Azubis und duale Studenten bloggen

Ein Bus voller Studenten mit einer Vision

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Letzten Montag saß ich während der Vorlesungszeit in einem Bus nach Nürnberg. Faule Studentin, werdet Ihr jetzt sagen. Aber – keine Panik: Das war alles rein dienstlich. Denn mit dem 2. Semester kam auch unser erstes richtiges Projekt in der Theoriephase. Für dieses arbeiten wir mit der Werkstatt für Behinderte (WfB) in Nürnberg zusammen.

Die WfB besteht aus vielen verschiedenen Werkstätten, in denen Menschen mit Handicap, vorwiegend geistiger Behinderung, ins Arbeitsleben integriert werden und die Chance haben zu arbeiten. Egal ob in der Gärtnerei, der Druckerei, der Manufaktur, der Töpferei und noch ein paar anderen Gebieten; jeder hat die Möglichkeit an einem Arbeitsprozess mitzuwirken.

Wir wollen die Werkstatt hinsichtlich Marketing, Personal und Bildung unterstützen – so zumindest der Plan. 😉 Um aber die WfB besser kennen zu lernen, waren zwei Termine geplant. An dem ersten Termin besuchte uns Herr Volland, der die Gärtnerei leitet. Er erzählte uns Allgemeines über die WfB wie z.B., dass diese 2006 in Nürnberg gegründet wurde und, dass dort insgesamt 520 Menschen mit Handicap arbeiteten. 520 Personen, das ist eine ordentliche Zahl! Wir erfuhren noch viel über die rechtliche Seite, über die Finanzierung und vor allem über seinen Bereich, die Gärtnerei. Mir gefiel die Art, wie er über die Gärtnerei erzählte. Voller Stolz auf das, was sie schon alles erreicht hatten. Dazu unten mehr 😉

Nach dem sehr informativen Vortrag hieß es für uns dann wenige Tage später, selbst mal die Werkstatt zu besuchen. Also ab in den Bus nach Nürnberg (s.o.).

Auf dem Plan stand der Besuch der Druckerei und der Gärtnerei, die zwei größten Bereiche der WfB in Nürnberg. In einer Druckerei wird übrigens – wie man annehmen könnte – nicht nur in verschiedenen Verfahren für bestimmte Auflagen und Qualitäten gedruckt, sondern die Druckerzeugnisse werden auch weiter verarbeitet. Das Besondere hierbei: maximal 12 Behinderte haben einen Gruppenaufseher. Während in der Manufaktur meist nur einfache Aufgaben gemacht werden, wie z.B. das Zusammenstecken verschiedener Teile oder das Kuvertieren verschiedener Briefe,gibt es auch Behinderte, die mit großen Maschinen arbeiten, – je nach Können und Willen. So arbeiten einige sogar an einer 4-fach-Druckmaschine (riesiges Teil), Binde-, Falt- oder Schneidemaschinen.

In der 2-jährigen Bildungsphase des hauseigenen Bildungsbereichs lernen die Personen die verschiedenen Bereiche kennen und kommen anschließend dorthin, wo sie sich wohlfühlen und der Aufgabenbereich genau zu ihnen passt. Anders als in großen Betrieben, in denen der Mensch zur Stelle passen muss, wird hier der Aufgabenbereich auf den Menschen zugeschnitten.

Nach den vielen Eindrücken konnten wir den Mitarbeitern (ohne Handicap), die sich extra für uns Zeit genommen hatten, noch Fragen stellen und ein kleines Päuschen bei einer Tasse Kaffee genießen. Eine heiße Schokolade gab es leider nicht, so blieb ich beim Wasser hängen. 😉

WfB Nürnberg, Druckerei

Besprechung im Aufenthaltsraum der Druckerei

Um 12 Uhr mussten wir unsere Fragerunde beenden und den Aufenthaltsraum räumen – Mittagessenszeit! Dieses gemeinsame Essen ist der WfB wichtig. Denn die Mitarbeiter sollen soziale Kompetenzen lernen. Und dazu gehört auch zu lernen, wie man selber in den Bus einsteigt, um zur Arbeit zu kommen. Was für uns eine Leichtigkeit ist, ist für einen Menschen mit Behinderung manchmal kaum alleine zu schaffen. So geht es in der WfB nicht nur darum, Arbeit zu haben, sondern auch darum, Selbstständigkeit zu lernen.

Während die Mitarbeiter ihr Essen genossen, fuhren wir weiter in die Gärtnerei. Kleine Stadtrundfahrt mit Herrn Volland inklusive. 😉

Die Gärtnerei kümmert sich u.a. um die Grünanlagen der Stadt. Kälteempfindliche Pflanzen wie Zitronen- und Olivenbäume überwintern hier, Bio-Kräuter, Balkonpflanzen und verschiedene Blumen werden gezüchtet. Ein breites Spektrum, zu dem auch das Schneiden von Brennholzscheiten aus riesigen Baumstämmen gehört.

Zum Abschluss besprachen wir unseren eigentlichen Projektauftrag. Die aufschlussreichen Besichtigungen haben uns geholfen, das Thema besser zu verstehen und wir haben vor allem begriffen, wie groß der Umfang ist. Hätten wir versucht, uns das nur in unserem Vorlesungssaal vorzustellen, wäre das Ergebnis bestimmt nicht das Gleiche.

Das wird auf jeden Fall noch interessant für unseren ganzen Kurs. Und vor allem sind wir gespannt, wie viel wir erreichen können ;).Mir hat der Tag echt gut gefallen, es war auf jeden Fall mal was anderes, als nur in der Hochschule zu sitzen. Zu wissen, dass wir mit diesem Projekt auch Menschen helfen können, ist nicht ganz unwichtig. Mal sehen, ob wir erst mal unsere Hochschule überreden können, ein paar unserer Skripte dort drucken und binden lassen können. Das wäre doch schon mal ein Anfang. 😉 Und nicht ganz uneigennützig von uns Studenten. 😉

Auf jeden Fall soll das Projekt in nur ein paar wenigen Wochen beendet sein und wird nach unseren Prüfungen im Mai auch vorgestellt … na, das kann was werden. 😉

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Autor: Kerstin

Mein Name ist Kerstin Höhn und ich bin 21 Jahre alt. In meiner Freizeit bin ich gern sportlich unterwegs und treffe mich gern mit meinen Freunden. Beruflich habe ich ein duales Studium abgeschlossen und berichte darüber in dem Blog.

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