Azubis und duale Studenten bloggen

Jacqueline Kögel

„Und wo gehen wir jetzt feiern???“

2 Kommentare

von Jacqueline Koegel

Heute gibt’s mal einen Blogbeitrag von mir, damit sich Kerstin voll auf ihre letzten Klausuren konzentrieren kann. Genau wie sie, studiere ich an der DHBW Dienstleistungsmanagement und arbeite in den Praxisphasen im Marketing der BERA, allerdings wie auch Tom schon seit zwei Jahren.

Vor etwa 5 Wochen habe ich die letzten Klausuren des 4. Semesters hinter mich gebracht (jippieh!) und genieße es gerade ausgiebig, beim sinnlosen Fernsehen mal kein schlechtes Gewissen zu haben! Was das bedeutet, kann wohl jeder DH-Student nachvollziehen, vor allem wenn er gerade wie Kerstin aufs Ende der Theoriephase zusteuert…

Vor jedem Semester nehme ich mir vor, dass ich diesmal zeitig anfange, den Stoff aus den Vorlesungen zu wiederholen, dass ich mir von stressigen Praxisprojekten nicht die Laune verderben lasse und dass ich einfach mal das Studentenleben richtig genieße. Aber irgendwie kommt immer was dazwischen, zum Beispiel der Vorlesungsplan.

Manchmal denk ich an meine Schulzeit, als ich überzeugt war, dass Schule doof und anstrengend ist, als 2 Klausuren in einer Woche das oberste Stresslevel waren und Hausaufgaben nach der Mittagsschule unzumutbar. Ich denke, das ging euch bestimmt nicht anders. Da fragt man sich doch, wie man dann draufkommt ein duales Studium anzufangen. Denn wenn man Leuten erzählt, dass man ein BA-Studium macht (DHBW sagt ja kaum jemandem was), bekommt man immer wieder ein ehrfürchtiges „oh!“ zurück. Muss man also Angst vor einem Studium an der DHBW haben?

Von den 12 Wochen, die eine Theoriephase bei uns hat, sind immer die letzten beiden Klausurwochen. Dabei wird der Stoff aus allen Vorlesungen abgefragt. In diesem Semester waren es insgesamt 12 Teilklausuren, davon konnten wir drei schon zwischen den Vorlesungen schreiben, aber dann standen uns immer noch 9 bevor.

Anders als früher in der Schule kommt man kaum vor halb sechs abends nach Hause. Dann hat man zwar keine Hausaufgaben, aber irgendetwas ist doch immer zu tun. Ich könnte jetzt behaupten, ich geh dann nochmal den Stoff durch oder les etwas nach – stimmt aber nicht, zumindest nicht freiwillig 🙂 ! Meistens hat man aber doch für irgendein Projekt zu recherchieren, eine Präsentation zu erstellen oder einen Vortrag vorzubereiten. Und ab und zu schafft man es dann sogar noch, sich mit Freunden und Kommilitonen zu verabreden – und das fällt definitiv auch unter die Pflichten eines Studenten!:) Aber je weiter es dann auf die Klausuren zugeht, desto deutlicher wird das dumpfe schlechte Gewissen. Anfangs bemerkt man es nur beim Blick auf den Semesterplan, wie die Vorlesungen vorbeigehen und die Ordner mit den Skripten immer voller werden. Aber dann kommen die ersten Fragen: „Hast du schon angefangen VWL zu lernen? Ich kapier das überhaupt nicht!“ oder „Hast du schon ABWL zusammengefasst? Das ist total viel!“. Bei manchen Mitstudenten kommt dann noch der Zusatz: „Kann ich das von dir kopieren?“

Spätestens jetzt kommt bei mir der Zeitpunkt, wo ich meinen Status bei Skype von „Online“ auf „Beschäftigt“ ändere, um in Ruhe am PC arbeiten zu können, Telefonate abbreche mit dem Satz „Du, ich bin grad mitten im Lernen, aber in 2 (oder 3 oder 4…) Wochen bin ich wieder dabei!“ und neue Textmarker oder Tipp-Ex kaufen gehe. Und wie bereits erwähnt, traue ich mich dann nicht mehr abends vor dem Fernseher zu chillen ohne zumindest Karteikarten zu schreiben. Und dann kommt die Zeit, in der ich zum Panikhasen mutiere und die Kommilitoninnen mit Fragen überschütte, damit ich bloß nichts vergesse zu lernen!

