Baureise“ gehen sollte? Ins Jugendzentrum des Stadt- und Kreisjugendrings Heilbronn. Dort sollten wir einige Räume renovieren, die Jugendliche nutzen, um sich auszutoben, ihren Hobbies nachzugehen und Freunden zu treffen. Egal ob Band- oder Tanzraum, Küche oder Lagerraum, es gab genug zu tun. Das Gebäude an sich ist über 40 Jahre alt und so hatten die meisten Räume eine Renovierung echt nötig. Es gab nicht nur Löcher in den Wänden, sondern auch im Boden; der in Babyrosa gehaltene Band-Proberaum hatte keine Dämmung und vom Tanzen im großen Saal holte man sich Spreißel. Das BERA-Einsatzteam war bitter nötig. 😉

Mehr oder weniger pünktlich trafen wir dann alle vor Ort ein. Wobei die Unpünktlichkeit nichts mit unserem Zeitmanagement zu tun hatte, sondern ihre Ursache wohl eher in der versteckten Lage des Hauses hatte. O-Ton Tom: „Ja wenn man auch keine Schilder lesen kann…“. Auf jeden Fall trafen alle früher oder später ein und Katrin Kaufmann von Habitat empfing uns. Sie war die Organisatorin des Projekts und hat zuvor auch die BERA Aufenthalte in Rumänien geleitet. Die Mitarbeiter des Jugendrings waren übrigens – wie sich später herausstellte – ziemlich skeptisch wegen unseres hohen Frauenanteils. Immerhin hatten wir lediglich zwei Jungs dabei.  Aber die Einstellung sollte sich später noch ändern.. 😉

Bernd Rath, unser Geschäftsführer ließ sich die Gelegenheit natürlich nicht nehmen und war mit unserer Ausbildungsleiterin, Jutta Terdenge, mit von der Partie. In Grüppchen wurden wir dann durch das Haus geführt und betrachteten die Zimmer, die wir renovieren sollten.  Alles war schon vorbereitet: Fast alle Räume waren aus- bzw. umgeräumt, die meisten Löcher in den Wänden waren verputzt. Nur ein Raum war noch zu entrümpeln – was mithilfe des Fensters ziemlich schnell vonstatten ging  😉

Nach dem Rundgang posierten wir noch eine gefühlte Ewigkeit für ein Pressefoto. Der Fotograf hatte nämlich seine ganz eigenen Vorstellungen. Und wir brauchten eine Weile, seine Ansprüche zu erfüllen.  Außerdem kribbelte es uns in den Fingern – immerhin waren wir ja zum Arbeiten da, nicht zum Posen!

In welchem Team bin ich nochmal? 😉

Arbeit war genug vorhanden, Räume gab es auch reichlich. Damit wir uns nicht auf den Füßen herumstehen, wurden wir zu je drei bis fünf Personen in Gruppen mit klangvollen Namen wie „Küche OSB“„ Tanzraum Maler“ oder „SEK“ eingeteilt. Das SEK, unser Sondereinsatzkommando, musste niemanden festnehmen, einsperren oder verhören. Es war nur die Truppe, die flexibel überall eingesetzt werden konnte. Da, wo eben die Hilfe benötigt wurde.

Jede Gruppe hatte eine Aufsichtsperson, also einen Mitarbeiter von Habitat for Humanity oder vom Jugendring, die uns einlernen und einweisen sollten. Nach kurzer Zeit konnten wir aber schon selbst die Sachen in die Hand nehmen und selbstständig arbeiten. Ich war in der Gruppe gemeinsam mit Jacqueline und Verena im Team „Küche OSB“. Unser Job: OSB-Holzplatten auf den Boden legen. Klingt einfach, nicht wahr? Ist es an sich auch. Theoretisch. Praktisch steigt dann der Komplexitätsgrad: da der Raum – Wunder was – nicht zu den Platten passte, mussten wir die Platten passend zuschneiden. Nur leider stellte sich während des Zuschneidesns heraus, dass die Wände nicht rechtwinklig waren. Eine der Wände hatte  sogar „einen Bauch“ wie Jacqueline es treffend ausdrückte. Sie wölbte sich stellenweise rein, oder auch raus. Da standen wir nun mit unseren Brettern, die wir erstmal hochtragen mussten (ein Stockwerk mit einer ziemlich engen Kurve) und schauten uns erstmal an. Aber wir sind ja nicht auf den Kopf gefallen und fanden dann auch gemeinsam ziemlich schnell heraus, wie wir das anstellen könnten.  😉 Also hieß es die Bretter wieder mit nach unten nehmen, nach unseren Messungen schräg ansägen und wieder hochtragen. Von wegen duale Studenten können nicht mit Säge und Maßstab umgehen!

Während wir mit dem Boden beschäftigt waren, kümmerte sich das Team „Küche Maler“ um die Wände. Sie arbeiten gegengleich zu uns, also während wir im Lagerraum waren, strichen sie die Wände der Küche und andersrum. Nach kleineren Einstiegsschwierigkeiten „Und wie streichen wir jetzt die Decke? Ich komm da doch nicht hin“ klappte auch das Streichen wie am Schnürchen. Blöderweise standen die Streicher uns oftmals im Weg, als wir unsere Platten transportierten. Da musste schon mal die Leiter, die am Eingang der Küche stand, alle paar Minuten verrückt werden. Aber auch in allen anderen Räumen wurde fleißig gearbeitet und man konnte schon ziemlich schnell die Fortschritte erkennen.

Mittlerweile hatten auch die Frauen die Macht erlangt^^. Als bestes Beispiel ist wohl der Tanzsaal. Dort arbeiteten Bernadette, Cora, Helene, Funda, Dagmar, Sandra und Sergej (als einziges männliches Wesen) mit Johannes, der Aufsichtsperson. Schon gegen Mittag wurde Johannes Rolle als Führungsperson infrage gestellt. Das hatte natürlich nichts mit seiner Kompetenz zu tun, sondern eher damit, dass der weibliche Teil einfach mal alles selbst in die Hand genommen hatte und anfing zu dirigieren. Dann kam es schon das ein oder andere mal vor, dass dann von Johannes kam: „Helene, was soll ich jetzt machen?“ Soviel zum Thema Frauenpower. 😉

Mittagspause und 2. Teil 🙂

Aber da wir viel Energie verbraucht hatten, musste der Akku auch wieder aufgeladen werden. Gegen 13 Uhr gab‘s ein leckeres Mittagessen. Bei Maultaschen, Salat, Zwiebelsauce und nochmal Salat freuten wir  uns im Schatten vor dem Haus an den ersten Erfolgen. Und wir nutzen natürlich auch die Gelegenheit uns auszutauschen. Durch unsere Struktur mit über zehn – zum Teil ziemlich weit entfernten – Niederlassungen sehen sich die Auszubildenden nicht so oft.

Frisch gestärkt gingen wir nach der Pause wieder ans Gipsen, Streichen, Schleifen, Spachteln, Ausrollen, Legen, Bücken, Strecken, Sägen, Sitzen, Saugen und Aufräumen. So, dass am Ende der ca. 9,5 Stunden alle nicht nur körperlich, sondern auch mit der Arbeit fertig waren. Alle? Nein, es gab tatsächlich einen Raum, der sich unseren Anstrengungen aufs Heftigste wiedersetzte: Der Bandproberaum. Er sollte durch eine passende Wandverkleidung schalldicht gemacht werden. Doch die Heizung ließ sich nicht abmontiert. Farbschichten aus gefühlten fünf Jahrzehnten hatten die Schrauben völlige unbeweglich gemacht.

Unseren Stolz auf das Geleistete konnte das aber nicht verderben. Gegen 18 Uhr beendeten wir die Arbeiten und trafen uns zum Abschlussgrillen. Sergej profilierte sich als perfekter Grillmeister, der auf Wunsch auch Schuhsohlen-Grillkäse bereitete. Ein schöner, aber recht kurzer Ausklang, denn am Abend sollte ja noch Deutschland gegen Italien aus der EM fliegen. Aber das wussten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.

Als kleine Anerkennung bekamen wir eine CD geschenkt – mit Liedern, die die Bands aus dem Proberaum aufgenommen haben. Und die Lieder sind wirklich nicht schlecht! 😉

So, das warst dann auch schon wieder. Einen großen Dank geht an Habitat for Humanity und Jutta Terdenge, die uns diesen Tag möglich gemacht und natürlich an die Mitarbeiter des  Stadt- und Kreisjugendrings und Erik Schmitteckert, der als selbstständiger Handwerker sogar ehrenamtlich mitgeholfen hat:).

P.s.: Es kehrten alle fleißgen Arbeiter wohlbehalten und sicher wieder zurück, auch wenn der Autofahrer (Tom) nach SHA unserer Ausbildungsleiterin doch tatsächlich zu langsam gefahren ist. 😉

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Autor: Kerstin

Mein Name ist Kerstin Höhn und ich bin 21 Jahre alt. In meiner Freizeit bin ich gern sportlich unterwegs und treffe mich gern mit meinen Freunden. Beruflich habe ich ein duales Studium abgeschlossen und berichte darüber in dem Blog.

10 Kommentare zu “Voller Körpereinsatz für die Erfüllung von Träumen

  1. Respekt wie alles sehr ausführlich beschreibst sehr interessante beiträge….

    • Hallo Kris,

      vielen Dank! Ich hoffe, dass dir meine Beiträge auch weiterhin gefallen werden.

      Viele Grüße
      Kerstin

  2. Das ist in der Tat ziemlich ausführlich und ich werde mir mal deine Artikel hier ausführlich durchlesen. Ist nicht oft, dass man aus deiner Branche mal so ausführliche, aber dennoch persönliche Berichte liest. Das macht auf jeden Fall Spass und ist interessanter als ich erst dachte (ja ja, Vorurteil…) 😉

    • Hallo Nina,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Sorry, dass die Antwort so lang gedauert hat. Kerstin macht gerade Urlaub 😉 – damit sie wieder mit vollem Einsatz weiterbloggen kann. Vielleicht gibt es ja ein paar Urlaubsbilder.

  3. Kein Ding, den Urlaub hat sie sich ja redlich verdient, wie man hier sieht. 🙂

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