Manch anderer kann diese Panikphase elegant überspringen und schreibt dann am Abend vorher über Facebook oder WhatsApp, wie lange die Klausur morgen geht und welcher Stoff denn jetzt eigentlich drankommt. Respekt! 🙂 Allerdings schaff ich es auch meistens in der letzten Nacht 8 Stunden lang zu schlafen und bestaune dann den Kaffee- und RedBull-Konsum am Klausurtag 🙂

Am Morgen der Klausuren sind die meisten Studenten dann schon eine Stunde vor Beginn in der Aula der Hochschule versammelt. Es werden komplizierte Themen noch einmal durchgesprochen, wobei jeder etwas anderes weiß und gelernt hat, oder hochkonzentriert noch einmal wichtige Stichworte auswendig gelernt. Wenn dann die Klausurenaufsicht ins Gebäude kommt ist die Spannung am Maximum. Die Prozedur um die letzten Minuten ist für uns schon zur Routine geworden: Taschen auf die Ablagetische platzieren – Handy ausschalten – Trinken, Essen, alle möglichen Stifte und Ersatzstifte und den Studentenausweis nehmen – Platz suchen und warten, bis auch die letzten Kommilitonen eingetrudelt sind. Und dann… ist auch schon alles vorbei. Denn in der Klausur lässt sich nichts mehr ändern, man ist dem Schicksal (oder der Gnade der Dozenten) ausgeliefert. Zwar kann man sich noch über die Aufgaben ärgern oder darüber, dass man sich manche Sachen doch besser nochmal angeschaut hätte. Oder auch nicht.

Denn leider fragt man sich nur allzu oft, warum man überhaupt so viel gelernt hat, warum man die Vor- und Nachteile aller Druckverfahren in- und auswendig weiß oder alle Kanäle des Transmissionsmechanismus der Geldpolitik aufmalen kann, wenn das keinen interessiert. Oder warum die Höchstens-3-Stunden-intensiv-Lerner nach der Klausur ein besseres Gefühl haben als der Panikhase. Um diese und andere Fragen zu beantworten, ist es oft ratsam, sich nach einer anstrengenden Klausur mit den Mitstudenten zusammenzusetzen und alles noch einmal zu besprechen. Bei einer Weinschorle im Biergarten etwa 🙂

Zusammengefasst lässt sich sagen: Wir haben diese Aktion schon vier Mal durchgemacht – und überlebt! Klar, manchmal ist es auch echt stressig und es gibt Tage, die man gerne einfach überspringen würde. Wenn man zwar für jedes Projekt theoretisch ausreichend Zeit zur Verfügung hat, die Dozenten aber leider nicht beachten, dass im gleichen Zeitraum noch 5 andere Projekte anstehen und man dann die Arbeit von 3 Wochen an einem Wochenende erledigen muss. Aber das schönste Gefühl ist dann doch, wenn am letzten Tag der 12 Wochen Theoriephase alles vorbei ist und man nur noch eines wissen will: „Und wo gehen wir jetzt feiern???“.

Jacqueline Kögel

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Autor: Kerstin

Mein Name ist Kerstin Höhn und ich bin 21 Jahre alt. In meiner Freizeit bin ich gern sportlich unterwegs und treffe mich gern mit meinen Freunden. Beruflich habe ich ein duales Studium abgeschlossen und berichte darüber in dem Blog.

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